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  • DE-20251 Hamburg
  • 06/2013
  • Ergebnis
  • (ID 2-147833)

Ehemaliges Krankenhaus Bethanien


  • 2. Preis

    APB. Architekten BDA, Hamburg

    Tragwerksplaner
    INGENIEURBÜRO DR. BINNEWIES Ingenieurgesellschaft mbH, Hamburg (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: APB. Architekten BDA, Hamburg (DE)
    Landschaftsarchitekten: Rehwaldt Landschaftsarchitekten, Dresden (DE)
    TGA-Fachplaner: RMN Ingenieure GmbH, Hamburg (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit folgt einem räumlichen Konzept, das den Anforderungen des Ortes und der Aufgabenstellung auf überzeugende Weise gerecht wird. Auch in ihrem architektonischen Ausdruck leistet sie einen guten Beitrag zur Entwicklung des Quartiers. Der nördliche Wohnbereich ist hinsichtlich Erschließung, Ausrichtung und Grundrissorganisation vielversprechend ausgebildet. Durch den Verzicht auf das Staffelgeschoss für die beiden mittleren Baukörper erhält der Wohnort maßstäbliche Proportionen. Zudem kann durch den dadurch möglichen Verzicht auf eine Feuerwehrzufahrt im Hof eine adäquate Gestaltung des Außenraumes erfolgen. Von dem existierenden Altbauensemble wird die Fassade bis einschließlich Treppenhaus des Gebäudeteils aus den 20er Jahren mit einem markanten Treppenturm erhalten. Sämtliche Zugänge der Sondernutzungen erfolgen über eine parallel zur Martinistraße angeordnete „Passarelle“. Zuordnung und Organisation sind sinnfällig und plausibel überlegt.

    Insbesondere überzeugt der Umgang mit der Bestandsfassade hinsichtlich einer Gestaltung in Bezug auf die zukünftige Nutzung. Hier wäre lediglich die Proportion der Gauben zu bemängeln. Der fehlende 2. bauliche Rettungsweg für die Wohnpflegegemeinschaft sowie ihre zweigeschossige Anordnung wird als problematisch erachtet. Hervorzuheben ist hier die identitätstiftende Sichtbarkeit des Treppenturms auch vom Wohnhof aus. Der Verzicht auf einen Tiefhof im nördlichen Bereich zwischen Wohnhof und den Sonderflächen erzeugt eine maßstäbliche Verknüpfung der unterschiedlichen Nutzungen. Der im westlichen Bereich der Sondernutzungen untergebrachte Veranstaltungsbereich ist in Anordnung und Verbindung mit den benachbarten Funktionen, wie z.B. dem Café, gut proportioniert. Leider ist seine Sichtbarkeit eingeschränkt. Der Höhenunterschied zur Frickestraße ist mit einer Natursteinmauer zwar überzeugend gestaltet, der barrierefreie Zugang liegt jedoch zu versteckt.

    Der Freiraumentwurf bietet eine Vielzahl an unterschiedlich nutzbaren Freiräumen an, ohne dass seine Struktur „zerfällt“. Die Barrierefreiheit ist gegeben. Der Außenraum für die Tagespflege erscheint zu klein. Der Höhenversprung zwischen Alt- und Neubau ist gut gelöst. Zu betonen ist die „Ausschau“ im südwestlichen Areal, die den optischen Bezug zum angrenzenden Park herstellt. Die angebotenen und benachbarten Themen Rhododendrongarten, Martinihof, Ausschau und Passarelle gliedern den Außenraum in Teilbereiche, die durch die neu gestaltete Einfassungsmauer entlang der Martini- und Frickestraße deutlich gefasst werden. Ein barrierefreier Zugang ergänzend zu der breiten Eingangstreppe an der Frickestraße wäre wünschenswert.

    Die Arbeit überzeugt insgesamt durch ihre solide Entwurfskomposition, die eine funktionale und hinsichtlich des spezifischen Charakters des Ortes eine vielversprechende Architektur und einen hochwertigen Außenraum erwarten lässt.