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  • 3. Preis

    Konzept

    Landschaftsarchitekten
    BERNARD UND SATTLER Landschaftsarchitekten, Berlin (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Stefan Bernard

    Mitarbeit
    Felicitas Wiener, Fabian Lux, Agata Waszczuk

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: HENCHION REUTER ARCHITEKTEN, Berlin (DE), Dublin (IE)
    Tragwerksplaner: EiSat GmbH, Eisenloffel, Sattler + Partner, Berlin (DE)

    Preisgeld
    5.000 EUR

    Erläuterungstext
    Städtebauliches Konzept
    Im Zuge einer Aufwertung wurden am Ostufer die Lennepromenade und die Lenneterassen als urbanes Ufer bereits realisiert. Als grünes Pendant dazu soll nun der Lennepark entstehen. Um zwischen den Komplementären eine direkte Verbindung zu schaffen, liegt die neue Fußgängerbrücke am jeweiligen Ende der Lennepromenade und der Altstadt.

    Der neue Lennepark
    Der Lennepark präsentiert sich im ersten Abschnitt zwischen der neuen Fußgängerbrücke und der Unterführung zum Bahnhof als zurückhaltend gestalteter Park, der durch vier besondere Orte, den "Lenneperlen" gegliedert wird. Diese knüpfen an die Umgebung an und bieten abwechslungsreiche Räume für Aufenthalt sowie für Bewegung.

    Der 3,50m breite Parkweg, der Bestandteil der Lenneroute ist, verläuft parallel zum Bahngelände, an der westlichen Grundstücksgrenze. Dadurch erhält der ohnehin sehr schmale Park einen maximal großen, grünen Aufenthaltsbereich an der Lenne - den Lennewiesen. Analog zur Baumpflanzung an der bestehenden Promenade, wird der Parkweg von säulenförmigen Hainbuchen begleitet. Die dadurch entstehende Allee bildet somit das Rückgrad des Parks. Zwischen Weg und Einfriedung zur Bahn befindet sich ein 2,50 m breiter Grünstreifen mit vereinzelten Sitznischen und Parkbuchten für Radfahrer innerhalb einer niedrigen Strauchpflanzung.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Beurteilung Arbeit 1014
    Die Arbeit zeichnet sich durch eine angenehme Zurückhaltung sowohl in der Gestaltung des
    Lenneparks als auch in der Gestaltung der Brücke aus.
    Der Übergang vom Bahnhaltepunkt in den Lennepark wird seiner Funktion gerecht. Die
    Anbindung des Park&Ride Parkplatzes ist gut, für bewegungseingeschränkte Personen aber
    etwas weit.
    Durch die Konzentration auf eine Wegeverbindung entlang der Bahnlinie verbleibt viel Platz
    für den Naturraum Lennepark und die Lennewiesen. Vier besondere Orte, vom Verfasser
    Lenneperlen genannt, gliedern diesen Park. Mit dem Lennebalkon am Zugang zur
    Bahnstation und Burgterrassen am Brückenkopf gelingt der Auftakt im Lennepark sehr gut.
    Die Fritzstufen und der Altena Beach sind grundsätzlich gut positioniert und nehmen ebenso
    die angrenzende Strukturen auf. Sie bieten unterschiedliche Aufenthaltsqualitäten, wobei bei
    der Badestelle (vom Verfasser „Altena Beach“ genannt) wegen der hohen Böschung kritisch
    diskutiert (Blickbeziehungen) und der Anglizismus „Beach“ für eine Kanuanlegestelle als
    überzogen angesehen wird.
    Die Planverfasser wählen für die Lage der Brücke einen Standort außerhalb des
    ausgewiesenen Wettbewerbsgebietes. Das ist nicht nur eine Reminiszenz an den
    historischen Standort der ehemaligen Brücke, sondern darüber hinaus städtebaulich positiv
    zu bewerten: Die Entwurfsverfasser erreichen so die direkte Verknüpfung der
    innerstädtischen Lennestraße sowie der städtischen Lennepromenade mit dem
    landschaftlich gestalteten Lennepark. Der Lennepark erhält so einen maximalen grünen
    Aufenthaltsbereich und die neue Brücke kann sich von der Fritz-Berger-Brücke
    emanzipieren.
    Außerdem ist die vorhandene topographische Situation an dieser Stelle des Ostufers sehr
    günstig. Durch die Höhe des Standorts sind keine Rampen notwendig und die
    Aufschwimmhöhe im Hochwasserfall ist verhältnismäßig gering.
    Die Schwimmkörper der Brücke zwischen den Pfeilern sind konstruktionsbedingt sehr groß
    dimensioniert und das Preisgericht diskutiert, ob dies von den Uferseiten störend wirkt.
    Außerdem kann nicht nachvollzogen werden, ob die Dimension ausreichend ist und ob es
    technische Probleme im Hochwasserfall geben wird. Statisch muss die Brücke so ausgeführt
    werden, dass sie im Hochwasserfall mit nur zwei Auflagepunkten auskommt.
    Wasserrechtlich muss noch geprüft werden, ob die Abmessungen der Flusspfeiler einen
    erheblichen Eingriff in die Hydraulik bedeuten. Grundsätzlich erscheint die Konstruktion aber
    realisierbar.
    Die Arbeit erscheint wirtschaftlich und realisierbar und stellt einen gelungen Beitrag zur
    Wettbewerbsaufgabe dar.