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  • 1. Preis Zuschlag Obere u. Untere Hauptstraße, Seitenstraßen u. Moosachöffnung

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    Architekten
    Numrich Albrecht Klumpp Architekten, Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: ST raum a. Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, Berlin (DE)

    Preisgeld
    33.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    In den Grundzügen zeichnet sich der Beitrag durch eine angenehme Zurückhaltung im Einsatz der formalen Mittel aus. Der Stadtboden ist zwar in differenzierten Verlegearten und Pflaster- bzw. Plattengrößen vorgeschlagen, mit dem durchgängigen Material Granit stellt sich aber dennoch eine wünschenswerte Homogenität ein.
    Auch in den funktionalen Belangen besteht wenig Anlass für Kritik. Die mit Granitpflaster abgesetzte, aber weitgehend bodenbündige Fahrbahn klärt die Zuordnung der Verkehrsarten, ohne dass allzu große Trennwirkungen entstehen. Die Gehwegbereiche sind sinnvoll mit gut begehbaren Plattenbelägen vorgesehen, die taktilen Orientierungsrillen richtig an den Trennlinien von Fahr- und Fußgängerbereichen angeordnet. Im Beleuchtungskonzept erfährt der Marienplatz mit der Mastleuchtenausstattung eine nachvollziehbare Sonderbehandlung, während in den Straßenräumen die bestehende Überspannbeleuchtung wirtschaftlich vorteilhaft beibehalten wird.
    In der formalen Durchbildung verdienen die Entwurfsvorschläge eine nahezu durchwegs lobende Bewertung. Der bis zum Asamgebäude gespannte und den Straßenzug unterbrechende Marienplatz-Pflasterboden ist geeignet den Platzraum ganzheitlich wahrnehmen zu lassen und auf den Fahrverkehr geschwindigkeitsmindernd einzuwirken. Im zentralen Bereich der Oberen Hauptstraße wird der Lauf der Stadtmoosach so geöffnet, dass er einerseits eine positive Längsentwicklung aufweist, andrerseits aber mit den großzügigen Übergängen und den gestuften Uferrandausbildungen gleichermaßen gute Nutzungs- und Aufenthaltsqualitäten bietet. Der südliche den Moosachbachlauf begleitende Bereich ist von größter Attraktivität sowohl in der Gesamtgestaltung als auch in den Einzelvorschlägen. Die vorgeschlagene Baumreihe ist hier vertretbar und im historischen Kontext ebenso verträglich wie die übrigen Gestaltungseinzelvorschläge mit Ausnahme der räumlich wirkungslosen gepflasterten Torschattenfelder und den kaum allgemein verständlichen, in den Boden eingravierten Bärentatzenspuren.
    Der Unterbau der Pflasterflächen ist wenig brauchbar. Das Granitpflaster auf einer 20 cm starken Brechsandschicht widerspricht allen technischen Regeln und würde kurzfristig zu erheblichen Schäden führen. Ebenso kritisch muss der Vorschlag gesehen werden, Recyclingmaterial zu verwenden, da spätere Sanierungserfordernisse hohe Kosten verursachen dürften. Die Wirtschaftlichkeit im Unterhalt kann hier insofern nur eingeschränkt attestiert werden.
    Insgesamt wird die Wettbewerbsarbeit als in hohem Maß qualitätvoll und entwicklungsfähig beurteilt.


INFO-BOX

Angelegt am 15.11.2013, 15:25
Zuletzt aktualisiert 31.01.2014, 12:26
Beitrags-ID 4-76300
Seitenaufrufe 74