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  • Anerkennung

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    Tragwerksplaner
    Werner Sobek, Stuttgart (DE), New York, NY (US), Moscow (RU), Stuttgart (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: struhk architekten, Braunschweig (DE)
    TGA-Fachplaner, Ingenieure / Fachplaner: THURM&DINGES Planungsgesellschaft mbH, Stuttgart (DE)
    Tragwerksplaner: DREWES + SPETH, Beratende Ingenieure im Bauwesen Partnerschaftsgesellschaft mbB, Hannover (DE)
    Landschaftsarchitekten: nsp christoph schonhoff landschaftsarchitekten stadtplaner, Hannover (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die städtebauliche Leitidee des Masterplans wird in nahezu allen Bereichen aufgegriffen und konsequent und stimmig umgesetzt: Die Büro-, Forschungs- und Laborbereiche finden in vier zusammenhängenden kompakten Blöcken Raum. Die Sondernutzungen befinden sich in kraftvollen Solitären, die den Anfangsund Endpunkt der zentralen Campuswiese bilden. Die Institutsbauten und Hallen überzeugen in ihrer Anordnung, Organisation und ausgewogenen Struktur. Die Positionierung sowohl des Otto-Klüsener-Hauses als auch des großen Hörsaal- und Mensa Solitärs an der Universitätsstraße wird allerdings kontrovers diskutiert. Während vom Preisgericht sehr wohl die Qualität und Stärkung der Nutzung durch die Kombination von Hörsaal und Mensa in einem Hauses gesehen wird, bleiben Zweifel, ob dieses sehr große und hohe Gebäude am Eingang nicht bereits alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird und den eigentlichen Campus zur rückwärtigen Fläche degradiert. Diese Zweifel werden gestärkt durch ein Otto-Klüsener-Haus, das in seiner Setzung am Ende des 1. BA den Campus in keiner Weise zu begrenzen vermag. Auch das benachbarte Baumraster kann weder den Raum fassen noch würde es einer Verbindung zu einem weiteren Bauabschnitt gerecht. Die vorgeschlagene Anordnung der Campuswiese auf dem bestehenden Geländeniveau wirft viele Fragen auf und scheint hinsichtlich der Entwässerungs- und Retentionsproblematik äußerst problematisch. Die gestalterisch und funktional überzeugende Abtreppung und Sockelausbildung des Eingangsolitärs scheint vor diesem Hintergrund leider fragwürdig. Die Campuswiese und die grüne Mitte stellen ein schönes Angebot dar, das dargestellte überdimensionierte Wegenetz gestalterisch jedoch nicht.
    Ausdrücklich würdigt das Preisgericht die Organisation der Nutzungen im Eingangssolitär. Mit einem Gebäudesockel wird die Andienungsproblematik der Mensa geschickt umgangen. In dem Baukörper werden öffentliche Räume und Foyers ausgebildet, die der universitären Nutzung vorbildlich gerecht werden. Das räumliche und funktionale Zusammenspiel von Hörsaal, Speisesaal und Bibliothek verspricht eine sehr hohe Qualität. Das Preisgericht bedauert jedoch, dass die gewählte Architektursprache für Eingangssolitär und sonstige Hochschulbauten derart divergierend sind. Die Chance, einen Campus in einem Duktus zu bauen – mit Gebäuden, deren unterschiedliche Gestaltung nur aus ihrer unterschiedlichen Typologie und Nutzung resultiert – scheint ungenutzt. Stattdessen zeigt die Arbeit bei den Fassaden und den vorgeschlagenen Materialien eine gewisse Beliebigkeit, die leider auch nicht der hohen Qualität aller Grundrisse gerecht wird.
    Die Arbeit verspricht ein hohes Maß an Wirtschaftlichkeit, sowohl in der Erstellung als auch im späteren Betrieb. Die Kennwerte liegen im guten unteren Bereich. Die funktionalen Anforderungen sind umfassend erfüllt. Insgesamt ist die Arbeit ein wichtiger, qualitätsvoller Beitrag, der aber in Einzelaspekten nicht zu überzeugen vermag.


INFO-BOX

Angelegt am 05.07.2013, 12:28
Zuletzt aktualisiert 07.06.2018, 11:35
Beitrags-ID 4-70537
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