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  • DE-81927 München
  • 10/2013
  • Ergebnis
  • (ID 2-134600)

Errichtung von vier Grundschulen in modularer Bauweise


  • 5. Preis

    © Hausmann Architekten GmbH

    Architekten
    Hausmann Architekten, Aachen (DE), Köln (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: LATZ+PARTNER LandschaftsArchitektur Stadtplanung, Kranzberg (DE)
    Tragwerksplaner: Tichelmann & Barillas TSB Ingenieurgesellschaft mbH, Darmstadt (DE)
    Brandschutzplaner: KEMPEN KRAUSE INGENIEURE GmbH, Aachen (DE), Berlin (DE), Ingolstadt (DE), Euskirchen (DE), Hamburg (DE), Köln (DE), Düsseldorf (DE)
    Modellbauer: Modellbau Anikó Krén, Aachen (DE)

    Preisgeld
    33.000 EUR

    Erläuterungstext
    Leitidee

    Grundlegendes Element des Entwurfskonzepts bildet das Lernhaus. Drei additiv aneinander gesetzte Lernhäuser bilden den dreigeschossigen Hauptkörper des Schulgebäudes. Die Lernhäuser werden in den Obergeschossen situiert, das Sockelgeschoss dient den öffentlichen Bereichen der Schule und öffnet sich zu den umliegenden Freiräumen. Zusätzliche Funktionen wie die Kindertagesstätte und die Sporthalle werden modular an den Baukörper angeschlossen.


    Lernhäuser
    Die Schule bietet die Möglichkeit individuelles und selbstständiges Lernen räumlich umzusetzen, ohne den klassischen Weg des raumbezogenen Unterrichts auszuschließen. Die Klassen bleiben als in sich geschlossene Einheiten weiterhin vorhanden. Sie bilden die Stammräume der Lernbereiche, denen weitere Flächen zugeordnet werden können. Durch die Zusammenlegung der Gruppenräume entstehen die Lernateliers. Diese sind über großzügige Glaselemente mit den Klassen verbunden und von dort gut einsehbar. Über die Atrien belichtet, bilden sie das Herz der Lernebene. Der Anteil an Erschließungsfläche wird minimiert und so ausgebildet, dass diese Flächen mehrfach nutzbar sind: Bewegung, Kommunikation und die Adressen der einzelnen Klassen werden dabei räumlich umgesetzt. Jeweils zwei Atrien pro Lernhaus belichten den innenliegenden Bereich, sie geben eine Vielzahl von Blickbeziehungen innerhalb des Clusters als auch zwischen den Lernhauseinheiten frei. Durch geringfügige Änderungen im Innenraum kann ein Lernhaus als Fachcluster umgenutzt werden


    Bauart / Konstruktion
    Die Leitidee des Sockelgeschosses und des zweigeschossigen Aufbaus wird in der Konstruktion fortgesetzt. Das Sockelgeschoss wird in Massivbauweise in Stahlbeton errichtet und dient als Basis für das Lernhausmodul und bildet den konstruktiven Holzschutz. Die Konstruktion der Lernhauseinheiten erfolgt in vorgefertigter Holzbauweise. Massive Wandelemente aus Brettschichtholz bilden die tragende Struktur. Die Deckenplatten bestehend aus einer vorgefertigten Brettstapelholz-Betonverbund-Decke werden auf die Wände aufgesetzt. Die Bauweise bildet sich nach außen ab und die Holzelemente bleiben sichtbar. Haustechnische Installationen sowie Maßnahmen zur Raumakustik können von Werk aus integriert werden und ermöglichen einen schnellen und reibungslosen Bauablauf. Ein kompaktes Gebäude mit hochgedämmten Bauteilen aus nachwachsenden Ressourcen entspricht den energetischen und nachhaltigen Anforderungen für das zukünftige Bauen.

    Freiflächen
    Der Entwurf gliedert die Freiflächen der vier Schulen in aktive und passive Zonen. Diese bieten Raum für Ruhe-, Spiel und Laufbahnbereiche welches durch unterschiedliche Belagsmaterialien unterstrichen wird. Die befestigten Flächen bieten die Möglichkeit einen Verkehrsparcours aufzutragen. Die Freibereiche werden großzügig durchgrünt, einerseits in freier Baumstellung, andererseits in Rasterstellung über den Ruhezonen der Pausenflächen. Fahrräder werden an den Eingängen positioniert, teilweise von Pergolen überdacht. Freiraummobiliare werden aus Betonmodulen entwickelt. (Bank, Langbank, Rundbank und Schulgarteneinfassung (->Hochbeete)) und mit passender Holzauflage belegt. Flächen für Schulbiotope und Retention werden bereitgestellt. Die Schulgrundstücke werden an die angrenzenden Grünbänder und Grünräume angeschlossen.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Lernhausmodul
    Charakteristisch für das Lernhausmodul sind zwei Lichthöfe. Sie dienen der Belichtung der innenliegenden Räume für ganztägige Betreuung und Pausenbereich. Gerade für die Ganztagsbetreuung ist dies unbefriedigend, wobei an den Kopfenden Blickbeziehungen nach außen möglich wären. Die Notwendigkeit von zwei Lichthöfen entfiele hier. Dies gilt jedoch nicht für das mittlere Modul. Erschlossen wird jede Einheit über ein außenliegendes Treppenhaus, welches mit einem Fluchtbalkon mit seinen Nachbarmodulen verbunden ist. Über Raumverbinder werden sowohl die beiden notwendigen Fluchtwege als auch flexible Nutzungen ermöglicht. Die Verfasser sehen in der horizontalen Zusammenschaltbarkeit zweier Module über die innenliegende Zone der ganztägigen Betreuung eine weitere Flexibilität.
    Leider teilen die beiden Lichthöfe die Pausenfläche in zwei Teile und trennen diese physisch von der Ganztagsbetreuung. Die Besetzung der zwei Lichthofwände mit Garderoben lässt die sowieso nur noch als Fluraufweitung wirkenden Pausenrelikte im schummrigen Licht. Die Lernhauseinheit ist zweigeteilt. Es fehlt die Mitte. So gesehen ist die mögliche Koppelung mit der Nachbareinheit über die ganztägige Betreuung kontraproduktiv. Das pädagogische Konzept einer Lernhauseinheit findet hier keine Entsprechung im Raum.
    Holzverbunddecken, Fensterelemente aus Holzrahmen und Wände aus Massivholz werden in ihrer Erscheinung diszipliniert eingesetzt. Die Fassade ist gut proportioniert. Der Vorschlag die horizontal und vertikal geschichteten hölzernen Lernhausmodule auf ein dem jeweiligen Standort angepasstes massives Sockelgeschoss zu stellen ist logisch. Die hölzerne Kombinatorik der Lernhausmodule auf schwerem erdgeschossigen Sockel verspricht ein harmonisches variables Erscheinungsbild. Die jeweiligen Schulen erhalten so eine klare Gliederung und ein angenehmes unprätentiöses Erscheinungsbild, welches jedoch das interne räumliche Defizit nicht kompensieren kann.

    Konstruktion und Wirtschaftlichkeit
    Die kompakten Gebäuderiegel mit geringer BGF und BRI sowie der geringe Fassadenflächenanteil führen zu einer wirtschaftlichen Bauweise und Investitionskosten unter dem Durchschnitt.Durch den hohen Anteil an Holzbauweise ist ein hoher Grad an Vorfertigung möglich, Einschränkungen bestehen im Aus- und Umbau. Die Glasdächer zum EG in den Innenhöfen verursachen eine aufwändige Wartung.Beim Standort Bauhausplatz besteht ein erhöhter Aufwand für die Deckenkonstruktion der Sporthalle, da die Lernhausmodule darüber gelagert sind.

    Energieeffizienz
    Im Obergeschoss führt das Aneinanderreihen der Lernateliers zu einem reduzierten Außenraumbezug und einer nur mäßigen Tageslichtversorgung. Aufgrund der Orientierung und des hohen Ost-West-Fensterflächenanteil erscheint - in Verbindung mit der transparenten Brüstungsausbildung - ein hocheffizienter Sonnenschutz erforderlich. Die geringen Volumen- und Flächenkennwerte wirken sich gleichermaßen vorteilhaft auf die Lebenszykluskosten, „Graue Energie“und den Gesamt- Endenergiebedarf aus. Der spezifische Bedarf pro m² NGF liegt hingegen im Mittelfeld.

    Städtebau und Freiraum allgemein
    Die kompakten Baukörper schaffen eine klaren Abschluss zum öffentlichen Raum und ermöglichen am Schulgrundstück gut proportionierte Freiflächen. Alle Pausenhöfe sind großzügig dimensioniert und bieten interessante gut gegliederte Freiraumangebote. Der Innen-/Außenbezug wird positiv bewertet.
    Durch geschlossene und geöffnete Fassadenteile entsteht ein interessantes Wechselspiel; ob dies durchhaltbar ist, wäre zu prüfen.
    Fahr- und Gehverkehr liegen zT. überlappt, dies kann zu Störungen führen.

    Umsetzung/Einzelne Standorte

    Grundschule an derRuth-Drexel-Straße

    Städtebau und Freiraum
    Städtebaulich fügt sich die vorgeschlagene Baustruktur schlüssig und richtig in das Quartier ein. Die versetzten Gebäude bilden einen angenehmen Vorplatz, der zusammen mit dem Quartiersplatz eine schöne Raumfolge ergibt. Der Eingang liegt etwas weit im Osten, ist aber insgesamt mit dem Platz schlüssig. Der Pausenhof bekommt klare Raumkanten und öffnet sich nach Osten zum Grün. Die Lage des Hausmeistergebäudes erscheint fragwürdig.

    Der Parkplatz liegt flächig vor der Wohnnachbarschaft, woraus aus Sicht des Schallschutzes Einschränkungen bei außerschulischer Nutzung resultieren, vor allem während der Nacht.

    Erschließung und innere Funktion
    Der Eingang zur Schule ist im Gebäude richtig situiert. Die Schule weist ein großzügiges und attraktives Foyer auf, dem auch der Musikraum zugeschaltet werden kann. Allerdings leidet die Orientierung im Gebäude an der versteckten Lage der Treppen zu den einzelnen Lernhäusern. Die barrierefreie Erschließung der Lernhäuser ist mit nur einem Aufzug nur bei Zusammenschluss von jeweils zwei Lernhäusern gegeben. Die Verwaltung liegt günstig in der Nähe des Eingangs ist jedoch durch die vorgeschaltete Nebenraumzone nicht sehr gut auffindbar. Die Sporthalle dockt als eigener Baukörper unkompliziert an den Schulbaukörper an und bietet dadurch kurze Wege zum Sportbereich.
    Die Flächen des Raumprogrammes sind angemessen erfüllt.
    Der multifunktionale Bereich ist sehr gut nutzbar, die Verwaltung ist funktional sinnvoll zusammengefasst. Die Funktionalität der Pausenbereiche in den Lernhäusern ist dadurch beschränkt, dass er von den beiden relativ klein dimensionierten Lichthöfen durchschnitten und von der vorgeschlagenen Garderobenlösung beeinträchtigt wird. Hierunter leidet auch die Tageslichtversorgung der innenliegenden Pausenbereiche.

    Grundschule am Bauhausplatz

    Städtebau und Freiraum
    Städtebaulich fügt sich die vorgeschlagene Baustruktur schlüssig und richtig in das Quartier ein. Die Raumbildung zum Bauhausplatz überzeugt. Die Zugänge – auch zum Haus für Kinder – liegen richtig. Der Pausenhof erhält eine wohltuende räumliche Fassung. Die architektonische Anbindung des Kinderhauses kann nicht überzeugen. Der Parkplatz liegt günstig vor der Wohnnachbarschaft, woraus aus Sicht des Schallschutzes Einschränkungen bei außerschulischer Nutzung resultieren. Der angebotene öffentliche Rundweg um das Schulgebäude wird für nicht notwendig gehalten.

    Erschließung und innere Funktion
    Die Eingänge zu Schule und Haus für Kinder sind im Gebäude richtig situiert und liegen richtig zum Bauhausplatz orientiert. Die Schule weist ein großzügiges und attraktives Foyer auf, dem auch der Musikraum zugeschaltet werden kann. Allerdings leidet die Orientierung im Gebäude an der versteckten Lage der Treppen zu den einzelnen Lernhäusern. Die barrierefreie Erschließung der Lernhäuser ist mit nur einem Aufzug nur bei Zusammenschluss von jeweils zwei Lernhäusern gegeben. Die Verwaltung liegt günstig in der Nähe des Eingangs. Die Sporthalle ist zum Teil ins Schulgebäude integriert und bietet dadurch kurze Wege zum Sportbereich. Die innere Organisation des Hauses für Kinder über einen langen Flur wird kritisch gesehen.

    Die Flächen des Raumprogrammes sind angemessen erfüllt.
    Der multifunktionale Bereich ist sehr gut nutzbar, die Verwaltung ist sinnvoll zusammengefasst. Die Funktionalität der Pausenbereiche in den Lernhäusern ist dadurch beschränkt, dass er von den beiden relativ klein dimensionierten Lichthöfen durchschnitten und von der vorgeschlagenen Garderobenlösung beeinträchtigt wird. Hierunter leidet auch die Tageslichtversorgung der innenliegenden Pausenbereiche.

    Grundschule Freiham, Am Quartierszentrum

    Städtebau und Freiraum
    Das kompakte L-förmige Gebäude bildet einerseits einen guten südlichen Abschluß des Quartiersplatzes mit der richtigen Zugangssituation vom Platz und andererseits entsteht dadurch ein großer zusammenhängender Freibereich mit hohem Aneignungswert.

    Der Parkplatz liegt unmittelbar gegenüber der Seniorenwohnanlage, woraus starke Einschränkungen bei außerschulischer Nutzung resultieren.

    Erschließung und innere Funktion
    Die Eingänge zu Schule und Haus für Kinder liegen richtig zum Anger orientiert. Allerdings erreicht man den multifunktionalen Bereich erst nach einem längeren Weg entlang der gesamten Sporthalle. Die Orientierung im Gebäude leidet an der versteckten Lage der Treppen zu den einzelnen Lernhäusern. Die barrierefreie Erschließung der Lernhäuser ist mit nur einem Aufzug nur bei Zusammenschluss von jeweils zwei Lernhäusern gegeben. Die Verwaltung liegt günstig in der Nähe des Eingangs ist jedoch durch die vorgeschaltete Nebenraumzone nicht sehr gut auffindbar.

    Die Flächen des Raumprogrammes sind angemessen erfüllt.
    Der multifunktionale Bereich ist sehr gut nutzbar, die Verwaltung ist funktional sinnvoll zusammengefasst. Die Funktionalität der Pausenbereiche in den Lernhäusern ist dadurch beschränkt, dass er von den beiden relativ klein dimensionierten Lichthöfen durchschnitten und von der vorgeschlagenen Garderobenlösung beeinträchtigt wird. Hierunter leidet auch die Tageslichtversorgung der innenliegenden Pausenbereiche.

    Grundschule Freiham, An der Aubinger Allee

    Städtebau und Freiraum
    Das kompakte 3- geschossige Gebäude bildet eine klare Kante zur Aubinger Allee und einen guten Auftakt in die Siedlungsentwicklung Freiham. Der Eingangsbereich im Süden lässt an der Ecke Aubinger Allee/Pretzfelder Straße eine schöne Platzsituation entstehen.

    Der Parkplatz und die Zufahrt liegen ungünstig gegenüber vom Wohnen. Die Hausmeisterwohnung liegt lärmabgeschirmt hinter dem Schulgebäude. Die angebotenen überdachten Fahrradstellplätze liegen ungünstig und sollten auf das Baugrundstück in der Nähe des Haupteingangs verlagert werden.

    Erschließung und innere Funktion
    Der Eingang zur Schule liegt sinnvoll zum Vorplatz situiert. Allerdings erreicht man den multifunktionalen Bereich erst nach einem längeren Weg entlang der gesamten Sporthalle. Die Orientierung im Gebäude leidet an der versteckten Lage der Treppen zu den einzelnen Lernhäusern. Die barrierefreie Erschließung der Lernhäuser ist mit nur einem Aufzug nur bei Zusammenschluss von jeweils zwei Lernhäusern gegeben. Die Verwaltung liegt günstig in der Nähe des Eingangs ist jedoch durch die vorgeschaltete Nebenraumzone nicht sehr gut auffindbar.

    Die Flächen des Raumprogrammes sind angemessen erfüllt.
    Der multifunktionale Bereich ist sehr gut nutzbar, die Verwaltung ist funktional sinnvoll zusammengefasst. Die Funktionalität der Pausenbereiche in den Lernhäusern ist dadurch beschränkt, dass er von den beiden relativ klein dimensionierten Lichthöfen durchschnitten und von der vorgeschlagenen Garderobenlösung beeinträchtigt wird. Hierunter leidet auch die Tageslichtversorgung der innenliegenden Pausenbereiche.