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  • DE-10629 Berlin
  • 09/2013
  • Ergebnis
  • (ID 2-140185)

BDA-Nachwuchsförderpreise 2013 Berlin


  • Daniel Gössler Belobigung 2013

    Cover

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    Projekt
    Metaphern für die Stadt. Zur Bedeutung von Denkmodellen in der Architekturtheorie

    Autoren
    Sonja Hnilica

    Erläuterungstext
    (Buch erschienen bei transcript Verlag, Bielefeld, 2012)

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Auf der Jurysitzung vom 6. September 2013 wurde Sonja Hnilica und ihrem Buch Metaphern für die Stadt. Zur Bedeutung von Denkmodellen in der Architekturtheorie einstimmig die Daniel-Gössler-Belobigung für Architekturtheorie 2013 zuerkannt.
    Ausgezeichnet wird die für ein breites Fachpublikum überarbeitete Fassung der gleichnamigen, an der TU Wien eingereichten Dissertation. Die herausragende Qualität der Arbeit ist besonders darin zu sehen, dass sie auf ideale Weise Inhalte der Architekturtheorie auf verständliche Art darstellt, so dass gleichermaßen Architekten und Studierende angesprochen und die Ergebnisse architekturtheoretischer Forschung fruchtbar für Praxis und Lehre werden.
    Das Thema der Arbeit ist, wie in Zeiten, in denen die Architektur und der Städtebau vor neuen, bislang nicht geahnten Aufgaben stehen, Metaphern eine wichtige Rolle als Leitbilder architektonischer Vorstellungsbildung spielen können. Die Autorin stellt dieses anhand der neuen Dimensionen des Städtebaus dar, mit denen sich die Architekten und Städtebauer durch das schnelle Wachstum der Metropolen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts konfrontiert sahen. Ausgangspunkt dafür ist Camillo Sittes Buch Der Städtebau nach seinen künstlerischen Grundsätzen (1889), das nach Hnilica „einen bedeutenden frühen Versuch darstellt, die moderne Großstadt in den krisenhaften Umwälzungen durch die Industrialisierung neu zu denken.“ Die Arbeit stellt anhand von sieben Stadtmetaphern, die in Sittes Standardwerk eine zentrale Rolle spielen, sehr überzeugend dar, wie Metaphern für das architektonische und städtebauliche Entwerfen leitend sein können, dass sie einerseits verhindern können, dass das Entwerfen, angesichts zunehmend komplexer Anforderungen, in einem instrumentellen Schematismus verkommt, und sie andererseits durch ihr poetisches Potenzial die Architekten in ihrer gesellschaftlichen Aufgabe unterstützen können: Unter der sich stetig wandelnden kulturellen Logik eine vom Zustand der reinen Naturhaftigkeit sich unterscheidende, für Menschen einzig zuträgliche Umwelt zu schaffen.
    Überzeugend ist, dass die Arbeit nicht bei den von Sitte eingeführten Metaphern der Stadt als Haus, Lebewesen, Natur, Maschine, Theater, Gedächtnis und Kunstwerk stehenbleibt. Hnilica geht über die reine historische Betrachtung hinaus, indem sie, von Sitte ausgehend, den Horizont der theoretischen Fragestellung nach der Bedeutung von Metaphern als Denkmodelle auf unsere Zeit hin erweitert. Es begleitet die Lektüre der sehr flüssig, geradezu leicht geschriebenen Abhandlung die Fragestellung, welches denn in unserer Zeit, in denen sich der Begriff von Natur, Maschine, Kunstwerk und selbst Gedächtnis sich verändert, die entwurfsleitenden Metaphern sein könnten, im lokalen wie auch globalen Rahmen.


INFO-BOX

Angelegt am 21.10.2013, 16:49
Zuletzt aktualisiert 25.10.2013, 17:36
Beitrags-ID 4-74863
Seitenaufrufe 197

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