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  • DE-81927 München
  • 10/2013
  • Ergebnis
  • (ID 2-134600)

Errichtung von vier Grundschulen in modularer Bauweise


  • 1. Preis

    "Aussenklasse" mit mobilem Möbel

    Landschaftsarchitekten
    Planstatt Senner, Überlingen (DE), Stuttgart (DE), München (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Johann Senner

    Mitarbeit
    Peter Fürmaier, Claudia Wolf

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: wulf architekten, Stuttgart (DE)
    Tragwerksplaner: Prof. Benno Bauer, München (DE)

    Preisgeld
    178.000 EUR

    Erläuterungstext
    Lern Garten Konzept

    Das flexible Lernhauskonzept wollen wir auch auf den Außenraum übertragen. Schulhaus und Schulgarten verschmelzen zu einem hoch attraktiven und flexibel nutzbaren Lernraum. Wie schaffen wir das?
    Zunächst ist das Ankommen der Kinder auf dem Schulareal wichtig. Es ist der erste Eindruck, der prägt. Meist an öffentlichen Plätzen oder Grünflächen gelegen, positionieren wir geschützte Eingangssituationen. Ein „Begrüßungsbaum“ oder ein Baumdach schafft eine einladende und fröhliche Atmosphäre. Die Pausenhöfe sind ebenfalls mit Bäumen strukturiert. Wir legen darauf Wert, dass auch fühlbare und erkletterbare Gehölztypen wie z.B. Flieder, die Maßstäblichkeit zu den Kindern wahren – Baumschule. Wir wollen weg von zu möblierten Schulhöfen, hin zu offenen Höfen, die aufgrund ihrer Topografie und ihrer Bepflanzung zum spielerischen Lernen und sich Austoben einladen. Als Belag wählen wir colorierten Asphalt und wassergebundene Kiesdecke. Trotz dem generellen kommunalen Spardiktat wollen wir nicht ganz auf Wasser verzichten. Einfache Schwengelpumpen oder artesisch gespanntes Regenwasser sind erste Ideen …
    Die dynamische Raumaufteilung im Innenbereich setzt sich im Schulhof fort. Flexible Wandsysteme lassen im Nu durch Drehen oder Umklappen aus Holzdecks „Wandstruktur“ werden oder aus Lamellen semipermeable grüne Klassenzimmer entstehen.
    Die eigentlichen Schulgärten nehmen thematisch die 4 Jahreszeiten auf. So lernen die Kinder sehr früh, dass auch im Winter Pflanzen blühen, z.B. Hamamelis oder zweijährige Pflanzen im ersten Jahr nur eine Grundrosette bilden oder Mohrrüben bei abnehmendem Mond besser gedeihen oder … Das geforderte Gartenhaus, die Wasserstelle und der Freiarbeitsplatz sind Teil des Ganzen. Bänder aus geschnittenen Hecken tolerieren bei den Gärten auch pflegearme Perioden, z.B. in den Sommerferien.
    Die Sport-, Spiel- und Ruhebereiche sind in das jeweilige Konzept wie selbstverständlich integriert. Hier helfen Sträucher und Passepartouts mit Bäumen als Integrationshilfe.
    Die Parkplätze stellen wir grundsätzlich unter ein Baumdach und perforieren den Belag mit Kies und Rasen.

    Ruth-Drexel-Schule
    Entlang der Ruth Drexel Schule entsteht ein großzügiges und markantes Baumfeld. Es schafft eine gut erkennbare und räumlich geschützte Eingangssituation zur Grundschule. Wir denken dabei an Lindenbäume. Darunter liegen auch nach Norden hin die Fahrradabstellplätze, parkende Autos und die Feuerwehrzufahrt. Der Schulhof wird durch einen großen Maulbeerbaum mit weißen Früchten bestimmt. Sein glänzendes, helles Laub schafft ein interessantes Lichtspiel. Ein flacher Wasserfaden durchfließt den Hofraum und erfrischt an heißen Tagen. Bunte Kugeln aus verschiedenen Materialien bringen das Wasser durch Kinderhände in Schwingung. Die mobilen Möbel mit geschnittenen Platanen schaffen auf Wunsch Geborgenheit oder Weite. Die Sportflächen liegen im Norden und Osten in direktem Zusammenspiel mit der Sport- und Schwimmhalle. So schaffen wir eine funktional gute Zuordnung mit kurzen Wegen.


    Bauhaus-Schule
    KiTa, Sporthalle und Baumfeld ergeben einen interessanten Schulhof. Die Mitte signalisieren der schirmartige Habitus einer Esskastanie und ein lang zugeschnittener Brunnen. Durch das höher gelegene Regenwasserreservoir fließt Wasser ohne Pumpentechnik. Regenereignisse werden verzögert sicht- und erlebbar. Vom Bauhausplatz betritt man, weit genug weg von hochfrequentierten Fahrstraßen, vorbei an einer großen Platane das Schul- und Kitagebäude. Auch hier lösen sich durch mobile Schiebe- und Drehelemente Innen- und Außenräume auf. Das Baumquartier im Osten spendet Schatten und räumliche Qualitäten zum Spielen, Fahrrad abstellen, Ausruhen, Gärtnern und Parken. Als strukturierende Elemente schlagen wir hier Gehölzriegel aus Sträuchern mit essbaren Früchten wie z.B. Kornelkirsche, Ribes, Sanddorn und Himbeere vor.

    Schule Freiham II
    Das Schul- und Sportareal liegt großzügig eingebettet in die umgebende Parklandschaft. Beide Eingänge sind gut an das Fuß- und Radwegenetz angebunden. Der s-förmige Schulhof weist eine spannungsreiche Raumfolge auf: der großzügige Baumplatz lädt zum Verweilen, Ruhen und Diskutieren ein, das aktive Spielen wird durch die topografischen Versatzstücke, Weidenwäldchen und Gräser-Terrassen angeregt. Eine Riesenwippe ermöglicht das Spielen in der Gruppe. Der Schulgarten beherbergt neben klassischen Kräutern auch Nutzpflanzen wie z. B. Lein und Wegwarte, auch wichtige Fraßpflanzen für Schmetterlinge, so z.B. die wilde Möhre für den Schwalbenschwanz.
    Die Sportflächen haben wir auch aus Schallschutzgründen nach Osten gelegt. Eine Baumreihe schafft zusammen mit den beiden Gebäuden einen gut ablesbaren Kinder-Campus.

    Schule Freiham III
    Die Grundschule erhält einen interessanten Auftakt mit einem linear gestalteten Vorplatz aus einer Reihe Kirschbäumen. Fahrradstellplätze und mobile Außenmöbel spiegeln die Nutzung „Schule“ nach außen hin wieder. Der eigentliche Schulhof wird mit den Modulen Baumcarée, Aktivfeld und variablem Grün zu einem wohltuenden Lernort. Die Grünbausteine vermitteln geschickt zwischen Schulhaus und den benachbarten Quartieren. Leichte Geländevertiefungen ergeben bei Tiefdruckwetterlagen Wasserlachen im Belag, die nicht nur zum Wasserspritzen und Reinhüpfen anregen, sondern auch den Himmel wiederspiegeln – Kreislauf -.
    Der Schulgarten liegt am Scharnier zu den Sportflächen. Glucose- und Vitamin-C-haltige Früchte wie z.B. Cornus mas verdeutlichen hier Photosynthese aber auch die Energiefreiwerdung bei der Umwandlung von ADP in ATP.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Lernhausmodul
    Die Entwurfsverfasser bieten ein sehr schlüssiges Lernhausmodul an. Konsequent sind die vier Klassenräume und die Ganztagsfunktionen um die Pausenmitte mit unmittelbarer Belichtung über einen ausreichend dimensionierten Lichthof angeordnet. Wichtig ist, dass hier auch die Sichtbeziehungen zur Mitte sicher gestellt sind. Der Teamraum verfügt allerdings über keinen direkten Bezug zur „Lernhausmitte“; eine Optimierung unter Einbeziehung der Nebenräume wäre erforderlich. Dabei wären auch die Garderoben unterzubringen, die in der vorgeschlagenen Lösung die Transparenz des Lichthofes beeinträchtigen. Die umlaufenden Balkone bieten den erforderlichen Fluchtweg im Brandfall für alle Räume des Lernhausmoduls, schaffen Flexibilität in der Kombinierbarkeit und zusätzliche Qualität durch einen unmittelbaren Zugang für die Kinder ins Freie. Im Modul sind keine Innentreppen integriert. Diese liegen einschließlich des Liftes für die Barrierefreiheit im zentralen Bindeglied, an dem die Module andocken. Dadurch kann die Erschließung äußerst wirtschaftlich organisiert werden und immer über dieses Bindeglied erfolgen. Es entstehen zentrale Eingangsbereiche mit Gemeinschaftszonen im EG, die eine angemessene Großzügigkeit und Übersichtlichkeit für die Nutzungen (auch extern) ermöglichen.
    Der Lichthof liegt immer an der Schnittstelle von Lernhausmodul und Zentralbereich und sorgt so auf beiden Seiten für eine attraktive Raumqualität, insbesondere in Kombination mit der offenen Treppenanlage. Die Abtrennbarkeit der Obergeschosse bei externen Nutzungen wäre zu klären. Sonderbereiche sind logisch in den Obergeschossen des Zentralbereiches angeordnet. Das Entwurfsprinzip des Lernhausmoduls ist überzeugend, auch für andere Inhalte wie Kinderhaus nutzbar. Die Addition der Module schafft klare Baukörperstrukturen sowohl in Kombination mit freistehender als auch integrierter Sporthalle. Dadurch sind angemessene Reaktionen auf unterschiedliche städtebauliche Kontexte möglich. Dennoch entstehen für die einzelnen Grundstückssituationen mit den jeweiligen Zugangsanforderungen individuelle Lösungen. Die vorgeschlagenen 3-geschossigen Schulgebäude fügen sich problemlos ein. Die intelligente Lichthofabtreppung lässt auch mehr Geschosse zu. Die Vorhangfassade umhüllt die umlaufenden Fluchtwegbalkone in Holz. Dadurch werden die klaren Baukörperstrukturen unterstrichen. Eine zu enge Stützenstellung, die der „Öffnung ins Freie“ widersprechen würde, ist zu vermeiden. Die Konstruktion aus einem tragenden Stahlbetonskelett und den Ausbauelementen in Holz setzt das Lernhausmodul konsequent und mit durchgängigem Raster über alle Geschosse um. Statische Sonderkonstruktionen im EG werden dadurch nicht erforderlich. Um den Lernhäusern eine besondere Atmosphäre zu verleihen, werden dort tragende Stahlbeton-Tonnenschalen vorgeschlagen. Kritisch wird der damit verbundene Aufwand sowie Probleme für die Akustik und die Installation gesehen, auch wenn die positiven gestalterischen Auswirkungen durchaus gewürdigt werden.

    Konstruktion und Wirtschaftlichkeit
    Die gewählte Konstruktion lässt eine wirtschaftliche Bauweise aufgrund der Kompaktheit der Gebäude und damit geringeren Außenfassadenflächen erwarten. Die Investitionskosten bewegen sich im mittleren Bereich, insbesondere aufgrund der einfachen Grundkonstruktion in Stahlbetonskelettbauweise sowie der Außenbekleidung und des Innenausbaus in kostengünstiger Holzkonstruktion. Die Herstellung der Tonnenschalen ist aufwändiger als eine herkömmliche Deckenkonstruktion bei gleicher Spannweite, ebenso ist die Flexibilität eingeschränkt Durch die Fluchtbalkone ist eine erleichterte Wartung und Reinigung der Fassaden gegeben.

    Energieeffizienz
    Infolge des hohen Gesamtfensterflächenanteils verfügt die Arbeit über eine grundsätzlich günstige Tageslichtversorgung, die jedoch nicht durchgängig im Bereich der Unterrichtsräume (große Raumtiefen, opaker Sturz) überzeugt. Dieser hohe Öffnungsanteil - insbesondere in Ost-West-Richtung - sowie die transparenten Brüstungsausbildung erfordern ein hocheffizientes Sonnenschutzkonzept und eine Nachtauskühlung, um eine Überhitzung in den Sommermonaten zu vermeiden. Auf Basis eines kompakten A/V-Verhältnis ist der Gesamt-Endenergiebedarf - bei leicht erhöhten zu temperierenden Flächen - durchschnittlich bis gering, wobei der spezifische Bedarf sehr gute Voraussetzungen für einen energieeffizienten Betrieb aufweist. Es wurden Baustoffe mit einem mittleren Anteil an nachwachsenden Rohstoffen in Tragwerk und Fassade gewählt. Die Dauerhaftigkeit der Holzfassade ist durchschnittlich. Im Vergleich der im 3. Rundgang verbliebenen Arbeiten liegt das Energie- und Nachhaltigkeitskonzept des Beitrages insgesamt im günstigen Bereich.

    Städtebau und Freiraum allgemein:
    Die vorgeschlagenen Einzelgebäude erleichtern die Einbindung der Schulen in die vier verschiedenen Grundstücke. Es werden Schulfreiflächen angeboten, die in ihrer Zuordnung und Proportionen positiv bewertet werden. Die Zugänge in die Schulen sind gut auffindbar, haben eine klare Adresse und hohe Raumqualität. Die Sportflächen, Parkplätze und Pausenhöfe sind klar zugeschnitten und liegen funktional richtig. Die Raumbildung mit den Baumreihen und Baumquartieren wird positiv bewertet.

    Umsetzung/ Einzelne Standorte:

    Grundschule an der Ruth-Drexel-Straße
    Städtebau und Freiraum:
    Der Entwurf überzeugt durch die Anordnung von kubischen Baukörpern mit einer angenehmen und zurückhaltenden Architektursprache. Die Höhenentwicklung fügt sich schlüssig in die Umgebung ein. Die klaren Volumina bilden starke Raumkanten zu den umgebenden Straßen. Der Haupteingang zur Schule liegt städtebaulich überzeugend und ist vom Quartiersplatz gut auffindbar. Der evtl. knappe Schulhof wird von den umgebenden Gebäuden angenehm räumlich gefaßt. Der Parkplatz liegt flächig vor der Wohnnachbarschaft, woraus aus Sicht des Schallschutzes Einschränkungen bei außerschulischer Nutzung resultieren, vor allem während der Nacht. Der Anteil von verschatteten Pausenhofflächen ist hoch. Die Lage des Schulgartens ist ungünstig.

    Erschließung und innere Funktion:
    Die Eingangssituation wie die vertikale Erschließung sind klar und übersichtlich. Die Orientierung im Gebäude fällt durch die klare Struktur leicht. Die Verwaltung ist durch die Lage am zentralen Treppenhaus gut auffindbar. Die Zuordnung der Einzelfunktionen ist gut gelöst und führt zu kurzen Wegen. Die Barrierefreiheit wird mit nur je einem Aufzug für Schule und Sport gewährleistet. Die direkte Zugänglichkeit in die Freianlagen über Fluchtbalkone und Freitreppen wird positiv bewertet.
    Die Forderungen des Raumprogrammes sind adäquat umgesetzt.

    Die einzelnen Funktionsbereiche (Multifunktionaler Bereich, Lernhäuser, Fachlehrsäle, Verwaltung) sind sinnvoll zusammengefasst und klar strukturiert. Der multifunktionale Bereich kann zu einem großzügigen Raumkontinuum erweitert werden. Die Klassenräume sind angenehm proportioniert.
    Die Flächen für ganztägige Betreuung (Mittagsbetreuung) innerhalb der offenen Flurzonen sind schwierig. Eine bauliche Abtrennung erscheint erforderlich. Problematisch erscheint die Aufteilung von Küche und Nebenräumen auf zwei Ebenen.
    Die Forderung nach einer eingehausten Verbindung zwischen Schule und Sporthalle wurde nicht umgesetzt.

    Grundschule am Bauhausplatz

    Städtebau und Freiraum
    Die Arbeit zeichnet sich aus durch ihre angenehme und zurückhaltende Architektursprache, insbesondere zum Bauhausplatz. Die Platzkanten werden schlüssig aufgenommen und gefaßt. Der Baukörper weicht von der Baulinie ab, dies ist aber insofern vertretbar, als er wieder so weit wie möglich nach Norden verschoben wird. Daraus resultiert auch ein räumlicher Gewinn für den Schulhof. Städtebaulich besonders gelungen ist die Eingangssituation
    von Nord und Süd mit dem multifunktionalen Erdgeschossbereich. Die
    Baukörper Schule und Sporthalle nehmen durch ihre Ausrichtung die Strukturen der Umgebung auf und sind auf dem Grundstück schlüssig platziert.
    Der Parkplatz liegt ungünstig vor der Wohnnachbarschaft, woraus aus Sicht des Schallschutzes Einschränkungen bei außerschulischer Nutzung resultieren.
    Die Fahrradstellplätze sind zum Teil dem Hauptzugang zugeordnet. Die räumliche Trennung der Freisportanlagen durch die Zufahrt und die Fahrradstellplätze ist nicht möglich.
    Die Breite des Rasenspielfeldes wird durch die Laufbahn an der Nordseite unzulässig verkürzt.

    Erschließung und innere Funktion
    Die Eingangssituation wie die vertikale Erschliessung sind klar und übersichtlich, die Orientierung im Gebäude fällt durch die klare Struktur leicht. Die Verwaltung ist durch die Lage am zentralen Treppenhaus gut auffindbar. Die Zuordnung der Einzelfunktionen im Gebäude ist gut gelöst und führt zu kurzen Wegen.
    Die Barrierefreiheit wird mit nur je einem Aufzug für Schule und Sport gewährleistet.
    Die direkte Zugänglichkeit in die Freianlagen über Fluchtbalkone und Freitreppen wird positiv bewertet.
    Die Forderungen des Raumprogrammes sind überwiegend adäquat umgesetzt.
    Die einzelnen Funktionsbereiche (Multifunktionaler Bereich, Lernhäuser, Fachlehrsäle, Verwaltung sind weitestgehend sinnvoll zusammengefasst und klar strukturiert. Der multifunktionale Bereich kann zu einem großzügigen Raumkontinuum erweitert werden. Die Klassenräume sind angenehm proportioniert. Die Flächen für ganztägige Betreuung (Mittagsbetreuung) innerhalb der offenen Flurzonen sind schwierig. Eine bauliche Abtrennung erscheint erforderlich.
    Leider befinden sich Musikraum und Stuhllager nicht auf einer Ebene. Problematisch erscheint die Anlieferung der Küche und die Lage des Sozialraumes im UG. Die Forderung nach einer eingehausten Verbindung zwischen Schule und Sporthalle wurde nicht umgesetzt. Die Ausrichtung des Gruppenraumes des Hauses für Kinder nach Norden wird kritisch gesehen.

    Grundschule Freiham, Am Quartierszentrum

    Städtebau und Freiraum:
    Das kompakte Schulgebäude bildet einen klaren südlichen Abschluß des Quartiersplatzes aus. Die Lage und Funktion der Eingänge für Schule und Kinderhaus werten den Platz auf. Die Ausdehnung des Gebäudes nach Süden bildet auch zur westlich anschließenden Bebauung einen guten Übergang. Vom Ende der Wohnstrasse ist ein Einblick in die Schulanlage möglich. Die Freiflächen schaffen eine schöne Verbindung zu den angrenzenden öffentlichen Grünflächen. Die nahe Lage der Sporthalle zu dem Schulgebäude engt den Schulhofbereich unnötig ein.
    Der Parkplatz liegt unmittelbar gegenüber der Seniorenwohnanlage, woraus starke Einschränkungen bei außerschulischer Nutzung resultieren. Die Freispielfläche des Hauses für Kinder muss deutlich vergrößert werden. Die Zufahrt zu den zentralen Pkw-Stellplätzen ist umwegig.

    Erschließung und innere Funktion:
    Die Eingangssituation wie die vertikale Erschliessung sind klar und übersichtlich, die Orientierung im Gebäude fällt durch die klare Struktur leicht. Die Verwaltung ist durch die Lage am zentralen Treppenhaus gut auffindbar. Die Zuordnung der Einzelfunktionen im Gebäude ist gut gelöst und führt zu kurzen Wegen.
    Die direkte Zugänglichkeit in die Freianlagen über Fluchtbalkone und Freitreppen wird positiv bewertet.
    Die Flächengrößen des Raumprogrammes sind im Wesentlichen nachgewiesen. Die einzelnen Funktionsbereiche (Multifunktionaler Bereich, Lernhäuser, Fachlehrsäle, Verwaltung) sind sinnvoll zusammengefasst und klar strukturiert. Die Klassenräume sind angenehm proportioniert. Die Flächen für ganztägige Betreuung (Mittagsbetreuung) innerhalb der offenen Flurzonen sind schwierig. Eine bauliche Abtrennung erscheint erforderlich.
    Die innenliegende Küche und deren Anlieferung ist problematisch.Die Forderung nach einer eingehausten Verbindung zwischen Schule und Sporthalle wurde leider nicht umgesetzt.

    Grundschule Freiham, An der Aubinger Allee

    Städtebau und Freiraum:
    Der Entwurf sieht den Haupteingang an der Westseite vor. Dadurch fügt sich das Gebäude nicht straßenbündig an die Aubinger Allee an. Beides entspricht nicht der Auslobung. Die Abrückung von der Straße ist durch den kräftigen Baukörper aber vertretbar, die städtebaulich gewünschte Wirkung kann noch erreicht werden. Die Schülerinnen und Schüler werden zunächst (bis zur Realisierung der zweiten Realisierungsabschnittes Freiham) in der Hauptsache aus den südlichen und westlichen Bereichen kommen. Der eigentliche Nebeneingang wird daher stärker frequentiert werde, mit der Problematik der Erschließung über den Parkplatz und der vorläufigen Bedeutungslosigkeit des eigentlichen Haupteingangs. Das gleiche gilt für die Sporthalle, die aber nur einen Zugang von Westen hat. Der klare und kompakte und eindeutig an der Richtung der Straße ausgerichtete Baukörper bildet einen gelungenen Auftakt bzw. Abschluß der Siedlungsentwicklung Freiham. Der Parkplatz liegt ungünstig direkt dem Wohnen gegenüber, woraus unnötige starke Einschränkungen bei außerschulischer Nutzung resultieren. Der Abstand zur Aubinger Allee beträgt 45 m, verbunden mit einer günstig zu bewerteten Abnahme des Schallpegels. Dies kommt der zur Aubinger Allee orientierten Hausmeisterwohnung zu Gute und könnte für die Klassenräume eine natürliche Belüftung ggf. ermöglichen.

    Erschließung und innere Funktion:

    Der Eingang der Schule erfolgt nicht wie gefordert von Süden, schafft es aber dadurch, die spätere städtebauliche Erweiterung im Westen einzubeziehen. Die Eingangshalle ist mittig im Gebäude angeordnet und wird sowohl von Westen wie von Osten erschlossen. Der fußläufige Zugang für die von Osten kommenden Kinder über den Lehrerparkplatz ist jedoch noch nicht befriedigend gelöst. Die Eingangssituation wie die vertikale Erschliessung sind klar und übersichtlich, die Orientierung im Gebäude fällt durch die klare Struktur leicht, die Verwaltung ist durch die Lage am zentralen Treppenhaus gut auffindbar. Die Zuordnung der Einzelfunktionen im Gebäude ist gut gelöst und führt zu kurzen Wegen.
    Die Barrierefreiheit wird mit nur je einem Aufzug für Schule und Sport gewährleistet. Die direkte Zugänglichkeit in die Freianlagen über Fluchtbalkone und Freitreppen wird positiv bewertet.
    Die Flächengrößen des Raumprogrammes sind im Wesentlichen nachgewiesen. Die einzelnen Funktionsbereiche (Multifunktionaler Bereich, Lernhäuser, Fachlehrsäle, Verwaltung) sind sinnvoll zusammengefasst und klar strukturiert. Die Klassenräume sind angenehm proportioniert.
    Die Flächen für ganztägige Betreuung (Mittagsbetreuung) innerhalb der offenen Flurzonen sind schwierig. Eine bauliche Abtrennung erscheint erforderlich. Innenliegende Küche und Sozialraum sind problematisch. Die Sporthalle ist schlüssig im Schulgebäude integriert, besitzt jedoch nicht die erforderlichen Mindestmaße.