loading
  • DE-88212 Ravensburg
  • 12/2013
  • Ergebnis
  • (ID 2-146869)

Neubau Haus der Katholischen Kirche


  • 1. Preis

    Perspektive Straße

    Architekten
    KLE | Freie Architekten BDA, Stadtplaner SRL, Kirchheim unter Teck (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Martin Bittmann, Jörg Burkart

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Koeber Landschaftsarchitektur GmbH, Stuttgart (DE)

    Preisgeld
    10.200 EUR

    Erläuterungstext
    STÄDTEBAULICHES KONZEPT

    Die mittelalterliche Typologie der Stadt Ravensburg mit Stadtbefestigungen, Türmen und Toren ist immer noch gut zu erkennen und soll entlang der Wilhelmstraße durch die Neubebauung wieder vervollständigt werden.
    Das Gebäude soll die Funktion der ehemaligen Stadtmauer übernehmen, die den Abschluss des Quartiers entlang der Wilhelmstraße bildete.
    Der Kirchplatz zwischen der Liebfrauenkirche und dem Pfarrhaus Herrenstraße 1 und 3 soll gefasst werden. Durch Überschieben des neuen Baukörpers entsteht eine Verbindung zwischen Liebfrauenkirche und dem Haus der Katholischen Kirche. Trotzdem bleibt ein respektvoller Abstand zur Liebfrauenkirche, es entsteht eine Torsituation zur viel befahrenen Wilhelmstraße.
    Das Haus der Katholischen Kirche ist durch das Entstehen des Ensembles von Neubau und bestehendem Gebäude Herrenstraße 1 gut wahrnehmbar, der geschützte Platz lädt zum Verweilen, Cafe trinken und zur Begegnung ein.
    In der Straßenflucht der Wilhelmstraße vom Konzerthaus her lässt das Abknicken des Gebäudes den Blick auf die Liebfrauenkirche frei. Es entsteht eine einladende Geste zum neuen Platz hin, der Weg führt in die Stadt hinein.


    ARCHITEKTUR

    Der Charakter einer Stadtmauer, die im Lauf der Zeit mit Wehrgängen, An- und Aufbauten versehen wurde wird neu interpretiert. Die Silhouette der Neubebauung nimmt diese Themen auf. Sie stellt Beziehung zum Konzerthaus und zur Liebfrauenkirche her, zitiert einen Wehrgang, ist nach außen geschlossener, nach innen geöffnet.
    Die Höhenentwicklung respektiert das Denkmal geschützte Gebäude der Herrenstraße 1, lässt es sichtbar und schließt mit einem transparenten Verbindungsglied an. Die Fassade wird weitgehend erhalten – die Verbindung erfolgt in den Geschossen über die Fenster, denen lediglich die Brüstung entnommen wird. Durch die Stege in den Obergeschossen bleibt die Fassade gut sichtbar.
    Durchgänge von der Vehrengasse und der Durchgang über den Eingang in den Gemeindegarten nehmen die Charakteristik der Bebauung der mittelalterlichen Altstadt auf.


    KONZEPT

    Das Kirchencafe mit daneben liegendem Eingang zum Haus der Katholischen Kirche ist vom Platz aus gut sichtbar. Durch den Eingang gelangt man in den zentralen Raum des Gebäudes.
    Das Foyer mit seiner Marktplatzsituation bildet das Herzstück: Treffpunkt, Information, Beratung Verbindung von Kirchencafe, Gemeindesaal und Citypastorale bzw. Pfarramt.
    Das Kirchencafe kann von außen wie auch von innen betreten werden und ohne Gemeindesaal bewirtschaftet werden.
    Der Gemeindesaal kann bei Gemeindefesten großzügig zum Foyer und zum Gemeindegarten hin geöffnet werden. Die Küche mit Anlieferung von der Vehrengasse aus und die Nebenräume schließen an.
    Die Mitarbeiter der Citypastorale und des Pfarramtes befinden sich im, in das Gesamtkonzept integrierten, Gebäude Herrenstraße 1. Die Arbeit der Citypastorale kann zentral im Foyer stattfinden oder im Büro mit Durchsicht zum Foyer.
    Die Verwaltung wird im 1. Obergeschoss auf einer Ebene untergebracht, ebenfalls mit Anbindung zum Bestandsgebäude Herrenstraße 1.
    Die Gruppenräume, Jugendräume, Archiv, Registratur befinden sich im 2. Obergeschoss.
    Die Gruppenräume sind dem Platz zugeordnet.
    Durch die Anbindung des Gebäudes Herrenstraße 1 im Erdgeschoss und im 1. und 2. Obergeschoss ist dieses barrierefrei zu erreichen und kann in das Gesamtkonzept integriert werden.


    MATERIAL

    Die Materialität des neuen Gebäudes soll die umgebenden Farben und Charakteristiken der Gebäude respektieren. Die Hülle wird aus hellem Mauerwerk und bindet somit gut in die Farbigkeit der Liebfrauenkirchen, des Konzerthauses, und des Pfarrhauses ein, bleibt jedoch eigenständig und selbstbewusst.


    LANDSCHAFTSKONZEPT

    Zwei Seiten bestimmen die Außenräume des neuen Hauses der katholischen Kirche in Ravensburg:
    Die städtische Seite ist ein öffentlicher Platz, steinern und urban mit einer neuen Brunnenschale als Referenz an die Vergangenheit. Die alten Bäume bleiben erhalten und wachsen aus dem Stadtboden.
    Der Innenhof hingegen ist von einem Garten bestimmt. Er spiegelt mit seiner Einteilung das urchristliche Motiv des Kreuzes wieder. Platz und Hof verbindet das städtische Pflaster, das von außen durch den Gartenhof führt und ihn öffentlich macht. Der Garten als ruhiger kontemplativer Ort lädt im aufgeregten städtischen Leben zur Einkehr und Besinnung ein.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.