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  • CH-6330 Cham
  • 08/2013
  • Ergebnis
  • (ID 2-150084)

Wohnüberbauung Moos


  • Teilnahme


    Landschaftsarchitekten
    Andreas Geser Landschaftsarchitekten AG, Zürich (CH) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: bernath + widmer Architekten, Zürich (CH)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Ortsspezifische Potentiale und Freiraumgestaltung

    Die Verfasser schlagen eine Überbauung mit drei Typen von unterschiedlich grossen Wohnmodulen vor. Aneinander gereiht bilden sie damit im Teilgebiet 1 ein längliches Bauvolumen. Im Teilgebiet 2 formen sie ein gebogenes und ein L-förmiges Band und legen beide leicht verschränkt einander gegenüber. Die Addition der Wohnmodule erfolgt immer leicht versetzt, um so aus den Wohnungen heraus Sichtbeziehungen über Eck zu generieren. In der Aufsicht wirkt das Addieren dieser Volumen willkürlich. Erst bei näherem Betrachten zeigt sich, dass die Versatze geschickt Räume öffnen. Von der Mugerenstrasse her entsteht so eine Sichtbeziehung in Richtung Bauernhaus und bindet diesen an die Siedlung an. Den Verfasser gelingt es, mit Hilfe des Platzes und des zugehörigen Gemeinschaftsraums einen bewussten Übergang des Freiraums zur Landschaft zu formulieren. Gelungen ist die einladende Gestaltung entlang der Mugerenstrasse, die nur durch die Platzierung der Tiefgaragenrampen an sehr prominenten Orten gemindert wird. Insgesamt bietet der Vorschlag eine sehr schöne Ausgangslage zur Weiterentwicklung einer integrativen und funktionalen Freiraumgestaltung für das Quartier.

    Architektonische Qualitäten

    Die architektonischen Qualitäten des Vorschlags ergeben sich vor allem aus der versetzten Anordnung der Wohnmodule, was spannende Blickwinkel in die näheren Freiraum und in die Landschaft ermöglicht. Eigentlich handelt es sich beim Grundmodul um einen Zweispänner mit offener, durchgehender Erschliessungsschicht und über Eck angeordneten offenen Logen mit Sichtbeziehung auch in die Erschliessungszone. Weil jeweils nur eine der beiden Seiten ins Attikageschoss weitergezogen wird, erschliesst sich auf dem Dach der gegenüberliegenden Seite ein grosszügiger Aussenraum. Die Verfasser schlagen hier Gemeinschaftsdachterrassen vor. Auch die Wohnungsgrundrisse selber basieren konzeptionell auf einer Raumdiagonalen mit Blickbeziehung quer durch die Wohnung hindurch. Die Verfasser schlagen drei unterschiedlich grosse Wohnungsmodule vor. Diese Module versprechen Flexibilität in der Weiterbearbeitung bezüglich allfälliger Wünsche der Bauherrschaft.
    Die Wohnqualität im halbprivaten Bereich unterstützen die Verfasser, nebst den bereits erwähnten Logen an der Erschliessungszone und den Dachterrassen, mit Details wie zum Beispiel einer Sitzbank bei den Briefkästen und der Möglichkeit eines Jokerzimmers.
    Die Verfasser schlagen eine hybride Holz-Beton-Bauweise vor. Die Fassadengestaltung mit farblich abgestufter Holzgestaltung ist in dezenten Farben gehalten. Prägend sind die grossen, flachen Vordächer.

    Bauernhaus

    Der Ersatzneubau für das Bauernhaus basiert auf einer Raumtypologie mit einer mittig durchgehenden Erschliessungszone im Erdgeschoss, wie sie für Bauernhäuser in der Innerschweiz typisch ist. Allerdings wird hier die Erschliessung quer zur Giebelfassade gelegt, was ein untypisches Fassadenbild evoziert. Im Obergeschoss wird die Raumstruktur dann gedreht. Die westliche Grosswohnung kommt so zu einem oberen und einem unteren Eingang, was langfristig Flexibilität verspricht.

    Gesamtbeurteilung

    Das Beurteilungsgremium lobt die Grosszügigkeit und Durchlässigkeit des Projektvorschlags, die sich aus der Selbstverständlichkeit der Setzung ergibt. Das landschaftliche Potential des Ortes wurde dank der geschickten Anordnung des Freiraums im Teilgebiet 2 und der Versatze der Wohnmodule gut genutzt. Positiv sieht das Beurteilungsgremium auch die Idee der offenen Treppenhäuser, die informelle Begegnungen der Bewohner ermöglichen. Der Preis dafür und für die Versatze ist allerdings eine hohe Fassadenabwicklung, was sich in den Baukosten niederschlagen würde. Zudem findet das Beurteilungsgremium, dass zu viel Gemeinschaft im Kleinen die Gemeinschaft im Grossen möglicherweise einschränkt.