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  • ein 2. Preis

    Aidelsburger Kellner Grabow Klause Eberle Jühling Schäf

    Architekten
    Aidelsburger Kellner Architekten, München (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Robert Kellner , Erika Aidelsburger , Volker Grabow , Wolfgang Klause , Robert Eberle , Stefanie Jühling , Markus Schäf

    Mitarbeit
    Julia Kötzle, Miles Marlow Mruck

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: grabow klause architekten, München (DE)
    Landschaftsarchitekten: Jühling&Partner Landschaftsarchitekten bdla mbB, München (DE)
    Landschaftsarchitekten: Stautner+Schäf Landschaftsarchitekten und Stadtplaner Partnerschaft mbB, München (DE)
    Architekten: Robert Eberle Architekt, München (DE)

    Preisgeld
    70.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Durch geschickte Baukörperausformung und -gliederung löst der Verfasser die städtebauliche Aufgabe überzeugend. Die Gebäudekanten nehmen zum öffentlichen Raum hin die Fluchten sowohl von der Dachauer Straße als auch der Gabelsbergerstraße mit großer Selbstverständlichkeit auf.

    Auch die Höhenentwicklung der einzelnen Baukörper reagiert mit Ausnahme des Männerwohnheims differenziert auf die umgebende Bebauung und fügt sich daher sensibel ein. Richtigerweise liegt an der der "Nahtstelle" der beiden Baukörper an der Dachauer Straße und Gabelsbergerstraße der neue Eingang zum Referat für Gesundheit und Umwelt. Es entsteht ein angemessener Vorplatzbereich, der zum einen den vorhandenen Platzraum abrundet und zum anderen dem Eingang einen einladenden Charakter verleiht.

    Wie ein Gelenk verbindet die gläserne Eingangshalle die beiden Baukörper, schafft dadurch eine sehr gute Orientierung im Gebäudeinneren und ermöglicht einen direkten Bezug zum grünen Innenhof. Unmittelbar über die Eingangshalle ist der Konferenzbereich an der Gabelsbergerstr. auch für Abendveranstaltungen attraktiv erschlossen und kann durch die Ausnutzung des Geländeverlaufs eineinhalbgeschossig ausgebildet werden.

    Auch alle übrigen Bereiche sind von dort zentral über eine Treppen- und Aufzugsanlage erschlossen. Diese erscheint jedoch in Anbetracht des hohen Publikumsaufkommens insbesondere für den nördlichen Gebäudeteil nicht ausreichend. Die Einfahrt zur Anlieferung und Tiefgarage von der Gabelsbergerstraße ist richtig situiert. Ein Lastenaufzug vom Anlieferungsbereich fehlt.

    Der rückwärtige Gebäudeteil nutzt den Höhenversatz des Gebäudes im Erdgeschoss intelligent für ein "Hoch- und Tiefparterre." Gut belichtet über Gartenhöfe sind die Infektionsbereiche im "Tiefparterre" funktionsgerecht untergebracht. Dies schränkt zwar die öffentliche Nutzbarkeit des grünen Innenhofes ein, ermöglicht aber die angenehm moderate Gebäudehöhe. Die weitgehende Grundstücksunterbauung mit einer Tiefgarage ist sehr aufwändig.

    Die Kita ist sowohl richtig platziert, als auch innenräumlich gut organisiert. Die vorgeschlagene Planung weist allerdings eine deutlich über dem Durchschnitt liegende Geschossfläche aus.

    Die Baukörperlängen werden durch unterschiedliche Baukörpertiefen "aufgelockert.". Dadurch entstehen im Gebäudeinneren differenzierte Innenzonen.
    Insgesamt entsprechen die vorgeschlagenen Raumstrukturen den geforderten Nutzungen. Dies gilt auch für das Männerwohnheim.

    Allerdings sind Geschosshöhen von 3,10m bei einer lichten Raumhöhe von 2,75m konstruktiv schwer vorstellbar. Auch die vorgeschlagene Tageslichtlenkung überzeugt nicht in ihrer konstruktiven Fassadenausbildung.

    Die Arbeit bietet insgesamt eine Lösung mit hohen städtebaulichen und funktionalen Potentialen. Der im Grundriss überzeugend entwickelte, einladende Charakter spiegelt sich jedoch in der Fassadengestaltung in keiner Weise wider. Sie wirkt abweisend, bringt gestalterisch nicht die gute Baukörperdifferenzierung zum Ausdruck und wäre dringend überarbeitungsbedürftig.


    Durch die Gebäudeanordnung entsteht ein grüner Binnenraum mit einer klar geführten Durchwegung. Gut gelöst ist der Eingangsbereich an der Dachauer Straße und die Verbindung durch das Foyer nach innen. Teile des Innenhofs werden genutzt durch
    eingeschossige Gebäude mit Arbeitsplätzen, die sich zu Gartenhöfen hin gut orientieren. Wertvolle Bäume können mit entsprechenden Hilfsmaßnahmen weitgehend erhalten bleiben. Nahezu der gesamte Innenhof ist durch die Tiefgarage unterbaut, was für die Begrünung nicht optimale Voraussetzungen schafft.

    Im Themenfeld „Komfort und Gesundheit“ verfügt die Arbeit infolge des hohen Gesamtfensterflächenanteils, der Fassadenausbildung sowie der Tageslichtlenkung mittels Light-Shelfs über eine günstige Tageslichtversorgung. Auch das Raumklima bietet durch den mittleren Ost-West-Fensterflächenanteil, die fassadenintegrierten Lüftungselemente und das effiziente Sonnenschutzkonzept sehr gute Arbeitsplatzbedingungen. In Bezug auf die „Wirtschaftlichkeit“ zeichnet sich der Baukörper durch eine vorteilhafte Flächeneffizienz (NF/BGF-Verhältnis) aus. Die Lebenszykluskosten (Erstellung und Betrieb) liegen im Durchschnitt. Hinsichtlich „Ressourcen und Energie“ ist ein mittlerer Anteil des Gesamtgrundstücks versiegelt. Der Primärenergieinhalt der Baustoffe („graue Energie“) weist einerseits eine hohe Baumasse unter Gelände sowie kaum nachwachsende Rohstoffe auf, die jedoch durch den geringen Bruttorauminhalt und Hüllflächenanteil sowie die dauerhafte Fassadenausbildung teilweise kompensiert werden. Der absolute Endenergiebedarf befindet sich im Durchschnitt, wobei der spezifische Bedarf (d. h. pro m2NGF) beste Voraussetzungen für einen energieeffizienten Betrieb aufzeigt. Die Energiebedarfsdeckung kann durch ein
    großes PV-Potential aufwarten, die Solartechnik ist teilweise formal in die Dachflächen integriert. Insgesamt liegt das Energie- und Nachhaltigkeitskonzept des Beitrages gleichermaßen im Wettbewerbsmittel