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  • ein 3. Preis

    Außenansicht, EcoMaT - Center for Eco-efficient Materials & Technologies, © Nickl & Partner Architekten AG

    Architekten
    Nickl & Partner, München (DE), Berlin (DE), Zürich (CH) Büroprofil

    Preisgeld
    15.000 EUR

    Erläuterungstext
    Städtebauliches und architektonisches Konzept
    Der kompakte Baukörper für den Neubau des Technologiezentrums EcoMaT bildet die wichtige stadträumliche Kante an der Cornelius-Edzard-Straße und orientiert sich als identitätsstiftendes Zeichen in Richtung Airbusallee und Haupteingang des Airbusgeländes. Die klare Geometrie und die Übernahme der Kanten des Bürogebäudes an der Ecke zur Airbusallee folgen dem Gestaltungskonzept. Die Orientierung der öffentlichen Bereiche und der Büros zur C.-Edzard-Straße sowie die Verortung der Hallen und Werkstätten in den ins Grundstückinnere gerichteten Bereichen tragen ebenfalls zur Stärkung des Airport-Stadt-Konzeptes bei.

    Funktionale Zusammenhänge
    Die Anordnung der verschiedenen Funktionen folgt dem Synergie- und Kooperationsgedanken bei Beachtung der organisatorisch notwendigen Trennung. Konsequentes Gestaltungsprinzip ist es daher, wichtige Funktionen zu bündeln, um bestmögliche Voraussetzungen für eine optimale Atmosphäre für Forschung und Entwicklung zu ermöglichen. Eng kooperierende Einrichtungen mit Systemzusammenhang sind daher jeweils in gemeinsamen Bereichen miteinander kombiniert. Das Innere prägen klare Strukturen durch die Zonierung in Werkstatt-, Labor-, Büro- und Versuchshallenbereich sowie Kommunikationszonen.
    Der Haupteingang befindet sich an der C.-Edzard-Straße mit klarer Orientierung zum Airbus Vorplatz. Das helle freundliche Foyer lädt ein und bietet Raum um die Funktionen Cafeteria und Vorlesungsraum direkt zu erschließen und bei Bedarf auch von außerhalb zu nutzen ohne in Sicherheitsbereiche gelangen zu müssen. Vom Foyer aus gelangt man rechts in die AIRBUS zugeordneten Bereiche, welche aus funktionalen Gründen im Erdgeschoss angeordnet sein müssen. Nach links geht es in die Technika IFAM und MERCEDES sowie das Technikum FIBRE. Im zur Straße gerichteten Gebäudeteil folgt ein Zwischengeschoss, welches Cafeteriaflächen und die Interimsbüros aufnimmt und den sich aus den unterschiedlichen Raumhöhen ergebenden Höhensprung ausgleicht. Im zweiten Obergeschoss setzt sich die im Erdgeschoss entwickelte Zuordnung folgerichtig fort. Die Werkstätten und Labore von AIRBUS auf der linken Gebäudeseite, die von FIBRE und den sonstigen Mietern auf der rechten. Dadurch sind sowohl über Aufzüge als auch über die Treppen die Bereiche sehr gut verknüpft. Nun folgen drei Bürogeschosse die auf zwei Riegel mit ca. 14 m Breite basieren. Die großen Technikumshallen werden selbstverständlich nicht überbaut. Durch die Anordnung der Erschließungskerne innerhalb der Riegel können diese Bereiche sehr flexibel eingeteilt werden. Die Breite ermöglicht die maximale Flexibilität hinsichtlich des Bürokonzepts. Einzelbüros über Kombizonen bis hin zu offenen Bürolandschaften lassen sich problemlos realisieren. Hier sind die AIRBUS, die TESTIA und die FIBRE Büros verortet.

    Fassade
    Die Fassade wird bestimmt durch die Verwendung von geschosshohen Gussglasprofilen die als hinterlüfteter Wetterschutz vor einer konventionellen Band-/Lochfassade mit außenliegendem Sonnenschutz stehen. Neben den Gussglaselementen bestimmt der Rhythmus transparenter Bereiche die Gesamterscheinung. Im Bereich der Hallen wird dieses System durch einen einschaligen Fassadenaufbau aus zwei Lagen Profilglas mit Wärmedämmung im Zwischenraum ersetzt.
    Die Materialität und Farbigkeit verleiht dem Baukörper einen massiven, ruhigen und Tiefe verleihenden Ausdruck und eine verblüffende Leichtigkeit in den Tagesrandzeiten.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das kompakte, wohl proportionierte Gebäude formuliert ein eigenständiges, selbstbewusstes städtebauliches Statement an seinem Standort in der Airportstadt. Die beiden hohen Gebäudeteile markieren eindeutig den Eingangsbereich mit klaren Bezügen zum Hauptsitz von Airbus. Zugleich werden durch den deutlichen Einschnitt in den oberen Geschossen die beiden großen Nutzerbereiche eindeutig ablesbar. Diese Klarheit betrifft auch die Einordnung und Wirkung des Gebäudes im Stadtraum an der Autobahn. Die konsequente Haltung setzt sich in der Konfiguration der Erschließung, der Anordnung der Funktionsbereiche und ihrer jeweiligen Ausprägung fort. Der Eingangsbereich im Erdgeschoss, die Lage von vertikalen Erschließungskernen im Bezug auf das Gesamtgebäude und die damit möglichen Zuordnungen sind souverän gelöst. Insbesondere die geschickte Anordnung von zwei Lichthöfen, die Belichtung der Flure, die Zuordnung der Labore zu den Hallen oder die Ausbildung der Bürobereiche mit Ansätzen eines Future Office sprechen für die funktionalen Qualitäten des Entwurfes. Das Fassadenkonzept auf Basis raumhoher Glaselemente mit einer speziellen Außenwirkung unterstützt die Offenheit des Gebäudekonzeptes, erfordert aber eine weitere Präzisierung. Das von den Verfassern nur in Ansätzen formulierte Energiekonzept (Stichwort sommerlicher Wärmeschutz) müsste ebenfalls weiter präzisiert werden. Insgesamt goutiert das Preisgericht die souveräne Haltung mit einer sicht- und spürbaren Offenheit und Eigenständigkeit.