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  • 1. Preis

    Modellfoto

    Architekten
    huber staudt architekten bda, Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Weidinger Landschaftsarchitekten, Berlin (DE)

    Preisgeld
    42.500 EUR

    Erläuterungstext
    Lichthöfe
    Zwei gut proportionierte Innenhöfe öffnen das tiefe Gebäudevolumen aus Alt- und Neubauten, bieten Orientierung und Erholung für Mitarbeiter und Besucher und ermöglichen die natürliche Belichtung und Belüftung aller Aufenthaltsbereiche. Um die gewünschte Großzügigkeit der Innenhöfe zu erreichen, werden die Bauteile auf den benachbarten Grundstücken Mittelstraße 25, und Dorotheenstraße 67 konsequent in die Raumfolge des historischen Gebäudes am Neustädtischen Kirchplatz einbezogen.


    Raumplan
    Der ursprüngliche Entwurf der Architekten von der Hude und Hennicke für ein „Warenhaus der Armee und Marine“ zeigte im Grundriss eine Abfolge einzelner Säle, die von den Besuchern in einem Rundgang durchschritten wurden. Die Aneinanderreihung klar umgrenzter unterschiedlicher Räume erinnert an das Konzept des „Raumplan“, von Adolph Loos. In der ursprünglichen Fassung des Gebäudes waren die unterschiedlichen Treppenhäuser, kleinere Erschließungsräume und die Innenhöfe in das räumliche Gefüge eingebunden. Ein übergeordnetes Erschließungssystem in Form von Fluren ist im historischen Plan nicht erkennbar. Die markante Konstruktion der Geschossdecken mit Kappen aus Stahlblech und schlanken gusseisernen Stützen stärkt die Idee des „Raumplans“. Unser Entwurf baut unmittelbar auf diesem grundsätzlichen Raumverständnis auf und führt es konsequent weiter. Die ursprünglichen Säle des Warenhauses sollen ablesbar bleiben. Neue Elemente, wie das zentrale Treppenhaus, fügen sich selbstver-ständlich in den Raumplan ein.

    Äußere Erschließung
    Alle Eingänge, Haupt- und Nebeneingänge des Altbaus bleiben erhalten. Der Neubau an der Mittelstraße erhält einen zusätzlichen barierfreien Eingang. Von hier aus kann auch die gewünschte separate Nutzungseinheit für die Öffentlichkeitsarbeit des Bundestages und ein großzügiger Fahrradabstellraum erreicht werden.


    Zentrale Treppenhalle, innere Erschließung
    Die neu gestaltete Eingangshalle mit Pförtnerloge und Sicherheitskotrolle befindet sich vollständig barrierefrei erreichbar auf dem Straßenniveau.
    Die neue zentrale Treppenhalle vermittelt zwischen Straßenniveau und dem höher liegenden Erdgeschoss und verbindet auch alle weiteren Ebenen des Gebäudes miteinander. Eine Hebebühne an der Pförtnerloge bindet das Erdgeschoss für Rollstuhlfahrer an die Eingangshalle an. Die neue Treppe im Zentrum des Gebäudes öffnet sich zu beiden Innenhöfen gleichermaßen. Beidseitig an der Treppe vorbei geführte Flure mit den beiden Aufzügen am Ende bilden die zentrale Erschließungsspange des Gebäudes. Hier treffen sich die beiden „Rundwege“ um die Innenhöfe, die sämtliche Bereiche des Verwaltungsgebäudes erschließen.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Entwurfsidee basiert auf der Übernahme der Idee des ursprünglichen Entwurfs im Sinne des Aneinanderreihens, klar umgrenzter unterschiedlicher Räume. Der Entwurf setzt diesen Anspruch mit einer klaren Gruppierung und Gliederung der Räume um zwei rechteckige Innenhöfe, fort. Die Alt- und Neubauten sind klar gegliedert, im Stadtbild zeigen sich deutlich zwei Häuser, was positiv bewertet wird.
    Die Ausformung des neuen Daches überzeugt, sowohl in seiner Schlichtheit, als auch als Abschluss des Gebäudekörpers. Das Dach erhält angemessen große Gauben, die trotz ihrer modernen Interpretation und Einfachheit, das Dach städtebaulich erlebbar machen und die Nutzräume dahinter gut belichten.
    Die gelungene und ruhige Gestaltung der Außenfassade des Neubaus wurde in der Innenhoffassade weiter geführt.
    Insgesamt ist der Entwurf durchgehend von gestalterisch sensiblem Umgang im Innenbereich sowie im Außenbereich geprägt.