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  • 1. Preis Zuschlag

    Schwarzplan, © AllesWirdGut Architektur ZT GmbH

    Architekten
    AllesWirdGut, Wien (AT), München (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: DnD Landschaftsplanung, Wien (AT)

    Preisgeld
    40.000 EUR

    Erläuterungstext
    Der bereits vorgelegte städtebauliche und landschaftsarchitektonische Ansatz wird weiter ausgearbeitet:
    Starke Durchgrünung, Baumbestand und die Topografie stellen ein Potential dar, das es zu nutzen gilt!

    Eine weiträumige Parklandschaft mit stark durchgrünter Umgebung: Schulvillen in einem Park, mit altem Baumbestand, großflächigem Grün, einer Abfolge von Wegen und Plätzen.

    Die Neubauten bilden in Bezug zum Gebäude- und Baumbestand eine städtebauliche Einheit innerhalb des Campus, und verweben das Areal mit der Umgebung - ein homogen integrierter Bestandteil des Stadtteiles.

    Frei stehende Schulvillen schaffen eine wohl proportionierte Raumbildung und Gliederung der Freiräume: Licht, Luft und Ausblick in den Grünraum, ruhige Parkstimmung: Aufenthaltsmöglichkeiten die den unterschiedlichen Altersstufen und Bedürfnissen gerecht werden.

    Außenräume von besonderer Aufenthaltsqualität, in Nutzung und Charakter subtil differenziert.

    Die Topgrafie wird genutzt, um große Baumassen zu integrieren und zurückzunehmen. Der Geländesprung zwischen Gymnasium und Stadtteilschule differenziert die beiden Schulen. Der Neubau des Gymnasiums setzt die Bauform der Stadteilschule fort und schafft ein städtebauliches Kontinuum von Gebäuden und gefassten Freiräumen. Die Positionierung stärkt das Ensemble im Südosten und integriert dieses in den Campus.

    Das Mehrzweckgebäude liegt zentral zwischen den Schulen: Es nutzt den Geländesprung - die zweigeschossige Aula liegt zum Gymnasium und zur Stadtteilschule ebenerdig. Das Mehrzweckgebäude ist die gemeinsame Schnittstelle, welche die Topografie aufnimmt und überbrückt - der wahre Mittelpunkt des Campus.

    Der gemeinsame Freiraum der Aula ergänzt die Höfe von Gymnasium und Stadtteilschule. Der Pausenhof der Lessing-Schule, greift räumlich den Hof des Gymnasiums auf, verwebt ihn aber mit dem Grünraum.

    Die Zonierung der Freiräume und Abgrenzung der Lessing Stadtteilschule und des Alexander von Humboldt Gymnasiums erfolgt durch ein breites Pflanzband. In der von beiden Schulen genutzten Mittelzone teilt sich das Band auf und umschließt den gemeinschaftlich genutzten Bereich der Aula und die Arena. Die Stadtteilschule wird von Hanhoopsfeld erschlossen und das Gymnasium von der Rönneburger Strasse. Das gesamte Gelände ist von einem schlichten Zaun umgeben.

    Die Hauptzugänge und Eingangssituationen zu den beiden Schulen sind klar ablesbar als breite helle Wege (Betonplatten) ausgebildet, die mit weissen Betoneinfassungssteinen begrenzt werden. Die Hauptzugänge werden über eine Treppenanlage und Sitzstufen zu den Haupteingängen geführt. Gestaltung und Dimension der Hauptzugänge und der Abgrenzung schaffen eine einfache Orientierung und Identifikation mit der jeweiligen Schule.

    Fahrradstellplätze und PKW Stellplätze liegen nahe den Hauptzugängen. Hier sind wassergebundene Schotterdecken und in den Randbereichen Schotterrasen vorgesehen. Die Positionierung wurde hinsichtlich der Abstände zu Bestandsbäumen überarbeitet und optimiert.

    UMSETZUNG PÄDAGOGISCHES KONZEPT
    Die Leitlinien und Ausrichtungen von Stadtteilschule und Gymnasium sind im Freiraumangebot berücksichtigt, z.B. ein Biotop für das Gymnasium. Freiraumangebote schaffen laute und leise Bereiche, individuelle und gemeinschaftliche Zonen.

    Die Klassenräume in den Cluster-Gebäuden sind wie die Flügel eines Windrades um ein zentrales Atrium mit Erschließungs- und Differenzierungsfläche angeordnet. Die Differenzierungsfläche ist in einen großen offenen Bereich am Atrium und Nischen für kleine Gruppen und intime Zusammenarbeit gegliedert und bietet somit den geeigneten Rahmen für unterschiedliche Nutzung. Ob alleine, in Kleingruppen, mit dem ganzen Jahrgang oder jahrgangsübergreifend – die Cluster-Gebäude bieten eine offene Lernlandschaft. Eine unmittelbare räumliche Vernetzung aller Bereiche ist gegeben. Durchlässigkeit und Transparenz zwischen den einzelnen Räumen unterstützt vielfältige Unterrichts- und Lernformen.

    Zwei bauliche Rettungswege sind vorhanden, der 2. RW führt über die Treppe im Atrium (Halle - Abweichung von §34 Abs.1 HBauO nach § 69 HBauO). Entsprechende Anforderungen an Hallenwände und Türen sowie die Rauchableitung sind berücksichtigt. Die Brandlasten im Atrium sind gering (Bauteile A2, Einrichtung Cfl-s1). Eine automatische BMA ist vorgesehen.

    MATERIALITÄT UND GESTALTUNG
    Die Materialwahl baut auf dem Bestand und der Umgebung auf: Traditioneller Klinker in verschiedenen Farbtönen prägt das neue Ensemble und schafft eine starke, selbstbewusste Identität. Der Neubau Gymnasium ist farblich dem Bestandsgebäude angepasst, die Lessing Schule ist dunkler gehalten.

    Die einfachen Baukörper vermitteln aber auch eine zeitgemäße Architektursprache.
    Die Öffnungen sind großzügig und gezielt gesetzt, weiße Flächen akzentuieren die Eingänge. Untergeordnete Öffnungen werden durch partiell offenes Ziegelmauerwerk gestalterisch integriert.
    Die Gemeinschaftsflächen im Merkzweckgebäude sind großzügig verglast und vermitteln Transparenz und Kommunikation.

    ENERGIEHAUSHALT UND WIRTSCHAFTLICHKEIT
    Die Baukörper sind kompakt und von einfacher Struktur. Die Bauweise ist massiv – voraussichtlich in Stahlbeton. Die Gebäudehülle ist unter Vermeidung von Wärmebrücken sehr gut gedämmt, der Verglasungsanteil (3-fach Wärmeschutzverglasung) ist verhältnismäßig gering, aber für eine sehr gute Tageslichtversorgung angemessen. Sommerlicher Überwärmung wird durch außenliegende Raffstore als Sonnen- und Blendschutz, gute Speichermassen und Nachtlüftung (quer durch Klassenräume ins Atrium – über Dach – Kamineffekt des Atriums) vorgebeugt.

    Sowohl Fassade als auch die Konstruktion sind werthaltig, wartungsarm und langlebig. Reinigungs- und Instandhaltungsarbeiten werden durch entsprechende Oberflächen vereinfacht bzw. auf ein Minimum reduziert.

    Die gesamte Bauweise ist somit wirtschaftlich und nachhaltig.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Den Verfassern der Arbeit gelingt es durch die Platzierung von Solitärgebäuden in dem parkähnlichen Schulgebäude eine Vielzahl von Solitären im Park die bestehende Qualität des Schulstandorts zu erhalten und zu einem schlüssigen Campus weiter zu entwickeln. Durch die Aufteilung der Nutzungen erhalten die Einzelbaukörper eine angenehme Maßstäblichkeit, auch gegenüber der angrenzenden Nachbarbebauung.
    Sporthalle und „Blechkiste“ liegen folgerichtig am Hanhoopsfeld und erhalten damit für diese öffentlichen Nutzungen eine gute Adresse.

    Auch mit der Positionierung des Verwaltungsbaus erhält die Stadtteilschule eine gute Adressbildung am Hanhoopsfeld. Durch die Setzung des erforderlichen Erweiterungsbaus im östlichen Grundstücksteil erhält das AvH einen zusammenhängenden Bereich mit eindeutiger Adresse zur Rönneburger Straße. Das gemeinsam genutzte Verbundgebäude wird folgerichtig zwischen die beiden Schulen ins Zentrum des Campus’ gesetzt. Geschickt wird der dortige Höhenunterschied in das Gebäude integriert und verbindet so die den jeweiligen Schulen zugeordneten Höfe miteinander. Den Verfassern gelingt es, die Neubauten für beide Schulen in einem ausgewogenen Verhältnis anzuordnen. Dadurch wird für die LSTS ein gut proportioniertes Gebäudeensemble geschaffen und die Identität des AvH durch einen Erweiterungsbau gestärkt.

    Die pädagogischen Erfordernisse werden sowohl durch die vorgesehene Clusterung als auch durch die Freiraumgestaltung voll erfüllt.
    Die einheitliche Gestaltung der Fassaden in Klinkeroptik als Lochfassaden mit breiten Fensterfeldern wirkt angenehm ruhig und verspricht eine hohe architektonische Qualität des Campus. Auch werden die Bestandsgebäude damit gut eingebunden. Die Ausführung mit Klinkerriemchen entspricht jedoch nicht dem architektonischen Anspruch dieser Arbeit und sollte auf jeden Fall überdacht werden. Die geforderte Clusterbildung ist in den einzelnen Gebäuden gelöst, bedarf jedoch hinsichtlich der Rettungswege und des Brandschutzes noch einer Überarbeitung.

    Durch die geschickte Anordnung von Einzelbaukörpern können erfreulicherweise verhältnismäßig viele Bäume und in großen Bereichen die bestehende Topografie erhalten werden. Zwischen den Gebäuden entstehen so differenzierte Freiräume unterschiedlicher Qualität, die von den unterschiedlichen Jahrgangsstufen gut genutzt werden können. Allerdings ist die Durchwegung von West nach Ost, insbesondere im nord-westlichen Bereich des Verbundgebäudes, zu schmal ausgebildet.
    Die Erschließung ist konzeptbedingt dezentral, aber gut positioniert. Die Orientierung innerhalb der Gebäude ist übersichtlich.

    Die Arbeit überzeugt insgesamt mit ihrem klar strukturierten Ansatz, der für diesen Standort einen optimalen Schultypus vorschlägt und der die vorhandenen Qualitäten des Ortes weiterentwickeln kann.