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  • CH-2504 Biel/Bienne
  • 11/2013
  • Ergebnis
  • (ID 2-154246)

Zentrum für Langzeitpflege Schlössli


  • Teilnahme

    kein Bild vorhanden
    Landschaftsarchitekten
    Andreas Geser Landschaftsarchitekten AG, Zürich (CH) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: AEBI & VINCENT ARCHITEKTEN SIA AG, Bern (CH), Geneve (CH)
    Verkehrsplaner: Kontextplan, Bern (CH)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die vorgeschlagene städtebauliche Setzung von zwei leicht schiefwinkligen Baukörpern in die historische Anlage des Schlösslis überzeugt durch Klarheit und Grosszügigkeit. Das neue Ensemble mit Bestands ‐ und geplanten Neubauten schafft zudem eine hohe Durchlässigkeit und Qualität der Aussenräume.

    Die beiden Neubauten fügen sich durch ihre Form geometrisch in ihre unmittelbare Umgebung ein. Sie sind jeweils über eine Passerelle im ersten Obergeschoss mit dem Schlössli verbunden. Beide Gebäude weisen je zwei Innenhöfe auf, die als Aussenraum konzipiert sind. Die Teilung des Hofes durch einen mittig gesetzten Baukörper in zwei kleinere Höfe reduziert aus Sicht der Jury die räumliche Qualität und schafft eher eng anmutende Räume. Aus betrieblicher Sicht sind die Doppelhöfe auch in Bezug auf die Orientierung und langen Wege im Gebäude kritisch zu beurteilen.

    Die Fassaden der beiden Neubauten sind horizontal strukturiert und durch vertikale Elemente ergänzt. Trotz der sorgfältigen Ausarbeitung der Fassaden weisen diese im Zusammenhang mit den historischen Fassaden des Schlösslis eine gewisse Beliebigkeit und Austauschbarkeit auf. Der architektonische Ausdruck der Bauten weist nicht die gleiche Schlüssigkeit auf wie die städtebauliche Haltung.

    Die Anordnung von Café und Veranstaltungsraum im Schlössli macht dieses zwar wieder zum Zentrum der Anlage, schafft aber aufgrund der historischen räumlichen Gegebenheiten nicht die betrieblich gewünschte Transparenz und Offenheit.

    Die Zimmergrundrisse lassen eine gewisse Möblierungsvarianz zu. Durch die Anordnung der Nasszellen im Fassadenbereich wird diese jedoch wieder eingeschränkt und es entsteht zudem eine verhältnismässig grosse Zirkulationszone.

    Die Wirtschaftlichkeit des Projektes wird aufgrund der hohen Fassadenabwicklung eher negativ beurteilt. Auch die massiven Eingriffe im Altbau führen zu relativ hohen Kosten.

    Der städtebauliche Gewinn durch die freie Positionierung der beiden Neubauten auf dem Areal schafft andrerseits viele betriebliche Nachteile. Eine grosszügige innenräumliche Verbindung zwischen Schlössli und den Neubauten fehlt. Die auf die Passerellen reduzierte Verbindung zwischen den Bauten kann diesem Wunsch nicht nachkommen. Es bestehen Zweifel, dass eine gute Orientierung über die vorgeschlagene Wegeverbindung möglich ist, die der alltägliche Betrieb fordert.

    Dem Konzept das Schlössli mit den Erweiterungsbauten als „funktionale und gestalterische Familie“ zu verstehen, kann das Projekt nicht vollständig Rechnung tragen.
    Obwohl das städtebauliche Konzept durchaus überzeugt, wirft es für den Betrieb der geplanten Nutzung zu viele Fragen auf: ein Zentrum, eine Mitte als Verbindung der einzelnen Gebäude fehlt. Der Altbau vermag aus Sicht der Jury nicht die gewünschte Öffentlichkeit zu erzeugen.