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  • CH Birsfelden
  • 11/2005
  • Ergebnis
  • (ID 2-4055)

Sanierung und Erweiterung des Altersheims


  • 3. Preis

    Lageplan

    Landschaftsarchitekten
    Mettler Landschaftsarchitektur, Gossau (CH), Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Heinle, Wischer und Partner Freie Architekten, Berlin (DE), Stuttgart (DE), Köln (DE), Dresden (DE), Wrocław (PL), Erlangen (DE), Berlin (DE)

    Erläuterungstext


    G e s a m t k o n z e p t

    Der Neubau Hard-West besteht aus 2 quadratischen, miteinander verschränkten, kompakten Baukörpern mit 4 bzw. 5 Geschossen. In der Grundrissfigur löst sich die Kompaktheit in einen westlichen und östlichen Flügel mit den Pflegezimmern und einer Mittelzone aus abwechslungsreichen Zonierungen auf. Das Quadrat steht für die Abgeschlossenheit der Pflegegruppe, die Auflösung für die Durchdringung von Licht, Grün und Landschaft.

    Das Erscheinungsbild von Hard- Ost verändert sich durch die Sanierung im Wesentlichen nicht. Lediglich der 2- geschossige Gebäudeteil mit Speisesaal und Mehrzweckraum wird durch den neuen Verbindungsbau ersetzt. Zusammen mit diesem wird das EG zu einem öffentlichen Bereich mit Eingangshalle als Verteiler, Restaurant und infrastrukturellen Nutzungen umgebaut, während im Neubau Hard - Ost die Pflegenutzung im EG beginnt.

    Die umgebende Bebauung wird geprägt durch Wohnblöcke und Wohnhoch-
    häuser aus den sechziger Jahren. Große ungestaltete Freiflächen. fehlende städtebauliche Bezüge, der allmähliche Übergang des Ortsrandes in Industrie-
    flächen, Grünflächen mit Schrebergärten bzw. Wald prägen das Gesamtbild.

    Das Gesamtkonzept für das zukünftige APH einschließlich des Gebäudebestandes Rebacker und dem Neubau Rüttihard sieht eine gegliederte Gesamtkomposition vor, die innerhalb der inhomogenen Umgebung Einheit wahrgenommen wird. Klare Baufluchten entlang des Strassenverlaufs schaffen ausreichend große, begrünte Abstandsflächen und im Innenbereich großzügige Grünflächen. Die Wegebeziehungen innerhalb der Anlage mit ihren Gebäudedurchblicken ergeben einen abgegrenzten, aber öffentlichen Hof.

    K o n z e p t i o n e l l e r A n s a t z H a r d - W e s t

    Konzeptionell wird dem milieutherapeutischen Ansatz grosse Bedeutung zugemessen. Davon ausgehend, dass ein entsprechend soziales,organisatorisch und baulich / physisches Milieu ausschlaggebende Bedeutung für die Lebensqualität dementer Menschen hat. Der Neubau Hard-Ost wurde daher von innen heraus entwickelt. Der grosse Bewegungs- und Entdeckungsdrang erfordert eine weitläufige und anregende Umgebung, die zugleich aber auch überschaubar und gefährdungsarm ist.

    Das Konzept lebt von der Überschreitung der Grenze von innen und aussen. Der Garten setzt sich im Innenraum als grüne Oase fort und wird zum Platz, um den sich alles dreht. Der Platz organisiert das Innenleben entlang zweier Wohnstrassen als Rundgang um die Innenhöfe. An diesem reihen sich die Zimmer auf. Jedes mit einer Eingangsnische mit Blickkontakt zum Zentrum der Gemeinschaft mit Küche und Essbereich, wo jede Pfegegruppe den Tagesablauf gemeinsam gestalten kann. Jedes Zimmer hat einen Glaserker, der die Fassade durchbricht, Licht von drei Seiten spendet, Aussichten gewährt und die einzelnen Wohneinheiten nach aussen erfahrbar macht.

    Putz, Glas, und Holz sind die Materialien und prägen verstärkt durch Licht und Grün den Gesamteindruck. Farben, die jedem Wohnabschnitt zu eigen sind helfen, sich zu orientieren.

    A u s s e n a n l a g e n / g e s c h ü t z t e r G a r t e n

    Das L-förmige Gebäudeensemble aus Neu- und Altbauten schirmt einen grosszügigen Grünbereich von den umgebenden Straßen ab. Entlang der Hardstraße wird die ca. 20m breite Grünzone und soweit möglich deren Baumbestand erhalten.

    Die unterschiedlichen Bereiche bieten Bewohnern und Besuchern abwechslungs- reiche Aufenthalts- und Bewegungsräume wie Park, Terrasse und Geschützter Garten. Sie werden ergänzt durch Innen- und Lichthöfe sowie Wintergärten im Übergangsbereich zwischen innen und aussen. Neben der räumlichen Differenzierung wechseln sich die öffentlichen mit privaten Bereichen ab. So gibt es den geschützten Garten für die Patienten der gesicherten Abteilungen (Zugang über Hard-Ost EG) und die privaten Grünflächen, die den Neubau Hard-Ost umgeben. Sowie die öffentlichen Parkflächen im Umfeld der Wohnungen bzw. die Terrassenflächen mit altem Baumbestand vor dem Restaurant.

    Die Verbindung zwischen einfacher, klarer Form und üppig blühenden Pflanzen, durch die im Verlauf des Jahres ein abwechslungsreiches Wechselspiel an Blütenfarben und -düften stattfindet, lässt einen angenehmen Ort der Erholung und Kommunikation entstehen.

    G e s c h ü t z t e r P a r c o u r s H a r d - W e s t

    Der Flur um die Innenhöfe wird als Rundweg ohne Sackgassen ausgebildet. Auf selbstverständliche Weise findet dieser im Gelenk des Gebäudes seine Fort- setzung über die Rampe und den Wintergarten, die bereits Teil des Geschützten Gartens sind, bis hinein in den Aussenbereich. Der geschützte Garten ist somit nicht nur bei gutem Wetter nutzbar, sondern wird durch seine Fortsetzung in das Gebäudeinnere Teil des Schlechtwetterparcours. Tageslicht fällt über den mehrgeschossigen Luftraum in den begrünten Innnenbereich. Attraktive Aus- und Durchblicke in diese Bereiche laden die Bewohner ein, die Freiräume mit den unterschiedlichen Qualitäten je nach Jahreszeit zu nutzen.

    Das Grundelement des Parcours ist der Rundgang innerhalb der Wohngruppe um den Innenhof, der bei jedem Wetter in den Parcour miteinbezogen werden kann. Dieses lässt sich durch Einbeziehung der zweiten Pflegegruppe pro Geschoss zu einem achtförmigen Parcour bzw. durch Einbeziehung der Rampe in einen 2-geschossigen Parcour erweitern, der seine Fortsetzung im Geschützten Garten findet.

    Der Geschützte Garten wird durch ein Band aus Blumen, Hecken und heimischen Hölzern, in welches nicht wahrnehmbar ein Zaun integriert wird, von den öffentlichen Grünflächen abgegrenzt.

    Die Benutzung des Parcours ist für demente Personen ohne stete Hilfe des Pflegepersonals möglich.

    E r s c h l i e s s u n g / L o g i s t i k

    Der Zugang zum APH erfolgt für alle Bewohner und Besucher über den neuen Haupteingang im Verbindungsbau, im Bereich der Gebäudefuge zwischen Hard-Ost und -West. Dieser kann bei schlechtem Wetter über eine gedeckte Vorfahrt erreicht werden und bietet direkten Zugang zu den Pflegeabteilungen von Hard-Ost und -West. Das Personal kann zusätzlich den Zugang über die Einstellhalle in U-2 verwenden. Der externe Zugang zum Restaurant erfolgt über die Terrassen, ebenfalls im Bereich der Gebäudefuge bzw. intern über den Verbindungsbau. Weitere Zugänge vom öffentlichen Garten im Norden bzw. den Pflegewohnungen Rebacker und Rüttihard sind jederzeit möglich.

    Die Zufahrt zur Anlieferung (U-1) und der Einstellhalle APH (U-2) erfolgt über eine Rampe an der südöstlichen Ecke des Grundstücks. Die Zufahrt zur Einstellhalle Neubau Rüttihard über die Rüttihardstrasse.

    Die Ver- und Entsorgung erfolgt über den Anlieferungshof in U-1 mit kurzen Wegen zur zentralen Küche und dem Hausdienst. Warentransport innerhalb des Komplexes erfolgt über unterirdische, waagrechte, kreuzungsfreie Verbindung aller Gebäudeteile in Ebene U-1 hin zu den jeweiligen vertikalen Erschliessungs- kernen.

    N a c h h a l t i g k e i t / E n e r g i e k o n z e p t

    Die Nachhaltigkeit eines Gebäudes in puncto Energie, Unterhalt und Lebensdauer erfordert ein in allen Teilen konsequentes Gesamtsystem, das einen rationellen Energieeinsatz und die breite Nutzung erneuerbarer Energien ermöglicht. Das Gebäude wird als integrales System aus Gebäudehülle und angewandter Haustechnik gesehen. Der einfache, kompakte Baukörper des Neubaus, Wand - und Deckenkonstruktionen mit einem U-Wert < 0,20 W/m²K sowie die Luftdichtigkeit der Gebäudehülle stellen die Grundlage hierfür dar.

    Die Energie- und Technikzentralen werden in Hard-Ost U-1 neu erstellt und Sichern die Versorgung des Gebäudekomplexes über Unterzentralen in allen anderen Gebäudeteilen.

    Folgendes Energiekonzept ist vorgesehen
    - Anschluss an das Fernwärmenetz ermöglicht die Nutzung von Abwärme
    - Aussenluftansaugung über einen Erdkanal unterstützt durch Vorwärmung /
    Kühlung der Umgebungsluft die konventionelle Heizung/ Lüftung des Hauses
    - In den Sommermonaten speichern die Decken in Zimmern und Fluren
    nächtliche Kühle. Das Atrium sorgt unterstützend für eine natürliche Thermik
    - Lüftung mit Wärmerückgewinnung über Wärmetauscher
    - Unterstützung der Warmwasserbereitung durch Sonnenkollektoren
    - Steuerung der Haustechnik über \"Bus-System\"

    E t a p p e n d e r R e a l i s i e r u n g

    Das Konzept basiert auf der Idee des Neu- und Weiterbaus, wobei zunächst neue Gebäude sowie infrastrukturelle und technische Einrichtungen erstellt werden. Diese Ausweichflächen ermöglichen die Verlagerung bestehender Nutzungen. Nach dem Freiräumen werden bestehende Gebäude an veränderte Nutzungsanforderungen räumlich angepasst und technisch saniert. In jeder der vier dargestellten Ausbau- und Sanierungsphasen ist der Betrieb des APH sichergestellt. Die Anbindung Rebacker / Rüttihard 4 im EG bzw. UG ist vorhanden.

    I Errichtung Neubau Hard - Ost
    einschl. Verbindungsbau mit neuem Eingang
    notwendige infrastrukturelle und technische Einrichtungen

    II Umzug APH Hard - West in Hard-Ost
    Sanierung APH Hard - West
    Ergänzung infrastrukturelle und technische Einrichtungen

    III Umzug Rebacker in Hard-West
    Sanierung / Umnutzung Rebacker zu Altenwohnung
    Abbruch / Neubau Altenwohnungen Rüttihard

    IV Endzustand

    A b s c h n i t t I

    N e u b a u H a r d - O s t

    Erstellung eines 4 - geschossigen Neubaus mit Dachgeschoss und 2 - geschossigem Verbindungsbau (EG / UG), der sich entlang der Nordseite unter das bestehende Gebäudevolumen von Hard-Ost schiebt. Ab sofort dient er im EG als zentraler Haupteingang mit gemeinsamem Zugang zu den Pflegeabteilungen von Hard - Ost und nach erfolgter Sanierung ebenso für Hard- West; weiterhin als großzügiger Zugang zu der, im UG unter dem Geschützten Garten gelegenen Aula und allen öffentlichen Nutzungen.

    Im UG - 1 wird neben einer neuen Technik- und Energiezentrale mit Anschluss an die Fern-Heizung eine komplett neue Anlieferung und Infrastruktur aufgebaut. Als abschließende Maßnahme des 1.Abschnitts wird im UG des Verbindungsbaus bzw. innerhalb des Gebäudevolumens von Hard-West die neue Zentrale Küche erstellt. Hiervon sind der bestehende Mehrzwecksaal / UG sowie in geringerem Maß der Speisesaal / EG betroffen, deren Funktion während dieses Zeitraums z.B. durch Nutzung der Restaurantflächen bzw. der Hallen auf den Pflegestationen kompensiert werden kann. Die bestehende Küche bleibt bis zur Fertigstellung des 1.Abschnitts in Betrieb, Provisorien werden nicht benötigt.

    Im UG - 2 entsteht eine Einstellhalle mit ca. 80 PW- Stellplätzen.

    nach Fertigstellung Umzug Pflegeabteilungen von Hard - West nach Hard – Ost

    A b s c h n i t t II

    S a n i e r u n g H a r d - W e s t

    Ergänzung öffentlicher Nutzungen im EG / UG mit Orientierung und Nähe zum neuen Haupteingang. Im bestehenden Gebäudevolumen Hard - Ost werden im EG das Restaurant, der Spitex-Stützpunkt sowie die Verwaltung, im UG die Physiotherapie angeordnet.
    Von den Sanierungsmaßnahmen sind die Flächen des Restaurants sowie der Verwaltung im EG betroffen. Deren Funktion kann während des 2. Abschnittes z.B. durch Nutzung der Aula bzw. Büroräumen im Dachgeschoss Hard -West kompensiert werden. Die neue Zentrale Küche ist bereits in Betrieb. Provisorien werden nicht benötigt.

    Nach Umzug der Pflegeabteilungen in den Neubau Hard - Ost erfolgt in den Ebenen OG 1-3 im Zuge der Sanierung eine Reduzierung auf 66 zeitgemäße Pflegeplätze mit zentralen Aufenthalts- und Essbereichen sowie allen notwendigen Nebenräumen.

    Die in Hard - Ost neu erstellte Technik- und Energiezentrale gewährleistet den reibungslosen Betrieb des Komplexes während der Sanierung der bestehenden Technikzentralen im UG -1.

    nach Fertigstellung Umzug Pflegeabteilungen aus Rebacker nach Hard - Ost

    A b s c h n i t t III

    S a n i e r u n g R e b a c k e r + N e u b a u R ü t t i h a r d

    Nach Umzug der Pflegeabteilungen in den sanierten bzw. neu erstellten Gebäudekomplex Hard-Ost bzw.-West erfolgt eine Umnutzung der Pflegezimmer und Nebenräume im Gebäude Rebacker in 2- Zimmer Pflegewohnungen (EG / OG 1-7).

    Errichtung eines 5-geschossigen Neubaus entlang der Rüttihardstrasse mit 2 1/2- und 3 1/3 - Zimmer Altenwohnungen und einer Einstellhalle mit 20 PW-Stellplätzen in U -1.

    Nutzung der gemeinsamen Infrastruktur von Hard - West und Hard - Ost.

    nach Sanierung Rebacker Abbruch Rüttihard 4

    A b s c h n i t t IV

    E n d z u s t a n d

    In mehreren Sanierungsschritten entsteht eine gegliederte Gesamtkomposition, die eine räumliche Einheit mit großzügigen Grünflächen bildet. Nach Abschluss aller Sanierungsphasen ist folgende funktionale Gliederung vorgesehen:

    I Neubau Hard - Ost
    Verbindungsbau (UG/EG) mit neuem Haupteingang, Aula, Dienstleistungen
    8 Pflegeabteilungen / 104 Pflegebetten (EG - OG 3)
    Aktivierung und Personalräume im Dachgeschoß
    Anlieferung sowie Zentrale Küche und Hausdienste in U - 1
    Technik - und Energiezentralen in U - 1
    Einstellhalle in U - 2
    II APH Hard - West
    Restaurant, Verwaltung und Spitex-Stützpunkt im EG
    6 Pflegeabteilungen / 66 Pflegebetten (OG 1-3)
    Aktivierung und Personalräume im Dachgeschoß
    Physiotherapie in U -1
    ergänzende technische Einrichtungen in U -1
    III Rebacker
    24 Stück 2 - 1/2 Zimmer- Altenwohnungen
    (EG - OG 7)
    IV Neubau Rüttihard
    20 Stück 2 - 1/2 Zimmer- Altenwohnungen
    (EG - OG 4)
    10 Stück 3 - 1/2 Zimmer- Altenwohnungen
    (EG - OG 4)

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.