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  • DE-50968 Köln
  • 07/2013
  • Ergebnis
  • (ID 2-140766)

Conti-Parkhaus


  • ein 3. Preis

    Contiparkhaus Perspektive Tag, © msm meyer schmitz-morkramer

    Architekten
    meyerschmitzmorkramer, Köln (DE), Frankfurt am Main (DE), Düsseldorf (DE), Hamburg (DE), München (DE), Palma de Mallorca (ES) Büroprofil

    Verfasser
    Caspar Schmitz-Morkramer

    Erläuterungstext
    Städtebau
    Die Großgarage auf der Ecke zwischen Magnusstraße und der Alten Wallgasse wird saniert und die oberen Geschosse des Parkhauses werden durch Wohnbebauung ersetzt und aufgestockt. Mit dem Fassadenentwurf werden die beiden unterschiedlichen Funktionen - Wohnen und Parken - hinter einer einheitlichen Fassade vereint.
    Stilbildend für die neue Fassade ist die schlichte Eleganz der Klinkerfassaden. Die Längsseiten des Gebäudes werden durch markante Schattenfugen gegliedert, um in Ihrer Proportion an die benachbarte Kleinteiligkeit des Friesenviertels anzuknüpfen. Die Länge der Fassade wird gebrochen und erhält die Maßstäblichkeit traditioneller Stadthäuser.
    Zur Aufwertung der Eingangssituation für die Wohnnutzung wird der Vorplatz an der Alten Wallgasse durchgängig mit einem neuen Betonwerksteinpflaster Format 40/60cm versehen, der im Bereich der Zu- und Ausfahrt abgesenkt ist. Die Fläche zum Nachbargebäude Alte Wallgasse 29 wird durch ein Baumsolitär begrünt und lädt mit einer Sitzgelegenheit zum Verweilen ein.

    Fassade
    Die sandfarbene Ziegelfassade erzeugt eine hohe Wertigkeit und verleiht sowohl den Parkgeschossen als auch den Wohnungen einen klassischen, zeitlosen Charakter.
    Die Klinkerfassaden werden durch horizontale Bänder und vertikale Fensteröffnungen gegliedert. Die Wohngeschosse erhalten zweiflüglige bodentiefe Fenster, die durch umlaufende Faschen gerahmt werden.
    Außenliegende Vertikalmarkisen bieten Sonnenschutz für die Bewohner.
    Auch die Öffnungen in den Parkgeschossen werden als Fenster mit bronzefarbenem Rahmen ausgebildet, die mit einem kleinmaschigen Streckgitter in der gleichen Farbe gefüllt werden. Im Bereich der Parkgeschosse wird die hinterlüftete Klinkerfassade perforiert, um zusammen mit den Elementen aus Streckgitter die natürliche Belüftung des Parkhauses zu gewährleisten.
    In den Wohngeschossen wird die Klinkerfassade aus Riemchen mit einer dahinterliegenden Wärmedämmung hergestellt.
    Die vertikal gegliederten Öffnungen in der Erdgeschossfassade wirken wie Schaufenster, die sich durch eine Rahmung aus Betonwerkstein hervorheben.
    In die ‘Schaufensterfläche’ aus bronzefarbenem Streckgitter werden Werbeflächen in Form von City Light Panels integriert.
    Die Erschließung der geplanten Aufstockung erfolgt über ein zentrales Erschließungsgebäude auf der Ostseite an der Alten Wallgasse.
    Die um den Erschließungskern geplante Wohnnutzung wird nach unten durch ein Geschoss erweitert, so dass ein niedrigeres ‘Vordach’ über dem Eingang ausgebildet wird. Die Fassade wird durch vertikale Lisenen aus Betonwerkstein gegliedert, die bis auf das Straßenniveau heruntergezogen sind und so einen Bezug zum Straßenraum herstellen.
    Die zurückgesetzte Fassade in den unteren Geschossen wird als rahmenlose Glasfassade ausgebildet, während die darüber liegenden Wohnungen eine Fassade mit bodentiefen Fenstern und Ziegelelementen erhalten. Auch im Erschließungsgebäude werden horizontale Bänder ausgebildet, um die Gebäudeteile gestalterisch zu verbinden.
    Die Fassade des Erschließungsgebäudes wird im Bereich des zurückgesetzten Staffelgeschosses fortgesetzt, womit die Zugehörigkeit zu der Wohnnutzung deutlich gemacht wird.

    Fassadenüberstand
    Der neue Fassadenaufbau kann innerhalb der heutigen Außenkante der Fassade realisiert werden, so dass es zu keiner weiteren Überschreitung der Grundstücksgrenze führt.

    Tragwerk / Lastbeschränkung
    Um das Gewicht der neuen Fassadenkonstruktion auf 100kg/qm zu beschränken, wird in den Wohngeschossen eine wärmegedämmte Fassade aus Klinkerriemchen ausgebildet. Die darunterliegenden Parkgeschosse werden mit einer klassischen Vorsatzschale aus Klinker versehen. Durch die Kombination aus gelochten und ungelochten Klinkern mit einer Tiefe von nur 90mm und durch die starke Perforierung der Vorsatzschale kann die Konstruktion innerhalb des maximal zulässigen Gewichts realisiert werden.
    Die bestehende Fassade wird bis auf die Betonstruktur zurückgebaut, wobei die Stahlbetonkonstruktion des Bestandes nicht verändert wird.

    Logo / Beschilderung
    Der Entwurf sieht ein Logo der Contipark CI sowohl auf der Fassade an der Magnusstraße als auch an der Alten Wallgasse vor. Es wird als nach hinten abstrahlende Einzelbuchstaben an der Klinkerfassade befestigt.
    Die Ein – und Ausfahrten werden durch leuchtende Hinweisschilder für den Autofahrer klar erkenntlich gemacht. Entlang der Magnusstraße zeigen zwei Parkhausschilder die Verfügbarkeit der freien Parkplätze.

    Beleuchtung / Blendwirkung
    Abends wird die neue Fassade im Bereich der Wohnungen von innen heraus durch die Wohnnutzung leuchten.
    Der Eingangsbereich zur Wohnnutzung wird von außen durch in das ‘Vordach’ integrierte Downlights angeleuchtet.
    Im Bereich des Parkhauses werden die mit Streckgitter gefüllten Fenster von hinten mit einer LED-Lichtlinie inszeniert, Licht schimmert durch die kleinmaschige Perforierung der Gitterstruktur.
    Die innere Beleuchtung auf den Parkebenen wird durch die Elemente aus Streckgitter und die perforierte Klinkerfassade nur indirekt sichtbar sein.
    Durch die Erhaltung der Bestandsbrüstungen, der engmaschigen Streckgitter und der kleinen Perforierungen der Klinkerfassade wird einer möglichen Blendwirkung vorgebeugt.
    Die neue perforierte Fassadengestaltung gewährleistet eine natürliche Beleuchtung des Parkhauses, so dass die innere Beleuchtung erst bei Dämmerung zugeschaltet werden muss.

    Belüftung
    Die Klinkerfassade wird als hinterlüftete Vorhangfassade ausgebildet. Die natürliche Belüftung des Parkhauses wird durch die bestehenden Öffnungsquerschnitte sichergestellt. Durch die unverschlossenen Fensteröffnungen und Bodenlüftungsschlitze in der Bestandsrohfassade und dem hohen Lochanteil der neuen Fassade wird die Belüftung erheblich verbessert.

    Schallschutz
    Für die geplanten Wohnungen wird der geforderte Schallschutz gegen Außenlärm eingehalten. Die Fassade zur Magnusstraße erfüllt für die Außenwand bei einer 18cm starken Stahlbetonwand ein Schalldämmmaß von 53dB. Der Fensterlochanteil beträgt weniger als 65%, sodass ein Schalldämmmaß von 43dB für die Fenster angestrebt wird. Die Wohnraumlüftung muss über Schalldämmlüfter oder eine mechanische Be- und Entlüftung erfolgen.

    Wärmeschutz
    Die geplante Fassadenkonstruktion für die Wohnnutzung erzielt einen Wärmedämmwert von U=0,21W/(m2K), wobei eine Wärmedämmung mit einer Wärmeleitfähigkeitsgruppe von WLG 035 zum Einsatz kommt. Sommerlicher Wärmeschutz für die Bewohner wird durch außenliegende Vertikal-Markisen mit einem Abminderungsfaktor von FC≤0,20 gewährleistet.

    Betriebskonzept
    Die folgenden Fassadenelemente können revisionierbar/austauschbar ausgeführt werden:
    • Fensterelemente aus Streckgitter
    • Vertikal Markisen
    • City Light Panels
    • Glasbrüstungen
    Bei der neuen Fassade werden nachhaltige, heimische und recyclingfähige Materialien wie Klinker, Betonwerkstein und Metalle verwendet, die mit geringem Unterhaltsaufwand instand gehalten werden können. Die verwendeten Materialien werden als ‚nicht brennbar’ eingestuft.
    Um Graffiti weitestgehend zu vermeiden, kommen im Erdgeschoss ausschließlich Materialien (Klinker, Streckgitter) mit einer unebenen Oberflächenstruktur zum Einsatz. Bei Bedarf kann die Ziegelfassade mit einer Anti-Graffitibeschichtung versehen werden.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am 03.09.2013, 10:18
Zuletzt aktualisiert 21.10.2013, 13:12
Beitrags-ID 4-73198
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