loading
  • ein 4. Preis


    Landschaftsarchitekten
    RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, Bonn (DE), Hamburg (DE), Köln (DE), Mannheim (DE), Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: KRESINGS, Münster (DE), Düsseldorf (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Setzung des neuen Baukörpers an der südlichen Ecke des Wettbewerbsgebiets Realisierungsteil wird positiv beurteilt. Er bildet den Abschluss zur Stephanstraße und definiert den Zugang zumCampus. Dadurch wird eine nord-süd-gerichtete Achse etabliert, die das Karree in zwei Teile gliedert: mit begrünten Flächen im Westen und Parkplatzfeld im Osten. Das Gebäude ist ein Solitär und bildet einen eigenen Stadtraum (Platz, Spielplatz). Die Freiflächen wirken zergliedert, sie ergeben kaum nutzbare, zusammenhängende Flächen. Der Parkplatz erscheint vor allem im Ideenteil sehr raumgreifend und drängt den Theaterbau mit seinen Freiflächen an den Rand. Die zu den Gebäuden gehörenden, befestigten Freiflächen, wie Außenbühne und Campuslife, haben einen kleinteiligen, gartenartigen Charakter, der Geborgenheit vermittelt. Die Einfriedung greift Elemente des Gebäudes auf und setzt sie bis in die Bushaltestelle fort. Diese Sichtschutzelemente können jedoch auch beengt wirken. Die im Ideenteil vorgeschlagene Zufahrt zum Parkplatz von der Stephanstraße drängt den Spielplatz zu sehr an den Rand.
    Der Habitus des Gebäudes setzt den intendierten Laborcharakter treffend um. Die aus dem Kubus herausgenommenen Volumina lockern die strenge Gestalt auf. Die subtraktive Gliederung erzeugt eine angenehme Maßstäblichkeit. Es wird eine einladende Eingangssituation formuliert. Wünschenswert wäre eine überzeugendere Interaktion zwischen Innen- und Außenraum im Bereich des Eingangs.
    Die Fassade aus hochglanzpoliertem Blech stellt einen interessanten Beitrag dar, kann jedoch auch den Eindruck eines Galeriegebäudes vermitteln.
    Für die Nutzung wird das vorgeschlagene Untergeschoss durchaus positiv bewertet. Das gut proportionierte Foyer leitet angenehm in den Bühnenraum über. Die direkte Verbindung zum Lagerraum ist gut gelöst, die Räume sind richtig miteinander verknüpft. Der Ausblick von der Außenbühne ist leider auf das Trafogebäude ausgerichtet. Das Technikkonzept ist teilweise unklar, die Verteilung im Gebäude ist schwierig jedoch durch Umplanung lösbar.
    Die geplante Erschließung der Villen entlang der Ludwig- und Bismarckstraße ist nicht berücksichtigt.

    Freiraum
    Die dem Theaterlabor östlich vorgelagerte Freifläche wird von wenigen Wegen gekreuzt. Die geschlossene kontemplative Stimmung wird in ihrer Angemessenheit angezweifelt. Die das Gebäude umgebenden öffentlichen Platzflächen erscheinen überdimensioniert.

    Kosten
    Die Arbeit liegt bei den Bauwerkskosten außerhalb des vorgegebenen Kostenrahmens, jedoch unter dem Durchschnitt aller abgegebenen Arbeiten. Einsparpotenziale werden insbesondere im Bereich der Fassade und in geringerem Maße im Untergeschoss gesehen.
    Hinsichtlich der Kosten für die Außenanlagen liegt die Arbeit außerhalb des vorgegebenen Kostenrahmens, jedoch unter dem Durchschnitt aller abgegebenen Arbeiten. Der Entwurf bearbeitet das Wettbewerbsgebiet in großen Teilen. Einsparpotenziale werden im Bereich der Wiese sowie in einer Reduzierung der befestigten Flächen entlang der Stephanstraße gesehen.

    Bühnentechnik
    Die Höhe der Anlieferung ist mit ca. 1,00 m funktional. Die Mauer bei der Anlieferung/Andienung wäre für den Kurvenradius von LKWs zu optimieren.
    Ein Zugang zum Schnürboden sollte getrennt vom Lichttechnikraum sein. Hier reicht eine einflüglige Tür.
    Die bühnen- und veranstaltungstechnischen Anforderungen werden ansonsten eingehalten.

    Energie
    Die Einhaltung der Vorgaben zur Energieeffizienz sind dargestellt und können im Rahmen des Entwurfs ohne weiteres eingehalten werden. Die Arbeit ist sehr energieeffizient. Das Energiekonzept überzeugt durch den im Erläuterungstext beschriebenen Einsatz von solarer Kühlung der Raumluft.
    In der städtebaulichen Konfiguration nimmt sich der Entwurfsbeitrag durch seine Lage als zentraler Solitär im historischen Karree in der Nordostecke des Planungsgebiets angenehm zurück. In zweiter Reihe zur Ludwigstraße nutzt er die Adresse des Hauptgebäudes der Universität und bildet ein intimes Forum aus. Seine konkrete Nutzung als Openair-Fläche ist durch die Nähe zur Randbebauung und zur verkehrsbelasteten Bismarckstraße nur eingeschränkt möglich.
    Das Gebäude überschreitet trotz seiner Lage in einer Senke die Traufhöhe der umgebenden Stadtvillen. Eine Positionierung mit etwas mehr Abstand hätte die Gesamtsituation verbessert. Die Möglichkeiten einer Neuordnung der Gesamterschließung und des Stellplatzangebotes im innerstädtischen Universitätscampus hat der Entwurfsverfasser nicht genutzt.
    Durch seine einseitige Orientierung zur Ludwigstraße werden keine neuen attraktiven Verknüpfungen mit dem städtebaulichen Umfeld im Süden angeboten. Die Lage und Ausbildung der Eingangssituation und des Foyers wird dabei als kritisch betrachtet. Die geplanten externen Erschließungselemente der fünf Stadtvillen entlang der Bismarck- und Ludwigstraße sind im Entwurf nicht berücksichtigt worden.
    Der bewusst gewählte Werkstattcharakter, welcher unter anderem seinen Ausdruck in der Fassadengestaltung mit Holzschalung findet, trägt den Intentionen der experimentellen Nutzung und der Außendarstellung des Nutzers Rechnung. Dabei lassen die vielfältigen Außen- und Innenraumbeziehungen besondere experimentelle Spielräume zu.
    Die funktionalen Anforderungen des Auslobers sowie die Andienung und innere Erschließung sind weitgehend erfüllt. Positiv ist dabei das Angebot einer inneren Galerie und einer bespielbaren Dachfläche zu erwähnen. Das Technikkonzept ist nicht plausibel dargestellt, erscheint jedoch optimierbar. Insbesondere die Gebäudehauptverteilung im zweiten Obergeschoss sollte bei einer Realisierung in das Erdgeschoss verlagert werden.
    Durch eine kompakte und konstruktiv einfache Bauweise ist eine vergleichsweise wirtschaftliche Realisierung des Beitrags zu erwarten.

    Freiraum
    Der vorgeschlagene Theaterhof lässt durch die dichte Stellung der Gebäude eine belebte aktive Campusfläche glaubhaft erscheinen. Diese lebhafte Dichte wird durch eine kostenmäßig realistische, extensive Behandlung der übrigen Campusflächen erreicht. Damit entgeht aber auch die Chance zu einer gesamthaften Aufwertung des gesamten Campusareals.

    Kosten
    Die Arbeit liegt bei den Bauwerkskosten außerhalb des vorgegebenen Kostenrahmens, jedoch unter dem Durchschnitt aller abgegebenen Arbeiten. Einsparpotenziale werden insbesondere in einem Verzicht auf die zusätzlich angebotene Dachterrasse, einer Optimierung der Anordnung der Technikflächen und damit einhergehenden Reduzierung der Fassadenflächen sowie in einer Optimierung der Fassadengestaltung gesehen.
    Hinsichtlich der Kosten für die Außenanlagen liegt die Arbeit außerhalb des vorgegebenen Kostenrahmens, jedoch unter dem Durchschnitt aller abgegebenen Arbeiten. Der Entwurf bearbeitet einen vergleichsweise kleinen Teil des Wettbewerbsgebietes.

    Bühnentechnik
    Eine Verbindung des Bühnengrabens zum Magazin wäre wünschenswert. Die Transparenz zwischen den Fluren im ersten und zweiten Obergeschoss und dem Bühnenraum ist aus akustischen Gründen zu überdenken.
    Verbindungstüren zum Lichttechnikraum könnten einflüglig sein. Der Lichttechnikraum soll eine Zugangstür zum Flur erhalten.
    Die bühnen- und veranstaltungstechnischen Anforderungen sind ansonsten eingehalten.

    Energie
    Die Einhaltung der Vorgaben zur Energieeffizienz sind dargestellt und können im Rahmen des Entwurfs eingehalten werden. Die Arbeit liegt bezüglich der Energieeffizienz im oberen Drittel des Feldes. Der transparente Teil der Fassaden ist auffällig klein.