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  • Anerkennung Obere u. Untere Hauptstraße, Seitenstraßen u. Moosachöffnung

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    Lichtplaner
    licht|raum|stadt planung gmbh, Wuppertal (DE), Karlsruhe (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Stadtplaner: Büro für Städtebau und Architektur Dr. Holl, Würzburg (DE)
    Künstler: matthias braun, Würzburg (DE)

    Preisgeld
    8.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit ist gekennzeichnet durch ein einfaches, zurückhaltendes und damit der historischen Raumsituation angemessenes Gestaltungskonzept. Sie respektiert die historischen Gegebenheiten und Standorte der vorhandenen Elemente wie Denkmal und Marktbrunnen, wahrt die Sichtbeziehungen und stellt den Marienplatz in das ihm angemessene Zentrum des Raumgefüges.
    Sie berücksichtigt dadurch auch das bedeutendste profane Baudenkmal Freisings – das Asamgebäude – und die beabsichtigte räumlich Beziehung zwischen Marienplatz und Domberg.
    Positiv ist auch zu sehen, dass in der Unteren Hauptstraße bis zur Bahnhofstraße und im weiteren Verlauf in der Oberen Hauptstraße bis zur Bahnhofstraße keine vertikalen Gestaltelemente vorgesehen sind, was der historischen und architektonischen Bedeutung des Stadtraumes entspricht. Durch die einfache Führung von Pflasterbändern und Entwässerungsrinnen im Straßenverlauf wird die verkehrliche Funktion angenehm definiert und gleichzeitig die Leitfunktion zum zentralen Bereich erzeugt.
    Im Bereich der Oberen Hauptstraße von der Bahnhofstraße nach Westen stellen die Verfasser die Funktion des Bereiches als Platz- und Veranstaltungsraum in den Vordergrund und nicht die Aufgabe der Moosachöffnung.
    Insofern entsteht eine vielfältig nutzbare Fläche in welche die Teilöffnung der Moosach als Element der Platzgestaltung und weniger als sichtbarer Bachverlauf im Stadtraum wahrgenommen wird. Die in relativ weiter Entfernung im Westen des Bereichs vorgeschlagene Brunnenanlage vermag es nicht die Linienführung eines durchgängigen Bachverlaufs zu vermitteln.
    Die gestalterische Ausbildung der Moosachöffnung mit beidseitigen Sitzstufen und Aufenthaltsbereichen am Wasser ist im Sinne der Definition der Moosachöffnung als Gestaltelement möglich. Im Sinne der Aufgabenstellung den historischen Bachlauf wieder zu öffnen ist dieser Ansatz kritisch zu werten. Die Reduzierung und gestalterische Ausbildung der Gestaltelemente stört allerdings den Gedanken eines großzügigen einfach gestalteten Platzraumes.
    Das zurückhaltende Gestaltungskonzept wird unterstützt durch die Materialwahl die einen einfach und ganzheitlich erlebbaren Stadtboden erzeugt, wobei sie die historische Dimension der Freisinger Hauptstraße unterstreicht und nicht zu der historischen Bausubstanz in Konkurrenz tritt.
    In diesem Zusammenhang ist es zu begrüßen, dass die Verfasser auf Baumpflanzungen im Verlauf der Hauptstraße und auf dem Marienplatz verzichten.
    Dahingegen erscheint der Baumhain am Roider-Jackl-Brunnen als mögliche schattenspendende Aufenthaltsfläche im Freiraumgefüge sinnvoll.
    Die vorgeschlagenen notwendigen Gestaltelemente wie Bushaltestellen, Sitzbänke etc. sind in ihrer Einfachheit im Sinne des zurückhaltenden Gestaltungskonzeptes konsequent.
    Die notwendigen funktionalen Gegebenheiten sind sowohl in Bezug auf die Nutzbarkeit der Räume als auch in Bezug auf die zukünftige Verkehrsführung erfüllt.
    Die vorgeschlagene technische Ausbildung des Stadtbodens und die einheitliche Verwendung von Granitplatten berücksichtigt Belange von Menschen mit Behinderung und zeigt einen sinnvollen technischen Aufbau.
    Das Beleuchtungskonzept arbeitet konsequent mit Überspannungen, verzichtet auf den Stadtraum störende Masten und Stelen und unterstützt damit konsequent das Gestaltungskonzept.
    Die Wirtschaftlichkeit ist sowohl beim Bau als auch Unterhalt der Anlage gegeben.
    Die Arbeit erfüllt das geforderte Programm. Insgesamt stellt die Arbeit einen guten Beitrag zur Lösung der gestellten Aufgabe dar, wobei insbesonders die gestalterische Zurückhaltung in Bezug auf die vorhandene architektonische und stadträumliche Gegebenheiten zu sehen ist.
    Problematisch erscheint die zu zaghafte Öffnung der Moosach und deren Detailausbildung, die gestalterisch in verschiedenen Punkten nicht befriedigend ist.


INFO-BOX

Angelegt am 14.11.2013, 12:40
Zuletzt aktualisiert 10.01.2014, 11:19
Beitrags-ID 4-76182
Seitenaufrufe 47