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  • DE-91020 Erlangen
  • 07/2013
  • Ergebnis
  • (ID 2-131262)

Neubau einer Wohnanlage für Studierende


  • 4. Preis


    Landschaftsarchitekten
    Rehwaldt Landschaftsarchitekten, Dresden (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Till Rehwaldt

    Mitarbeit
    Sandra Patzelt

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Translocal Architecture GmbH, Bern (CH), Dresden (DE)

    Erläuterungstext
    Das Wettbewerbsgrundstück für die Erweiterung des Studentenwohnheims liegt im Zentrum des Masterplans der zukünftigen Universitätsentwicklung. Die Planung sieht vor, die nördlich begonnene Achse entlang des Chemikums nach Süden fortzusetzen, um dort an den Campus jenseits der Erwin-Rommel-Straße anzubinden. Der hierfür erforderliche Rückbau bestehender Bauten soll mittel- bis langfristig erfolgen und durch den Neubau der Wohnanlagen im Wettbewerb nicht verstellt werden.
    Die bestehenden Wohnbauten sind durch einen dörflichen Charakter gekennzeichnet. Die dreigeschossigen Cluster sind von einem Wegenetz durchzogen, welches im weiteren Verlauf in die Waldwege übergeht. Die vorgeschlagenen Neubauten greifen das städtebauliche Grundprinzip des vom Wald umflossenen Wohnheims auf und ergänzen die Siedlung um drei weitere Solitäre.
    Die nordöstliche Grundstücksgrenze wird für den Neubau eines fünfgeschossigen Parkhauses für 200 Stellplätze freigehalten, das zu einem späteren Zeitpunkt um 400 Plätze ergänzt werden kann.
    Das Hörsaalgebäude, welches in einigen Zeichnungen als elliptischer Bau inmitten der neuen Verbindungsachse liegt, wird als polygonaler Baukörper nach Westen auf das Wettbewerbsgrundstück verschoben. Hierdurch und durch einen schrittweisen Austausch des bestehenden Wohnheims kann die angestrebte Masterplanung etappenweise umgesetzt werden, ohne zwischenzeitlich fragmentarisch zu erscheinen.
    Die Freianlagen werden aus dem Charakter des lichten Kiefernwaldes entwickelt, der bereits jetzt dem studentischen Wohnvierte l seine atmosphärische Qualität verleiht. Das vorhandene Wegenetz wird aufgegriffen und mi t de r notwendigen Erschließung der Neubauten vernetzt. Befestigte Platzflächen dienen den Gebäuden und befinden sich hauptsächlich an den Eingangsbereichen. Der Freisitz der Cafébar ist als eine einladende Geste in Richtung Hauptachse orientiert. Großzügige, an der neuen Gebäudefigur orientierte Sitzmöbel akzentuieren die wichtigsten Platzflächen und können auch im Altbestand gestalterische Akzente setzen. An zentralen, gut erreichbaren Orten sind Müllsammelplätze und Fahrradabstellanlagen eingeordnet. Somit kann die notwendige Andienung weitgehend von den Randbereichen aus erfolgen. Eine Durchbindung der östlich geplanten Erschließungsstraße ist zur Erschließung des Gebietes nicht erforderlich. Die Feuerwehr kann alle Häuser über die Wohnwege erreichen. Mit der Pflanzung ergänzender Kirschbäume werden besondere Aufenthaltszonen herausgehoben, zum dunklen gleichförmigen Grün der Kiefern setzen sie vor allem im Frühjahr einen belebenden Kontrapunkt. Zwischen den Gebäuden sind Versickerungsflächen positioniert, der notwendige Grünausgleich wird mit Neupflanzungen innerhalb des Geländes realisiert.
    Die fünfgeschossigen Neubauten bieten Platz für 386 Studierende. Neben den standardisierten Einzelappartements werden pro Geschoss zwei Wohngruppen angeboten, die wahlweise als Zwei-, Drei- oder Vierpersonenappartements ausgeführt werden können. Während im Erdgeschoss die übergeordneten Gemeinschaftsräume untergebracht werden, befinden sich in den Obergeschossen in allen drei Baukörpern die Wohnungen. Hierbei ist für das zweite und dritte sowie für das vierte und fünfte Geschoss jeweils ein doppelgeschossiger Gemeinschaftsraum als Treffpunkt der Bewohner vorgesehen. Zusätzlich wird der innenliegende Erschließungsflur von einem Lichthof durchzogen, der bei Bedarf mittels Brandschürzen abgeschottet werden kann. So beschränk t sich der Kontakt nicht nur auf den unmittelbaren Nachbarn, sondern wird über die eigene Wohnebene erweitert, was der zufälligen Begegnung eine größere Wahrscheinlichkeit gewährt und neuen Bewohnern Kontakte ermöglicht.
    Die Materialisierung des Hauses kombiniert robuste und beständige Oberflächen wie Sichtbeton in Fluren und Gemeinschaftsbereichen mit warmen und wohnlichen Holzakzenten in den Individualräumen. Nach außen zeichnen sich die Geschosse als Schichtung ab, wobei eine hochgedämmte Fassade in Wärmedämmverbundsystem mit messingfarben eloxierten Holzmetallfenstern alterniert. Die Ausbildung der Fassaden unterstreicht dabei den eigenständigen Wohncharakter und bietet eine langlebige und witterungsbeständige Oberfläche. Die kompakte Gebäudeform verspricht ein gutes Flächen-Volumen-Verhältnis, was Betriebskosten senkt und Ressourcen ebenso schont, wie der Einsatz von regionalen Materialen und Recyclingwerkstoffen im Bau. Übereinanderliegende Nutzungen, direkte Schachterschließung, einfache Installationen, direkte Lastabtragung und reguläre Spannweiten sowie der Verzicht auf Aushub ermöglichen eine wirtschaftliche Umsetzung des Bauvorhabens, das in seiner Dimension den förderungsfähigen Rahmen der Richtlinien einhält.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.