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  • 3. Preis Obere u. Untere Hauptstraße, Seitenstraßen u. Moosachöffnung

    3. Preis Obere u. Untere Hauptstraße, Seitenstraßen u. Moosachöffnung

    Landschaftsarchitekten
    TDB Landschaftsarchitektur Thomanek Duquesnoy Boemans, Berlin (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Karl Thomanek , Eva-Maria Boemans

    Preisgeld
    12.000 EUR

    Erläuterungstext
    Mitarbeit: Luka Gilic

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die gestalterische Grundidee der Arbeit thematisiert den Kontrast zwischen grünem Domberg und steinerner Bürgerstadt. Die aus dem historischen Kontext der Stadt Freising abgeleitete Dualität wird zur Grundlage der Konzeption. Diese Grundhaltung wird im Entwurf konsequent durchgearbeitet. Dies wird sehr positiv gesehen, da der angemessene Umgang mit der Stadtgeschichte eine der zentralen Themen der Auslobung darstellt.
    Die gut gemeinte Umsetzung führt jedoch, vor allem in der Oberen Hauptstraße, zu einer sehr puristischen, fast schon spröden Atmosphäre. Daher wären entlang der Moosachöffnung einige mittelkronige Bäume durchaus vorstellbar und der Aufenthaltsqualität sicherlich zuträglich. Eine Beeinträchtigung der Blickachsen ist dadurch nicht zu erwarten. Diese werden auch in den anderen Teilbereichen der Arbeit nach den Vorgaben respektiert.
    Die Moosachöffnung ist sensibel, spannungsvoll und räumlich richtig in den Stadtraum gefügt. Die Sitzstufenanlage wird als Akzentuierung der Moosach und deren Zugänglichkeit positiv bewertet.
    Kontrovers diskutiert wurde allerdings die Ausrichtung der abgesenkten Aufenthaltsbereiche, da der Fahrverkehr sich im Norden abspielt und das Sicherheits- und Wohlfühlgefühl eingeschränkt ist.
    Überzeugend ist der in seiner Materialität einheitlich gestaltete Stadtboden, da er sich gegenüber der vielfältigen und lebendigen Architektur angenehm zurücknimmt. Die parallele Rinnenführung in den Straßenräumen im Bereich Obere- und Untere Hauptstraße stellt sich im Gesamtkonzept sehr deutlich dar und wird in der Detailplanung stark herausgearbeitet. Ob dies zu einer trennenden Wirkung führt, ist maßgeblich abhängig von der Farbigkeit des verwendeten Materials.
    Die vorgeschlagene helle Farbigkeit im Entwurf und die damit einhergehende Kontrastierung führt jedoch zu einer optischen Zergliederung des Stadtraumes und wird kritisch beurteilt. Eine klare Ausformulierung von Fahrspuren entspricht nicht der Idee eines gleichberechtigten Begegnungsraumes.
    Der Marienplatz kann mit der gewählten Intarsie nicht ganz überzeugen. Eine bessere Einbindung des Asam-Gebäudes wäre, auch im Hinblick auf die geplante Neugestaltung des Areals wünschenswert gewesen. Der Versuch die Verlegrichtung des Belages Marienplatz bis an die Fassade des Asam-Gebäudes zu führen, über die quer dazu verlaufende „Fahrspur“ hinweg, führt zu unbefriedigend formalen Verläufen und schafft die gewollte Verknüpfung nicht.
    Die Fortführung der Überspannleuchten in ihrer freien Ausformulierung ist durchaus positiv zu bewerten. Die Leuchtenstelen auf dem Marienplatz sind typlogisch und vor allem im Kontext der Mariensäule falsch gewählt.
    Die Gestaltung der Nebengassen mit der einfachen Mittelrinne überzeugt. Eine ähnliche Gestaltung wäre auch für die Bahnhofstraße wünschenswert.
    Die Arbeit kann, was die gestalterische Ausformulierung betrifft, in großen Teilen überzeugen. Die schlichte Grundhaltung nutzt gut die Potentiale des Ortes.
    Hinsichtlich der Funktionalität kann folgendes gesagt werden. Aufgrund der Rhythmisierung der Moosachöffnung sind im östlichen Bereich die Überquerungsmöglichkeiten eingeschränkt. Relativ weite Wege sind unter Umständen notwendig um die Geschäfte zu erreichen. Aufgrund der schlanken Ausformulierung im Westen, wären durch Überdeckungsmaßnahmen größere zusammenhängende Flächenbespielungen, wie z.B. Märkte möglich. Ein weitere Detaillierung zur Funktion, auch hinsichtlich der vorgeschlagenen Geländer, wäre hierzu wünschenswert.
    Die Kreuzungssituation Bahnhofstraße, Obere Hauptstraße ist durch die vorgeschlagene Großzügigkeit funktional deutlich verbessert worden. Im Gegensatz dazu wird die Bushaltestelle an der Unteren Hauptstraße/Weizengasse nicht deutlich ausformuliert.
    Die im Entwurf dargestellten Entwässerungslinien mit der aufgezeigten farblichen Absetzung wirken verkehrsbeschleunigend.
    Die Haltbarkeit des Belages wird aufgrund der vorgeschlagenen Größenformate und der ungebundenen Bauweise kritisch gesehen. Aufgrund ihrer knappen Dimensionierung wird die Oberflächenentwässerung im Bereich des Marienplatzes funktional hinterfragt. Die geringfügige Verschiebung von Kriegerdenkmal und Marktbrunnen bringen keine spürbare Verbesserung.
    Die vorgeschlagenen Materialität ist angemessen und mit den gesägten Oberflächen edel in der Anmutung und weisen eine gute Begehbarkeit auf. Insgesamt liegt die Arbeit im durchschnittlichen wirtschaftlichen Rahmen.


INFO-BOX

Angelegt am 14.11.2013, 12:36
Zuletzt aktualisiert 20.01.2014, 17:58
Beitrags-ID 4-76178
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