loading
  • DE Schleswig
  • 04/2006
  • Ergebnis
  • (ID 2-4080)

Städtebaulicher Realisierungswettbewerb "Auf der Freiheit"


  • 1. Ankauf

    Lageplan

    Architekten
    studioinges, Berlin (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Francesca Saetti Stefan Schwirtz Thomas Bochmann

    Erläuterungstext
    Städtebauliches Konzept

    Zentrum des neuen Wohnquartiers ist der „Platz auf der Freiheit“, der seine Entsprechung im Holmer Friedhof und dem Platz vor dem Kasernentor findet. Durch die Aufreihung dieser Plätze entlang der Norderholmstraße und durch ihre Verwandtschaft, die sich in der gemeinsamen, charakteristischen Ausprägung der baumbestanden Ränder zeigt, stellt diese Platzfolge eine sinnfällige Verknüpfung dieser Plätze und damit auch eine Verbindung mit der bestehenden Stadtstruktur her.
    Als grünes Zentrum des neuen Quartiers ist der „Platz auf der Freiheit“ zugleich Mittelpunkt eines breiten Boulevards, der das Rückgrat des Viertels bildet. Die Haupterschließung erfolgt vom Westtor kommend über mehrere Nord-Süd-Verbindungen, welche den Verlauf der ursprünglichen Kasernenstraßen aufnehmen. Über diese Verbindungen gelangt man direkt zum Boulevard, von wo aus jedes Baufeld direkt zu erreichen ist.
    Die einzelnen Baufelder sind in ihren Abmaßen identisch (50 m X 70 m). In ihrer Ausprägung wird jedoch zwischen nördlichen und südlichen Baufeldern differenziert.

    Die nördlichen Baufelder sind bestimmt durch eine Bebauung mit unterschiedlichen Haustypen mit eigenem Garten. Die Spanne der möglichen Haustypen reicht vom Townhouse bis hin zu Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäusern. Der Anteil von Geschosswohnungen ist hier nur gering.
    Dieses Verhältnis kehrt sich in den südlichen Baufeldern um. Hier dominieren Geschosswohnungen und Townhouses. Diese differenzierte Ausprägung der Baufelder und die konsequente Ost-West-Ausrichtung der Wohngebäude ermöglichen den direkten Bezug zum Wasser für eine maximale Anzahl von Wohnungen.
    Einheitliche Achsmaße („Basis“ - 7 m , „Plus“ - 9,5 m) für alle Gebäudetypen erlauben eine Austauschbarkeit der Typen und ermöglichen so eine Entwicklungsoffenheit und Anpassbarkeit im vorgegebenen Rahmen der Baufeldgliederung.

    Die Kompaktheit der Baufelder erlaubt einen großzügigen öffentlichen Park am südlichen Ufer. Der vollständige Erhalt der Großbäume in Verbindung mit der Lage am Wasser verleiht dem Park einen eigenen, naturnahen Charakter. In gleicher Weise wird so im Norden ein Grünstreifen als Abgrenzung zur stark frequentierten Erschließungsstraße geschaffen.
    Die Gebäude sind in den nördlichen Baufeldern überwiegend zweigeschossig. Nur zum Boulevard wird eine dreigeschossige Bebauung vorgeschlagen.
    Die südlichen Baufelder sind durch eine dreigeschossige Bebauung geprägt. Akzentuierungen in der Höhe finden sich durch viergeschossige Baukörper am „Platz auf der Freiheit“ und an der südlichen Kante als Silhouette zum Wasser. Ein sechsgeschossiges Appartementhaus kennzeichnet den städtischen Platz am Hafen.

    Das Parkkonzept ist dezentral und bietet integrierte Garagen in den Häusern (Townhouses und Familienhäuser) sowie eine straßenbegleitende Parkierung entlang der Baufeldgrenzen für die Geschosswohnungen.


    Freiraumkonzept

    Das Freiraumkonzept beruht auf einer klassisch klaren Trennung von außen / öffentlich und innen / privat. Verbunden durch den Boulevard bilden die Quartiersplätze und der Park am Südufer ein Netz öffentlicher Räume von ganz unterschiedlicher Qualität. Vom Platz am Hafen mit seinem urbanen Flair bis hin zum Naturerlebnis im großzügigen Park am Südufer, der Raum für Erholung, Sport und andere Freizeitaktivitäten bietet.
    Dem gegenüber bieten die privaten Gärten die größte Intimität. Im Rücken dieser Gärten, innerhalb der Baufelder, eingebunden in ein Netz untergeordneter Wege befinden sich wohnungsnahe, halböffentliche Plätze, die als Spielplätze oder Plätze zum Verweilen angelegt sind und ein zusätzliches Angebot im näheren Wohnumfeld darstellen.



    Architektonisches Konzept

    Der Vielzahl unterschiedlicher Wohnungstypologien, die vom Einfamilien-, Doppel- und Reihenhaus über Townhouses bis zu verschiedenen Geschosswohnungstypen (Maisonette, Penthouse, Appartement) reicht , basiert auf identischen Achsmaßen. Der „Basis“-Variante eines jeden Typs liegt ein Achsmaß von 7 m zu Grunde, während der Typ „Plus“ eine Breite von 9,5 m aufweist. Auch die Sondertypen („Spezial“) beruhen mit Ausnahme des Appartements am Hafen auf diesem System. So eröffnet sich die Möglichkeit auf der gleichen städtebaulichen Grundlage Gebäudetypen gegeneinander auszutauschen. So können zum Beispiel Townhouses beliebig mit Einzel-, Doppel- oder Reihenhäuser kombiniert werden, Geschosswohnungsbauten können ergänzt werden ohne dass die skulpturale Einheit des Baukörpers dabei zerfällt. Ein Geschosswohnungsbau könnte auch vollständig durch 3 Townhouses ersetzt werden. Diese Flexibilität der Wohnungstypen ermöglicht es das Verhältnis von Geschosswohnen zu Einfamilienhäusern in einer großen Bandbreite variabel zu halten und so auf unterschiedliche Nachfragesituationen reagieren zu können. Der vorliegende Entwurf schlägt ein Verhältnis von 40% Einfamilienhäusern (inkl. Townhouses) und 60% Geschosswohnen vor.

    Geschosswohnungen werden in Größen von 50 m² - 100 m² („Basis“: 65 m² - 80 m², „Plus“: 85 m² - 100 m², „Spezial“: 50 m² - 60 m²) und als Maisonette-Wohnungen von 90 m² - 190 m² („Basis“: 130 m² - 140 m², „Plus“: 160 m² - 190 m², „Spezial“: 90 m² - 115 m²) angeboten. Einfamilienhäuser haben in der „Basis“-Variante 105 m² - 120 m² und in der „Plus“-Variante 130 m² - 150 m². Die Townhouses ergänzen dieses Angebot nach oben mit Größen von 155 m² - 175 m² in der „Basis“-Variante und 180 m² - 210 m² in der „Plus“-Variante. Abgerundet wird dieses Angebot Penthousewohnungen (120 m² - 145 m²), Loftwohnungen (110 m² - 150 m²) und den Appartements am Hafen (63,5 m²).

    Alle Wohnungen verfügen über natürlich belichtete Bäder und Küchen und einen Freiraum, der als Garten, Terrasse, Balkon, Loggia oder Wintergarten ausgebildet ist.
    Eine zwei Meter tiefe Raumschicht auf Ost- und Westseite nimmt Loggien, Balkone oder eine Erweiterung des Wohnraumes auf. Durch ihre unterschiedliche Ausformung erscheint zum einen jeder Baukörper als eigene Skulptur, zum anderen kann somit jeder Grundriss individuell ausgebildet werden, was zu einer belebten Baukörpergliederung und einer großen Variantenbreite an Grundrissen führt.

    Die Fassaden in Backstein und Holz adaptieren die typischen Baumaterialien der Gegend. Die changierenden Farbtöne des Backsteins verstärken die lebendige Erscheinung der Baukörper zusätzlich.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.