loading
  • DE-12459 Berlin
  • 06/2013
  • Ergebnis
  • (ID 2-147281)

Bürgerwiese Schöneweide


  • Teilnahme

    Spiel- und Liegewiese, Kleinkinderspielplatz, Wegeflächen mit Sitzgelegenheiten, Liegewiese und zwei Wildblumenwiesen

    Landschaftsarchitekten
    gruppe F Landschaftsarchitekten, Berlin (DE) Büroprofil

    Erläuterungstext
    Schöne Weide!

    Auf ehemaligen Industrieflächen entsteht die Schöne Weide, ein grüner Rückzugsraum, Spielort und Naturerfahrungsraum für alle Menschen in Oberschöneweide.

    Empfangen werden die Besucher auf einem großzügig gestalteten Platz an der Slabystraße, der durch linear ausgerichtete Bänke und eine Bänderung des Platzbelages in die Schöne Weide einlädt. Der Platz bietet Einblick in den ganzen Park. Er dient als Treffpunkt und ist mit Fahrradständern, zwei Tischtennisplatten und mit Infotafeln, die über die Geschichte des Ortes informieren, ausgestattet. Die Schöne Weide gliedert sich in drei Bereiche, die nördlich und südlich von Platzflächen gefasst werden.

    Parallel zur Wohnbebauung entsteht eine 13m breite Blumenwiese, die locker mit Obstbäumen (Kirsche, Apfel) überstanden ist. Diese Wildblumenwiese ist gleichzeitig Optionsraum, der später durch die Bürger genutzt und bewirtschaftet werden kann, z.B. durch die Anlage von Hochbeeten, die, frei auf der Wiese verteilt, gärtnerisch genutzt werden können.
    Vor den Gewerbeflächen entsteht ebenfalls eine 14 bis 19m breite Wildblumenweise, die durch Zierobstbäume (Kirsche, Apfel) gegliedert wird. Freiwachsende Blühsträucher wie Flieder (Syringa vulgaris), Forsythia, Haselnuß (Corylus avelana) und Budleja schaffen einen Sichtschutz zu den Gewerbebetrieben und locken Schmetterlinge an. In die Wiese werden Metallpfosten integriert, zwischen die Sonnensegel gespannt werden können. Auch diese Fläche könnte perspektivisch in die Verantwortung eines Betreibers übergehen, der dann die Flächen z. B. für Kindergeburtstage oder Wiesenfeste zur Verfügung stellt.
    Die Blumenwiesenflächen können optional durch einen Betreiber bewirtschaftet und räumlich abgetrennt werden. Möglich ist auch, private Nutzungen frei zu integrieren. Die Schöne Weide könnte nachts verschlossen werden, wobei der Betreiber die Verantwortung für das Öffnen und Schließen übernehmen müsste.

    Der mittlere Bereich der Schönen Weide gliedert sich wiederum in drei Teilräume, die durch Wegeflächen (Ortbeton) miteinander verbunden sind und vielfältige Bewegungsmöglichkeiten eröffnen (fangen, rollen, Laufrad/Fahrrad fahren, springen, rennen…).
    Das Zentrum der Schönen Weide bildet der Kleinkinderspielplatz. Die speziell für den Ort entwickelten Spielelemente greifen die industrielle Geschichte des Ortes auf und erinnern an Industriegebäude und den Schornstein.
    Für die ganz Kleinen bietet die „Kleine Fabrik“ mit ihren schrägen Holzwänden, die an Industriedächer erinnern, sowie die Abbildung eines Schornsteins, vielfältige Krabbel-, Kletter, Balancier- und Bewegungsmöglichkeiten. Ein halb umgefallener und zerbrochener Schornstein ist das Motiv des zweiten Spielobjektes: die „Große Fabrik“. Durch die Schornsteinröhre kriechen, hinauf und darüber klettern, sich über den Trichtertelefon verständigen, verstecken, den stehenden Schornstein erklettern und durch ein schräg stehendes Schornsteinelement (Röhre) hinunterrutschen.
    Die Spielobjekte werden ergänzt durch Rohrwippen, Schaukel, Hängematte und Kletter- und Balancierobjekte. Die Spielobjekte stehen in einer Sandfläche. Verbunden über ein langes Holzdeck, das als Spiel-, Sitz und Lagerobjekt genutzt werden kann, wird der Sandspielbereich mit einem Holzhäckselbereich verknüpft, auf dem die Netztunnelschaukel und die große Hängematte stehen.
    Hundesicher eingefasst wird der Kleinkinderspielbereich von einem 80 cm hohen Holzlattenzaun.
    In die Holzlatten werden Motive von Schmetterlingen und Libellen eingearbeitet.
    Silhouetten von Schmetterlingen aus Corten-Stahl lockern auch die Klinkerfassade der Autowerkstatt auf.

    Umgeben wird der Kleinkinderspielort von einer durch Bänder gegliederten Platzfläche. Die Richtung der Umgebung aufnehmend wird die Ortbetonfläche durch Intarsien strukturiert, in die Materialien der ehemaligen Nutzung wie Pflaster, Metallplatten, Schienen etc. integriert werden. Sie erinnern an den ehemaligen Charakter des Ortes. Gegliedert werden die Relikt-Intarsien durch Bänke und Beete, die mit Gräsern (Carex) und Lavendel bepflanzt werden. Der ehemalige Standort des Schornsteins wird durch eine geklinkerte runde Platzfläche mit Rasenfugen markiert.
    Die Platzflächen in Verbindung mit den vielfältigen Wegen bieten Spiel- und Bewegungsraum für alle Generationen.

    An den Spielort schließen sich zwei durch Corten-Stahl eingefasste Rasenflächen an. Sie bieten Platz zum Spielen und Lagern. In die nördliche Rasenfläche (Spiel- und Liegewiese) ist eine große Kletterskulptur integriert, deren Formen auch durch das Motiv des Schornsteins bestimmt sind. Es ist ein Chill- und Kletterort für Alle.
    Die südliche Rasenfläche (Liegewiese) liegt leicht erhöht (ca. 20 cm). Zwei Liegen laden zum Ausruhen und Entspannen ein. Eschen (Fraxinus Augustifolia Raywood) strukturieren den Raum und bieten Schatten. Die besondere rote Herbstfärbung dieser Eschenart korrespondiert mit dem Rot der umgebenden Klinkerfassaden.

    Die kleinere Platzfläche vor dem Kunstgelände ist ebenfalls durch Intarsien gegliedert. Auf der Platzfläche ist Raum für Skulpturen, die an die industrielle Geschichte des Ortes erinnern und dort dauerhaft stehen. Die Skulpturen können in Zusammenarbeit mit den Künstlern des Hauses 15 entstehen. Die Freifläche des Hauses 15 dient wechselnden Ausstellungen und wird als Schotterrasen angelegt. Um dem Raum einen ansprechenden Rahmen zu geben, wird der Zaun mit duftenden Kletterrosen begrünt.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.