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  • DE-81927 München
  • 10/2013
  • Ergebnis
  • (ID 2-134600)

Errichtung von vier Grundschulen in modularer Bauweise


  • ein 3. Preis

    Explosionszeichnung der Konstruktion, © schlaich bergermann und partner / NAK

    Bauingenieure
    schlaich bergermann partner - sbp gmbh, Berlin (DE), Stuttgart (DE), Paris (FR), New York (US), Shanghai (CN), São Paulo (BR) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Numrich Albrecht Klumpp Architekten, Berlin (DE)
    Landschaftsarchitekten: Hager Partner AG, Zürich (CH), Berlin (DE)

    Preisgeld
    90.000 EUR

    Erläuterungstext
    Tragwerkskonzept

    Im Rahmen des Realisierungswettbewerbs für vier Grundschulen in München wurde ein Tragsystem konzipiert, das aus den folgenden Bauteilen modular zusammengesetzt wird:
    - tragende und zugleich wärmedämmende Außenhaut aus Infraleichtbeton-Fertigteilen
    - vorgefertigte vertikale Tragglieder (Wände / Stützen) im Innenbereich aus Brettstapelholz, bzw. Brettschichtholz
    - vorgefertigte Holzrippendecken mit integrierter TGA-Leitungsführung.

    Die einzelnen Entwürfe sehen jeweils einen Sockelbereich vor, der als Verwaltungs- und Multifunktionsbereich vorgesehen ist und die Anforderungen der jeweiligen Standorte bedient. Der Sockel wird konventionell in Stahlbeton erstellt, zeitgleich erfolgt die Vorfertigung der Bauteile der modularen Unterrichtsbereiche. Diese setzen auf dem Sockelbereich auf und folgen in ihrer Grundrissgestaltung der Idee des Lernhausclusters.

    Lernhaus-Modul:
    Die Baukörper werden durch einen Stahlbetonkern je Modul ausgesteift. Der vertikale Lastabtrag erfolgt über eine umlaufende tragende Fassade aus Infraleichtbeton-Fertigteilen, die durch ihre sehr guten Wärmedämmeigenschaften den Baukörper gleichzeitig thermisch abschließt.
    Weiterhin trennen vorgefertigte Massivholzwände die Unterrichtsräume von den Ganztagsbetreuungs-Bereichen und beteiligen sich am vertikalen Lastabtrag. Die Wände zwischen Unterrichtsräumen und Flurbereich werden in ein vorgefertigtes Stützen-Riegel-System aus Brettschichtholz aufgelöst und bilden auf diese Weise einen flexibel nutzbaren Wandbereich.
    Die Geschossdecken werden als vorgefertigte Holzrippen-Decken auf linienförmige Auflagerbereiche platziert und an die unterstützenden Bauteile angeschlossen. Notwendige Unterzüge aus Brettschichtholz werden deckengleich ausgeführt, um eine glatte Untersicht zu generieren. Der Anschluss der Decken an den Betonkern komplettiert das Aussteifungskonzept der Tragstruktur. Die Installations-Leitungen der TGA werden in den Hohlbereichen der Holzrippen-Decken verlegt.

    Vorfertigung:
    Die tragenden Bauteile (Massivholzwände, Holzrippendecken, Infraleichtbeton-FT, usw.) werden in der Werkstatt witterungsunabhängig mit hoher Präzision und Qualität vorgefertigt. Das System setzt sich aus wenigen, sich wiederholenden Bauteilen zusammen, die über intelligente Detailausbildungen gefügt werden. Die Bauzeit pro Geschoss reduziert sich entsprechend auf wenige Tage und garantiert somit eine kostengünstige und vor allem reibungslose und schnelle Erstellung der Grundschulen.

    Materialität / Nachhaltigkeit / Ökologie:
    Bei der Wahl der Werkstoffe wurde hoher Wert auf die Aspekte Nachhaltigkeit und Ökologie gelegt. Die Ausbildung einer tragenden Fassade aus Infraleichtbeton greift eine zukunftsweisende und schon mehrfach bewährte Bauweise auf. Der moderne Werkstoff Infraleichtbeton bietet in den kalten Jahreszeiten eine optimale Wärmedämmung. Im Sommer werden die Infraleichtbeton-FT als Speichermasse genutzt und sorgen für ein angenehmes Raumklima.
    Die restliche Tragkonstruktion wird aus dem Werkstoff Holz in unterschiedlichsten Verarbeitungsformen gebildet. Holz ist von Natur aus CO2-Speicher und lässt sich mit einem minimalen Energie-Einsatz verarbeiten. Das Holz steht in den heimischen Wäldern ausreichend zur Verfügung - kurze Anlieferungswege sind daher garantiert. Die Verwendung von Holz als Baustoff stärkt die lokale Forstwirtschaft und ermöglicht dadurch diese gesund und nachhaltig zu gestalten.
    Moderne Nachhaltigkeitskonzepte betrachten den gesamten Lebenszyklus von Bauwerken. So wurden die modularen Grundschulen bewusst ohne den Einsatz von Verbundwerkstoffen geplant um eine vollständige und umweltschonende Rezyklierung aller Bauteile am Ende des jeweiligen Lebenszyklus zu gewährleisten.

    Konstruktive Durchbildung:
    Die konstruktive Durchbildung von Detailbereichen mit Wärmebrücken-Problematik kann durch die Kombination aus Infraleichtbeton als tragende Fassade und Holz als Baustoff für Decken und Wände während des Planungsprozesses vollständig neu durchdacht werden.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.