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  • ein 1. Preis


    Landschaftsarchitekten
    Rehwaldt Landschaftsarchitekten, Dresden (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Till Rehwaldt

    Mitarbeit
    Sebastian Fauck, Maren Pretzsch

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: CODE UNIQUE Architekten, Dresden (DE)

    Erläuterungstext
    Konzept
    Position und Form des neuen Baukörpers bewirken eine bewusste Neuordnung des Campusareals mit dem Ziel eine klare Freiraumtypologie zu schaffen. Prägnante, nutzbare und attraktive Freiräume entstehen und unterstützen den Wandel vom Ort des Verwaltens zum Ort des aktiven Studierens.
    Die momentan vorhandenen Strukturen dienen vorrangig der Erschließung des Areals, ausgedehnte Parkplatzflächen prägen das Bild, attraktive Aufenthaltsorte zum längeren Verweilen sind kaum vorhanden bzw. nicht miteinander vernetzt. Es mangelt an eindeutigen Funktionszuweisungen der vorhandenen Flächen, an klaren Bewegungs- und Orientierungsachsen für den Fußgängerverkehr.

    Die neuen Campus Freiräume
    Der Neubau des Theaterlabors schließt das nordöstliche Karree, welches durch fünf Stadtvillen sowie dem Gebäude des ehemaligen Chemischen Instituts gebildet wird. Eine rahmende Bebauung, gegliedert durch kleinere Grünflächen, den „Zwischengärten“ umschließt einen „Grünen Baumhof“ der zukünftig den ruhenden Verkehr sowie die Ver- und Entsorgung aufnimmt.
    Südöstlich des Karrees entsteht mit der Vergrößerung der vorhandenen Grünanlage ein neuer „Campuspark“. Die Fläche ist von besonderer Attraktivität, sie ist Campusgrün und Spiel- und Freizeitfläche für Anwohner aus den umgebenden Wohnvierteln. Mit dem Neubau des Theaterlabors wird sie zugleich auch zur „SchauSpielWiese“. Durch ihre Lage im direkten Bezug zum Bühnenraum kann sie miteinbezogen und bespielt, kann Teil einer Inszenierung werden. Der Spielplatz wird erhalten, jedoch zugunsten einer vielfältig nutzbaren großen Wiese an den Parkrand verlegt.
    Eine neue Erschließungsachse, der „Campusweg“ durchzieht als ordnendes Element das Gelände. Ein fußläufiges Erreichen zentraler, attraktiver Aufenthaltsorte, wie dem „Schauplatz“, einer großzügigen Platzfläche mit Raum für Gastronomie und Veranstaltungen, sowie dem multifunktional nutzbaren Vorplatzes der Aula wird ermöglicht. Eine weitere wichtige Zugangsachse südlich des Hauptgebäudes, von der Goethestraße aus, wird gestärkt, der Einblick ins Innere des Areals freigehalten.
    Der ansprechende Vorplatz des Hauptgebäudes wird durch Aufenthaltsangebote ergänzt und durch die Studierenden belebt. Von hier wird der Besucher über den neuen Campusweg in das Universitätsgelände geleitet.
    Die Zufahrt erfolgt zukünftig ausschließlich von der Stephanstraße. Von hier aus sind der im Süden bestehende Parkplatz, wie auch die Parkplatzflächen und Erschließungsflächen im Baumhof erreichbar.
    Um die Aufenthaltsqualität entstehender Räume zu stärken wird eine Möblierung mit Sitzelementen bzw. der Einbau von Sitzstufen im Bereich zentraler Plätze sowie entlang des Campusweges vorgesehen. An den wesentlichen Erschließungsachsen ist eine leitende Beleuchtung geplant, diese unterstützt die Orientierung im Campus.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Verfasser platziert sein Theaterlabor ins Blockinnere. Mit der Setzung des Baukörpers werden verschiedene städtebauliche Bereiche im Quartier geschaffen und gestärkt: einerseits der intimere und wohlproportionierte Innenhof im nordöstlichen Quadranten - eingefasst durch die ‚Alte Chemie’ und die denkmalgeschützten Stadtvillen -, andererseits die bereits vorhandene Wiesenfläche im südöstlichen Quadranten, die der Öffnung der Kommunikation zwischen Universität und Bürgerschaft dient und zum Verweilen einlädt. Durch das Zusammenwirken von Theaterlabor und mit ihm kommunizierender Wiesenfläche entsteht eine neue Eingangssituation und damit im Vergleich zur heutigen Hinterhofsituation ein neues attraktives Gesicht des Campus Universitätszentrum. Der neue Theaterplatz bildet die „neue Mitte“ im Herzen des Campus und soll zukünftig durch ein dort vorgesehenes Café bespielt werden -Ideenteil-. Bereits die Umsetzung des Realisierungsteils führt zu einer sehr attraktiven, klar artikulierten Gestaltung der Freiflächen des Campus. Die Parkplätze werden weiterhin von der Stephanstraße erschlossen und in zwei Arealen gebündelt. Allerdings wurden im Entwurf die die Parksituation tangierenden Baumaßnahmen zur Erschließung der fünf Stadtvillen nicht berücksichtigt. Ebenso müsste eine Überprüfung des Abstands zwischen Theaterlabor und der benachbarten Stadtvilla (Bismarckstr. 24) erfolgen. Die Anforderungen an den Denkmalschutz werden ansonsten erfüllt.
    Das Theaterlabor öffnet sich mit seinem Foyer großzügig zum Theaterplatz. Die Sequenz und Konfiguration der Flächen und Räume – auch unter Einbeziehung des Theaterplatzes und der Wiese – lässt ein hohes Maß an Flexibilität in der künstlerischen Darbietung zu. Die Behandlung der Fassade zum nördlichen Hof kann nicht überzeugen. Die binnenräumlichen Zusammenhänge sind sehr funktional. Die feuerverzinkte Blechfassade, aber auch die Schlichtheit und Offenheit des Gebäudekubus tragen dem Werkstattcharakter des Theaterlabors in besonderer Weise Rechnung. Die Anforderungen an die Barrierefreiheit des Gebäudes werden erfüllt; allerdings muss eine nicht zu steile Außenrampe vorgesehen werden.
    Das Technikkonzept ist nicht dargestellt. Die erforderlichen Technikräume sind vorhanden. Die Gebäudehauptverteilung sollte in das Erdgeschoss verlegt werden.

    Insgesamt gelingt dem Verfasser ein überzeugendes Konzept, das zu einer zukunftsweisenden Entwicklung des Campus Universitätszentrum beiträgt.

    Freiraum
    Die klare realistische Konzeption der Hauptachse und die geschickt platzierte Anlage des Theatervorplatzes im Herzen des Campus werden eine gute Mittenbildung und Durchwegung des Campus mit sich bringen. Die Erschließung der Stellplätze über die Bismarckstraße ist zu überprüfen.

    Kosten
    Die Arbeit liegt bei den Bauwerkskosten außerhalb des vorgegebenen Kostenrahmens und leicht über dem Durchschnitt aller abgegebenen Arbeiten. Einsparpotenziale werden insbesondere im Bereich der Fassade gesehen.
    Hinsichtlich der Kosten für die Außenanlagen liegt die Arbeit außerhalb des vorgegebenen Kostenrahmens, jedoch unter dem Durchschnitt aller abgegebenen Arbeiten. Der Entwurf bearbeitet das Wettbewerbsgebiet in großen Teilen. Einsparpotenziale werden im Erhalt der Freianlagen südlich des Gebäudes gesehen.

    Bühnentechnik
    Die Zugänglichkeit zum Schnürboden im zweiten Obergeschoss ist nicht dargestellt. Zusätzlich wird eine Lagerfläche über der Werkstatt als Option benannt. Die bühnen- und veranstaltungstechnischen Anforderungen werden weitgehend eingehalten.

    Energie
    Die Einhaltung der Vorgaben zur Energieeffizienz sind dargestellt und können im Rahmen des Entwurfs eingehalten werden.