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  • DE-33175 Bad Lippspringe
  • 11/2013
  • Ergebnis
  • (ID 2-138247)

Landesgartenschau Bad Lippspringe 2017 – WaldKurPark


  • 2. Rundgang

    Perspektive Aussichtsturm

    Landschaftsarchitekten
    scape Landschaftsarchitekten, Düsseldorf (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Matthias Funk , Hiltrud Maria Lintel , Prof. Rainer Sachse

    Mitarbeit
    Caroline Kaiser, Sebastian Schleithoff, Filip Staszkiewicz

    Erläuterungstext
    Gartenschaukonzept

    Die Leitidee der Landesgartenschau basiert auf dem Gedanken, den barock anmutenden Kurpark mit der besonderen Atmosphäre des angrenzenden Waldgebietes zu verknüpfen und den Übergang zwischen Park und Wald zu akzentuieren. Die strenge, formale Gestaltungssprache des Kurparks und die freie, fließende Formensprache des Waldes bilden dazu das Grundgerüst des Gestaltungskonzeptes. Zusätzlich werden die Qualitäten des Waldes hervorgehoben. Angebunden an die verschiedenen Kliniken in Bad Lippspringe kann der Wald als Ort der gezielten Bewegung und zugleich als Ort des Wohlfühlens und der Entspannung in verschiedene Therapieformen eingebunden werden.

    Waldpark
    Im Zuge der Landesgartenschau wird der Wald neu thematisiert und erlebbar gemacht. Dazu wird zunächst ein neuer Rundweg angelegt, der das Motiv der „Dünenlandschaft Senne“ im Sinne eines „Wandelparks“ aufgreif t: Ein fließendes Wegeband schlängelt sich durch die hügelige Topographie des Waldes. Der Weg gliedert sich dabei in Bereiche mit unterschiedlicher Gestaltungsintensität. Dazu weitet sich das Wegeband an verschiedenen Stellen auf, so dass gegensätzlich zu den dichten Gehölzstrukturen helle Lichtungen entstehen, die mit unterschiedlichen Themen belegt und bespielt werden.
    Die Lichtungen öffnen sich im fließenden Schwung des Weges. In diese länglichen Platzflächen werden jeweils mehrere Gestaltungsinseln unter einem übergeordneten Thema platziert.
    Besondere bestehende Orte innerhalb des Gebietes, wie zum Beispiel die Liegehalle und die Mersmannteiche, werden in das Wegeband integriert und durch neue Interventionen ergänzt. Dazu zählen die Waldbühne, die zu einem Veranstaltungsort im Wald wird, ein großzügiger Wald- und Abenteuerspielplatz sowie verschiedene Themengärten (wie Staudenlichtung, KneippKurGarten, Farnwald, Gräserdüne, Rhododendronhain) und Mustergräber. Die ehemalige Waldhütte wird zum neuen Waldcafé, von dem die Besucher den Blick über die romantische Atmosphäre der Mersmannteiche schweifen lassen können.
    Das großzügige Wegeband wird durch ein zusätzliches, feingliedriges Wegenetz ergänzt, das entgegen der geschwungenen Formensprache des Hauptweges aus linear verlaufenden Wegen besteht. Diese verknüpfen einzelne Lichtungen miteinander und ermöglichen so eine schnelle Verbindung zwischen den jeweiligen Orten. Übergeordnete Verbindungswege wie der Ehrenfriedhofsweg und der Haustenbecker Weg werden in das neue Wegenetz integriert.
    Als neuer Schwerpunkt und als weiteres Naturerlebnis entlang des Rundweges ist ein Aussichtsturm vorgesehen. Ein „Baumwipfelpfad“ windet sich durch den Wald bis zur Aussichtsplattform, die über den Baumkronen schwebt. Der erhöhte Standort ermöglicht einen Perspektivwechsel und lässt einen neuen Fernblick über Bad Lippspringe zu. Zusätzlich zum „Baumwipfelpfad“ besteht die Möglichkeit, die Aussichtsplattform über eine Wendeltreppe zu erschließen. Im Turmgehäuse sind fensterartige Aussparungen vorgesehen, durch die man auf unterschiedlicher Höhe verschiedene Waldsequenzen wahrnehmen kann.
    Die vorhandenen Qualitäten des zentralen Kurparks als intensiv gestaltete Parklandschaft werden als Kontrast zum dichten Waldpark stärker herausgearbeitet. Dabei bildet das vorhandene Wegekreuz inklusive der Wasserbecken die Basis von der aus ein offen und transparenter Kurpark entwickelt wird. Eine aufgeweitete Ellipse definiert sowohl den Auftakt als auch das Zentrum der Parkanlage. Von hier aus führen direkte Wegeachsen in die angrenzenden Räume des Kur- wie auch des Waldparks.
    Durch starkes Auslichten der vorhandenen Strauchpflanzungen und unter Rückbau einiger Elemente, wird ein zentraler Parkraum geschaffen, der mittels fließender Stauden- und Gräserpflanzungen einen starken Schmuckaspekt erhält. Diese Stauden- und Gräserpflanzungen werden als robuste und standortgerechte Mischpflanzungen in klar definierten Flammenformen angelegt. In zentraler Achse symmetrisch, lösen sich entlang der Achse aus der Symmetrie, so dass das Flammenmeer zunehmend in den Parkwald übergeht. Durch den Rückgriff auf langzeiterprobte Staudenmischungen können diese Pflanzungen auch nach der Veranstaltungsdauer der Landesgartenschau mit geringstem Pflegeaufwand erhalten werden.
    Eingebettet sind diese Pflanzungen in einen baumüberstellten Wiesenpark, der zahlreiche offene Teilräume für temporäre Nutzungen wie Lagern, Sport und Spiel bietet. Die Salzgrotte Martinius wird durch Ergänzung einer Terrasse zum zentralen Gastronomiestandort des WaldKurParks.
    Der Übergang in den Waldpark wird durch das Wegeband des Waldparks markiert. Im Umfeld des Wegebands verdichtet sich der offene Parkwald in einen Wald mit Strauchschicht .
    Das heutige Wegesystem hat keine erkennbare Hierarchie. Im Bereich des Waldparks treffen gradlinige forstwirtschaftliche Wegeschneisen auf eine willkürliche kleinmaßstäbliche Wegetextur ohne erkennbare Systematik. Das Wegesystem im Kurpark besteht aus einer redundanten Überlagerung von Rundwegen. Durch die Einführung klarer Hauptwegeachsen und -bänder werden neue übergeordnete Rundwege definiert, die durch eine Vielzahl von geraden Verbindungswegen in kleinere Rundwege geteilt werden. Diese Wege bilden darüber hinaus kurze Verbindungen zwischen den attraktiven Lichtungen.
    Die Wegeoberflächen passen sich den jeweiligen Teilräumen an. So werden die Hauptwege im zentralen Kaiser-Karls-Park entsprechend der zukünftigen Besucherfrequenz mit einem hochwertigen Betonsteinplaster Allwetter tauglich ausgebaut. Die Wege im Waldpark werden hingegen als landschaftliche wassergebundene Oberflächen hergestellt. Alle Wegeoberflächen werden in einem sandbeigen Farbton gestaltet und mit einem Läufer eingefasst.

    Ausstattung und Beleuchtung
    Die gesamte Ausstattung erfolgt mit einfachen funktionalen Objekten, die dem geschwungenen Gestaltungsprinzip des Grundrisses folgt. Durch Verwendung zahlreicher hölzernen Elementen wird auch hier wieder der Bezug zum Thema Wald hergestellt. Ziel ist es, dass sich die Ausstattung den landschaftlichen Elementen unterordnet und eine eher dienende Funktion wahrnimmt.
    Die Hauptwege im Kaiser-Karls-Park wie auch die direkten Wege zur Waldbühne wie zur Spiellichtung werden mit Fackelleuchten verkehrssicher ausgeleuchtet. Die offenen Platzräume der Lichtungen werden während der Landesgartenschau über Lichtmaste mit mehreren Leuchten bühnenartig in Szene gesetzt.

    Ehrenhain
    Analog zum Kaiser-Karls-Park dient eine aufgeweitete Ellipse als zentraler Verteiler in die angrenzenden Räume von Busbahnhof, Eingangsbereich, Kurhotel und Fußgängerzone. Das Thema Lichtung wie auch die Staudenflammen wird hier für den Besucher zum erstenmal angespielt.

    Eingangsbereich
    Der Haupteingang wird ausreichend aber nicht überdimensioniert gestaltet. Neben der offenen Platzfläche mit Wasserspiel liegt ein weiteres Funktionsband mit Fahrradständern und E-Ladestationen. In das Bestandsgebäude werden alle notwendigen Nutzungen (Ticketverkauf, WC, Infopunkt, …) integriert.

    Nachnutzungskonzept
    Wie schon im Kaiser-Karls-Park angedeutet, wird für die Nachnutzung kein Rückbau von Infrastruktur notwendig werden. Lediglich die intensiv gestalteten Lichtungsgärten werden durch einfache Wiesenflächen und Baumpflanzungen ersetzt. Die attraktiven Einbauten wie Spiellichtung, Waldcafé oder Aussichtsturm können auch nach Ende der Landesgartenschau als punktuelle Elemente einer öffentlichen Parkanlage erhalten werden.
    Die dauerhafte Einzäunung wird auf den intensiv gestalteten Kaiser-Karls-Park und den Übergangsbereich in den Waldpark begrenzt. Durch die Lage der Zaunanlage sind sinnvolle Rundwege sowohl innerhalb als auch außerhalb dieser möglich.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.