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  • DE-89522 Heidenheim an der Brenz
  • 07/2013
  • Ergebnis
  • (ID 2-129440)

Städtische Bibliothek


  • Anerkennung

    Blick von Vorplatz

    Architekten
    asp Architekten GmbH, Stuttgart (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Architekturbüro Sanwald, Steinheim am Albuch (DE)
    Stadtplaner: asp UM urban matters | Stadtentwicklung, Architektur und Wohnen, Stuttgart (DE)
    Innenarchitekten: Ps.Planungsstudio für Innenarchitektur . Szenografie . Ausstellungsgestaltung, Biberach an der Riß (DE)
    Visualisierer: SPEEDISM, Stuttgart (DE)
    Energieplaner, Tragwerksplaner, Fassadenplaner: DS-Plan Ingenieurgesellschaft für ganzheitliche Bauberatung und Generalfachplanung GmbH, Köln (DE), München (DE), Stuttgart (DE), Hamburg (DE)
    Modellbauer: Architekturmodellbau Michael Lo Chiatto, Stuttgart (DE)

    Erläuterungstext
    Aktivierung des öffentlichen Raums
    Die Bibliothek und ihr südlich vorgelagerter Platz sollen das aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängte Areal der Jutizvollzugsanstalt in einen aktiven urbanen Raum transformieren und die Nutzung und Wahrnehmung dieses zentralen Bereichs der Stadt dramatisch verändern.

    Raumachsen
    Eine Nord-Süd Achse, die von der Pauluskirche nordwärts zum Amtsgericht, zum Busbahnhof und zur Georges-Levillain-Anlage verläuft, soll durch das zentrale Atrium der Bibliothek aufgenommen und in ihrer Bedeutung gestärkt werden.
    Eine zweite Bewegung, die in Ost-West Richtung entlang der Christianstraße von der Brenz zur Innenstadt verläuft, verbindet das Ploucquet-Areal mit der Bibliothek und der Innenstadt. Die Aufwertung dieser beiden räumlichen Systeme stärkt Heidenheims Kerngebiet als Radfahrer- und Fußgänger-freundliches Zentrum.
    Verankerung im Stadtraum
    Die erste formale Geste ist die Positionierung der neuen Bibliothek im nördlichen Teil des Grundstücks als deutliche Fassung des Straßenraums der Brenzstraße. Die südliche Hälfte des Grundstücks wird zu einer öffentlichen Plaza mit Bezug zur Innenstadt. Der neue Bibliotheksplatz mit seiner vielfältigen Bespielung aktiviert den Stadtraum und stärkt die Verbindung der beiden Fußgängerachsen.

    Das Atrium
    Die zweite Geste ist die Teilung des Gebäudes durch ein Atrium, das der Nord-Süd-Fußgängerachse eine räumliche Gestalt gibt. Die Besucher können aus beiden Richtungen kommend die Bibliothek betreten. Das Haus präsentiert sich offen und einladend, ohne Schwellenangst zu erzeugen.
    Brückenartige Plattformen in Ost-Westrichtung verbinden die Flügel der Obergeschosse miteinander, ein großes Oberlichtband bringt natürliches Tageslicht in die zentralen Bereiche.

    Orientierung
    Die dritte formale Geste ist die Orientierung der wichtigsten öffentlichen Funktionen zum Bibliotheksplatz im Süden.

    Neben dem Haupteingang und dem Veranstaltungssaal im Erdgeschoss sind die Teile der Erwachsenen- und Jugendbibliothek im 1. OG und der Kinderbereich im 2.OG zum Platz präsent.
    Die Räume für Schulung, Seminar und Videobearbeitung sind im Erdgeschoss zur Helmut-Bornefeld-Straße orientiert und können durch Einbeziehung von Außenbereichen den Straßenraum beleben. Ein einheitlicher Bodenbelag wird um das Gebäude herumgeführt und definiert eine Aurazone, die flexibel bespielt werden kann.

    Das Regal als Konstruktion, Filter und Objekt im Stadtraum
    Die Städtische Bibliothek kann als eine Anordnung von öffentlichen Raumzonen
    und Funktionen betrachtet werden, die den Stadtraum animieren. Diese öffentlichen Funktionen sind über alle Geschosse definiert durch regalartige Wandelemente, die einerseits die Tragstruktur und die Haustechnik aufnehmen können, andererseits wie ein Filter zwischen Raumzonen wirken.

    Diese definieren sowohl die westliche und östliche Fassade als auch die „inneren Fassaden“ zum Atrium hin. Die Linien der Fassadenregale werden im Erdgeschoss auf die Plaza und bis zur Christianstraße verlängert und Sitzobjekten im Platzraum transformiert und Kommunikationsmodule für die Bespielung des Platzraums ausbilden. Eine kleine Open Air Bühne, Sitzpodeste, Vitrinen- und Medienwände transportieren die kulturellen Aktivitäten in den Stadtraum.

    Nachhaltigkeit
    Auf städtebaulicher Ebene wird durch die Verknüpfung der Fußgängerachsen
    und die Aktivierung des öffentlichen Raumes eine nachhaltige Entwicklung angestoßen. Der kompakte und klar im Stadtkörper verankerte Bibliotheksbau stärkt das Quartier und erlaubt eine weitere zukünftige Entwicklung an der Ost- und Südseite.

    Das zentrale Atrium bringt natürliches Licht bis in die unteren Geschosse und versorgt die Lesebereiche mit Tageslicht. In den Sommermonaten kann es über Öffnungen im Glasdach für eine natürliche Zirkulation der Luft und damit eine natürliche Gebäudekühlung sorgen.

    Die Glasflächen im zentralen Dachbereich können mit integrierten PV- Modulen verschattet werden.

    Funktionen
    Im Erdgeschoss entlang des Atriums sind alle Funktionen angeordnet, welche direkt und unabhängig voneinander genutzt werden sollen: Der Veranstaltungssaal, das Kreismedienzentrum (KMZ), die Schulungsräume, die Medienwerkstatt sowie die Zugänge zur Bibliothek und Verwaltung. Das Atrium selbst kann überdies als Event- und Ausstellungsraum genutzt werden.
    Der Veranstaltungssaal erstreckt sich über zwei Geschosse vom Eingangsbe-
    reich im EG über das zur Bühne hin absteigende Gestühl bis ins UG, wo sich direkt angrenzend die Künstlergarderoben befinden.
    An der Brenzstraße im Norden befinden sich die Anlieferung mit einer Parkbucht und direktem Zugang zum Lastenaufzug und zum KMZ. Kurzparker können hier die 24h-Buchrückgabe direkt erreichen.

    Vom Erdgeschoss in Ebene 1 führt die zentrale Freitreppe direkt auf den Marktplatz. Einzelne „Marktstände“ für Frontalpräsentationen, Flohmärkte, etc.

    sowie Sitzgelegenheiten sind bereits im Erdgeschoss und auf der Treppe positioniert und laden den Besucher zum Verweilen ein.

    Zentral in Ebene 1 ist die Infothek angeordnet. Die große Plattform zwischen den Gebäudeflügeln bildet den zentralen Verteiler, als offene Zone mit Blickbeziehung zum Atrium. Hier beginnt der zweigeschossige Bibliotheksbereich. Im Ostflügel sind das Café mit Zeitschriftenlesebereich und die Graphothek gelegen. Im Westflügel befinden sich das Medienzentrum, die Jugendbibliothek und ein Teil der Erwachsenenbibliothek.

    In der zweiten Ebene liegt im Süden die Kinderbibliothek mit Blickbeziehungen sowohl zur Plaza als auch zum Atrium und Café angeordnet. Im Ostflügel befindet sich der zweite Teil der Erwachsenenbibliothek. Im Westflügel zur Blockinnenseite ist der Verwaltungstrakt gelegen.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.