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  • DE-20457 Hamburg
  • 09/2013
  • Ergebnis
  • (ID 2-149358)

Großer Burstah 3 / Neue Burg 1


  • Ankauf Baufeld 2a

    Burstahkontor Perspektive 01, © msm meyer schmitz-morkramer

    Architekten
    meyerschmitzmorkramer, Köln (DE), Frankfurt am Main (DE), Düsseldorf (DE), Hamburg (DE), München (DE), Palma de Mallorca (ES) Büroprofil

    Verfasser
    Caspar Schmitz-Morkramer

    Mitarbeit
    Kai Hesse

    Preisgeld
    15.000 EUR

    Erläuterungstext
    Städtebau & Architektur

    Der Große Burstah in der Hamburger Altstadt und das Areal um die ehemalige Nikolaikirche sind stark geprägt und verwoben mit der Entwicklung der Hansestadt und dem Wandel der Geschichte. In diesem Kontext soll ein Teil Stadt sensibel repariert werden und gleichzeitig ein zeitgemäßes Quartier entstehen.

    Angelehnt an den Stil und die Großzügigkeit historischer Kontorhäuser der Umgebung fügt sich das Gebäudevolumen selbstbewusst und ruhig zwischen den Nikolaifleet und den Großen Burstah. Raumkanten und Traufkanten der Umgebung werden gezielt aufgenommen. In der Bohnenstraße passen sich die sieben Vollgeschosse an das Nachbargebäude an. Am Großen Burstah staffelt das Gebäude schon nach der sechsten Etage zurück, um auch hier die Traufkante der Nachbarbebauung aufnehmen zu können. So vermittelt das Gebäude zwischen den unterschiedlichen Höhen des heterogenen Umfelds und gliedert sich harmonisch in sein Umfeld ein.

    Durch seine Lage und in dem exponierten Umfeld hat das Gebäude nur Vorderseiten. Leichte Rundungen an wichtigen Kanten erzeugen „weiche“ Konturen. Diese Formen unterstützen und leiten die Blicke auch zum Turm der Nikolaikirche. Um hier einen möglichst unverbauten Blick zu gewähren staffelt sich das Gebäude hier zusätzlich mehrfach zurück.

    Im Straßenraum am Großen Burstah findet man überwiegend helle sandige Naturstein-Töne. Dieser Ton wird, mit dem Ziel einen harmonischen Straßenraum zu erhalten, in dem Gebäude konsequent aufgenommen. Die zum Fleet gewendete Seite reagiert auf das Umfeld, indem hier der rote Klinker der angrenzenden Bebauung in die Fassade integriert wird. So kann der Burstahkontor als eine Einheit wahrgenommen, und gleichzeitig auf die unterschiedlichen Gegebenheiten des Quartiers reagieren.

    Die Haupterschließung und Adresse des Gebäudes befindet sich am Großen Burstah. Dort liegen 2 Sicherheitstreppenräume, die mit Ihrer Lage eine Aufteilung in sinnvolle Nutzungseinheiten zulassen. Handelsflächen unterschiedlicher Größe befinden sich im Erdgeschosse und können ja nach Anforderung in das 1. Obergeschoss erweitert werden. Die Tiefgaragenzufahrt befindet sich in der Bohnenstraße.

    Die Fassadenkonstruktion ist zeitlos, reduziert und wertbeständig. Mit wenigen Elementen wird eine feingliedrige Struktur erreicht, die den hohen Ansprüchen an den Ort und die Nutzung gerecht wird. Trotz Ihrer Strenge wirkt das Gebäude so dennoch dynamisch und wohl proportioniert. Anstatt einer harten Staffelung soll das Gebäude hier mehrfach leicht gestaffelt werden um sowohl die unterschiedlichen Höhen des Umfelds aufnehmen zu können, als auch den oberen Abschluss „weich“ und ruhig auszubilden.

    Der gesamte Neubau wird als Stahlbetonskelett mit einer vorgehängten Fassade errichtet. Die tragenden Betonstützen bilden die konstruktiven Achsen. Daran schließen die dezentralen Lüftungselementen mit Kühl und Heizfunktion hinter einer perforierten Natursteinfassade an.

    Das Fassadenraster von 1,35 m. erlaubt eine hohe Flexibilität in der Grundrisskonfiguration. Hier können sowohl klassische Zweibundstrukturen als Zellenbüros realsiert werden, als auch eine Kombibürostruktur mit Mittelzone, Grobraumbüro sowie Teambüros.

    Die oberen 3-4 Geschosse staffeln aus städtebaulichen Gründen twilweise deutlich zurück. Hier ergeben sich attraktive Terrassensituationen, die die angrenzenden Büroflächen erheblich aufwerten. Durch das mehrfache Zurückstaffeln haben eine maximale Anzahl an Büros dieses Privileg.



    Haustechnik

    FASSADE & SONNENSCHUTZ
    Der Fassade kommt bei Energieeinsparung oder Energiegewinnung eine Schlüsselrolle zu. Die energetische Nachhaltigkeit eines Gebäudes wird maßgeblich vom ingenieurtechnischen Zusammenwirken von Fassade und Raumkonditionierung bestimmt.

    Durch den Einsatz einer hocheffizienten Fassade mit sehr gutem winterlichem, als auch sommerlichem Wärmeschutz wird der effektive Einsatz einer Bauteilaktivierung ermöglicht. Der außenliegende Sonnenschutz in Kombination mit einer dreifach Wärmeschutzverglasung minimiert die solaren Lasten bei hoher Lichttransmission der Verglasung. Weiterhin werden die inneren Oberflächentemperaturen an der Fassade im Sommer reduziert, sowie im Winter maximiert um einen hohen thermischen Raumkomfort zu erzielen.

    HEIZEN & KÜHLEN
    Durch die thermische Aktivierung der Betonmasse des Gebäudes wird die Klimastabilität und die Nutzung natürlicher Energien maximiert. Die Bauteilaktivierung stellt die Grundheizung und –kühlung sicher. Zur individuellen Beheizung werden im Grundausbau Heizkörper mit Thermostatventilen vorgesehen. Je nach Mieterwunsch kann eine zusätzliche Kühlfunktion über die modular ausbaubaren optionalen dezentralen Lüftungselemente ermöglicht werden.

    In der Nacht werden die Betondecken mittels nächtlichen Kältepotential der Außenluft geladen um sie tagsüber zur Kühlung an den Raum abzugeben. Über Tag kann der Betonkern somit die im Raum anfallende Wärme speichern und während der Nachtstunden über die freien Kühlungspotenziale wieder abgeben.

    LÜFTUNGSKONZEPT
    Die Lüftung des Gebäudes erfolgt im Grundausbau über zu öffnende Fenster.

    Die optionalen dezentralen Lüftungsgeräte sind modular aufgebaut und können je nach Nutzung und Mietanforderungen mit den Funktionen Grundkühlung über PCM Speicher (ohne Anbindung an die zentrale Kälteversorgung) bis hin zu den Funktionen Lüften, Heizen, Kühlen und Wärmerückgewinnung aufgerüstet werden. Somit ergibt sich eine hohe Flexibilität und Modularität bei gleichzeitigem Entfall von Luftkanal, Brandschutzklappen, zentraler RLT-Technik, sowie den hierfür erforderlichen Technikflächen.

    BELEUCHTUNG / ELEKTROVERSRGUNG
    Die Beleuchtung der Büroräume erfolgt über Stehleuchten. Die Stromversorgung und IT-Anbindung wird über Consolidationpoints flexibel gelöst.

    REGELUNG
    Im Grundausbau erfolgt die Regelung über Thermostatventile an den Heizkörpern. Die Betondecke wird Zonenweise zentral in Abhängigkeit eines 24h Mittelwertes und jahreszeitlich zentral vorgeregelt. Die Beleuchtung kann je nach Mieterwunsch mit zusätzlicher Präsents- und Tageslichtsensoren ausgestattet werden.

    GESAMTENERGIEEFFIZIENZ & NACHHALTIGKEIT
    Durch die gute Gebäudehüllenqualität , welche die Anforderungen der EnEV um 30% unterschreitet und die Nutzung regenerativer Energiequellen aus Geothermie, sowie häuslichen Abwärmepotenzial entsteht ein hocheffizientes Gebäude, welches die Anforderungen der Energieeinsparverordnung 2009 insgesamt um 30% unterschreitet und im Hinblick auf die EnEV2012 bestens vorbereitet ist.

    Die Nachhaltigkeit wird durch die Zertifizierung als „Green Building“ nach DGNB in Silber oder LEED Gold dokumentiert.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am 09.09.2013, 18:23
Zuletzt aktualisiert 12.10.2015, 11:53
Beitrags-ID 4-73353
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