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  • DE-45721 Haltern am See
  • 05/2013
  • Ergebnis
  • (ID 2-142057)

Stadtmühlenbucht


  • Gewinner

    Stadtmühlbucht, © Atelier Dreiseitl

    Landschaftsarchitekten
    Ramboll Studio Dreiseitl, Überlingen (DE), Singapur (SG), Beijing (CN), Hamburg (DE) Büroprofil

    Erläuterungstext
    Lage
    Die Stadtmühlenbucht liegt am Nord-Westrand der Stevertalsperre Haltern. Hier mündet der Mühlenbach, nachdem er sich aufgabelt und eine Insel ausbildet, in den See und damit in die Stever. Die Strandallee verbindet durch eine Bahnunterquerung den nördlichen Stadtrand mit dem durch Lippe und Stever geprägten Landschaftsraum ‚2Stromland‘ und ist Teil des Parcours um den See.

    Gestaltungskonzept
    Mit dem Wassermodell sollen verborgene Potentiale der Stadtmühlenbucht geweckt werden.
    Durch die Teilung der Insel in einerseits die Insel der Wasserkultur und andererseits die Insel der grünen Natur kann jeder Teil in sich charakterstark ausgebildet werden. Das kontrastreiche Gegenüber verstärkt sich gegenseitig und formt die neue Identität der Stadtmühlenbucht. Während die Insel der Wasserkultur durch Terrassen und lebhafte Aktivitäten geprägt wird, kann sich die grüne Insel als Naturidyll und verwunschene Ruheinsel entwickeln. Die Stufen Richtung neuer Insel machen die Strandallee zu einer Achse, die auf beiden Seiten Attraktionen bietet und bildet so das Scharnier zwischen dem zukünftigen Naturschutzgebiet Mühlenbachaue und dem Haltener Stausee. Die Durchfahrtsstraße wird zur Flanierpromenade und zum verbindenden sowie integriertem Element zwischen den südlichen See- und den nördlichen Mühlenteichterrassen. Die Lindenallee wird vervollständigt und gibt dem Ort schon jetzt einen starken Charakter.
    Auf den Terrassen kann spielerisch Wasserkultur erlebt werden: Wasser fördern und pumpen, Wasser stauen und speichern, Wasser leiten und fließen lassen sind die Kernthemen des Wassermodells. Die großzügig angelegten Sitzstufen laden ein zum Beobachten der Spielaktivitäten oder zum Betrachten der gegenüberliegenden Bauminsel. Der zentrale Teil wird flankiert von einerseits der Bastion mit Baumdach und andererseits der sich zum Mühlenteich geneigten Rampe, die mit weiteren Sitzkanten und Großsträuchern gegliedert ist.
    Die grüne Insel ist ein Ort der Naturentdeckungen: Das natürliche Ambiente wird durch Minimalinfrastruktur erschlossen und erlebbar gemacht. Es bietet Besuchern einen Vorgeschmack auf die Landschaft und Experimente des 2Stromlandes. Weitgehend sich selbst überlassene Sukzessionsdynamik der Vegetation wird durch die akzentuierten Kulturzitate Hutewald und Kopfweiden ergänzt.
    Hier in der neuen Stadtmühlenbucht ist auch die im Rahmen der Regionale 2016 erstellte Flußraumtypologie mit allen vier Charakteren „Loslassen, Kultivieren, Ausrichten und Kuratieren“ beispielhaft bei den Ufergestaltungen und der Aufmerksamkeit für das Element
    Wasser wiederzufinden.
    Als Entree und Servicebereich werden die Flächen westlich der stadtzugewandten Mühlenbachbrücke eingerichtet. Sonderparkplätze sowie Fahrradstellplätze kombiniert mit Sitzgelegenheiten, einer Radservicestation sowie einer Infotafel zur Wasserkultur dieser Landschaft und besonders der Stadtmühlenbucht bilden den Auftakt für diesen touristisch Ort am Haltener Stausee. Eines steht hier im Vordergrund: Die Natur und Landschaft des 2Stromlandes sowie besonders das Wasser begeistern die Menschen und es soll Freude machen, an diesem „Wassergarten“ vorbeizukommen oder auch einen ganzen Tag zu verbringen.

    Umsetzungsaspekte
    Der entscheidende Eingriff ist die Teilung der Insel und damit einer Neufassung des Mühlenbachverlaufs. Fließdynamik und gewässerökologische Themen müssen von Beginn an
    in der Planung berücksichtigt werden, um den neuen Mühlenteich nachhaltig anzulegen. Die einerseits landschaftspflegerisch wertvolle Ufergestaltung der abgetrennten Insel steht den touristisch aufgewerteten Uferterrassen gegenüber. Bei der Anlage der Terrassen sowie der Umgestaltung der Strandallee stehen solide Materialqualität und Bauweise im Vordergrund, um das Projekt dauerhaft, ohne großen Wartungsaufwand in einem guten Zustand zu halten. Ebenso sind die interaktiven Wasserspieleinrichtungen als ‚Low Tech‘ Anlage geplant, um ohne weiteren Energieaufwand und ohne technisch anfällige Elemente das langfristige Funktionieren sicherzustellen.
    Auf Extravaganz zu verzichten und gemäß den räumlichen und funktionalen Gegebenheiten
    die landschaftsarchitektonischen Elemente so anzuordnen, dass sie auch langfristig nicht in
    Frage gestellt werden, ist der wirksamste Ansatz, Kriterien nachhaltigen Bauens zu erfüllen.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.