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  • Anerkennung

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    Landschaftsarchitekten
    Ernst + Partner, Trier (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Paul Bretz architectes, Luxembourg (LU)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das Gebäude nimmt bestehende städtebauliche Achsen auf und ist konsequent positioniert. Neue städtebauliche Bezüge entstehen ebenso wie eine neue Auseinandersetzung zwischen
    Universitätskarree und dem Stadtraum. Der Baukörper bildet mit seinen Glasfronten einen portalhaften Rahmen mit einem eingestellten „Werkkasten“. Mit eindeutiger Ausrichtung von der
    Bismarckstraße im Osten zum ehem. physikalisch-chemischen Institut im Westen entwickelt das Haus seine Eigenständigkeit, die zugleich Schwächen birgt. Diese werden in besonderer Weise in den vollständig geschlossenen Fassaden zum Grünraum im Süden und zum Inneren des Quartiers im Norden gesehen. Das Gebäude ist sehr kraftvoll. Die sehr starke Geste wird von einem Teil des Preisgerichts für diesen Ort als überzogen bewertet.

    Durch den im Westen vorgelagerten Zugangsbereich und das zusätzliche Funktionsgebäude entsteht folgereich eine große Parkraumfläche im Inneren des Karrees. Im Ideenteil wird später eine
    Tiefgarage vorgesehen, die den ebenerdigen Stellplatzbedarf zugunsten einer parkartigen Wasserfläche reduziert.
    In seiner radikalen Klarheit bietet der Beitrag vielfältige Potenziale und Entwicklungsmöglichkeiten im Innen- und Außenraum. Einen Nachteil stellen die durchgängig im Inneren des Hauses angeordneten Aufenthaltsräume, die weitgehend mechanisch zu konditionieren sind, dar. Die Erschließung von Funktionsräumen, zum Beispiel die Andienung der Werkstatt und des Magazins über das Foyer, wird als problematisch bewertet.
    Die sehr starke Geste des Betonrahmens wird hinsichtlich seiner Realisierung als konstruktiv aufwändig eingeschätzt. Die nach Osten und Westen vollflächigen Glasfassaden führen zu einem
    Licht- und Wärmeeintrag, der mit technischen Mitteln konditioniert werden muss. Das Technikkonzept ist diesen Anforderungen entsprechend nicht nachvollziehbar dargestellt. Der von den Verfassern vorgestellte Entwurf ist ein guter und durch seine starke Geste besonderer Beitrag, der vom Preisgericht intensiv diskutiert wurde. Der Klarheit des Entwurfes entsprechend
    erscheinen jedoch die erforderlichen Anpassungen als schwierig realisierbar, ohne dass die grundkonzeptionelle Idee darunter leidet.

    Freiraum
    Das Konzept verspricht durch eine differenzierte Handhabung von baulichen und stadträumlichen Achsen eine angemessene Fortschreibung des historischen Quartiers. Die dem Theaterbau östlich und westlich direkt vorgelagertem Freiräume versprechen eine hohe Nutzbarkeit als Aufenthalts- und Wegefläche. Die Freiflächen im Norden und Süden werden hingegen kritisch beurteilt.

    Kosten
    Die Arbeit liegt bei den Bauwerkskosten außerhalb des vorgegebenen Kostenrahmens und gut über dem Durchschnitt aller abgegebenen Arbeiten. Die Besonderheit des Entwurfskonzeptes lässt keine Einsparpotenziale erkennen.
    Hinsichtlich der Kosten für die Außenanlagen liegt die Arbeit außerhalb des vorgegebenen Kostenrahmens, jedoch unter dem Durchschnitt aller abgegebenen Arbeiten. Der Entwurf bearbeitet das Wettbewerbsgebiet in großen Teilen und lässt kaum Einsparpotenziale erkennen.

    Bühnentechnik
    Die Anlieferung von Dekorationen und Materialien für den Dekorationsbau über den Eingangsbereich ist problematisch. Bei der Anlieferung kann es zu Beschädigungen des Bauwerks kommen.
    Auswechselbare Schutzverkleidungen sind einzuplanen. Die Türhöhe Bühnenraum zum Magazin ist zu gering. Ein Zugang zum Bühnengraben ist zu berücksichtigen/wünschenswert. Die bühnen- und veranstaltungstechnischen Anforderungen werden ansonsten eingehalten.

    Energie
    Die Einhaltung der Vorgaben zur Energieeffizienz sind dargestellt und können mit Anpassung des Entwurfs umgesetzt werden.
    Bezüglich der Energieeffizienz ist die Arbeit kritisch zu werten. Als problematisch erweisen sich vor allem die unverschatteten Fassaden nach Osten und Westen. Die ausschließlich innenliegenden Räume lassen einen stark erhöhten Lüftungs-/Kühlbedarf erwarten. Positiv bewertet wird die Kompaktheit der Arbeit.