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  • DE-38106 Braunschweig
  • 01/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-147831)

Entwicklung Wohnbebauung „Alte IGS“ Alsterplatz


  • 1. Preis

    blick vom alsterplatz, © dv architekten

    Architekten
    dv architekten deffner voitländer, Dachau (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Prof. Dorothea Voitländer , Prof. Konrad Deffner

    Erläuterungstext
    quartiersgrün

    der vorhandene grünraum entlang des störwegs wird aufgegriffen und kann durch den wegfall der igs eine deutliche aufweitung erfahren. dieser grüne raum übernimmt mehrere funktionen: er leitet vom alsterplatz über zum westpark mit bezirkssportanlage und jugendplatz und in die freie landschaft, er wertet die gartenseite und die westorientierung der vorhandenen wohnbebauung im osten entscheidend auf und verknüpft sich mit den grün- und erschließungsräumen der neuen wohnbebauung . in den grünraum eingebettet liegt ein spielplatz für größere kinder, angelagert nachbarschaftstreff und gemeinschaftswohnen. somit entsteht ein kommunikativer grüner raum für das gesamte städtische umfeld.

    alsterplatz

    der alsterplatz erhält eine neue gestalt und fassung im norden, eine gerade bauflucht leitet vom haseweg zum wiedweg. eine vielfältig genutzte erdgeschoßzone mit läden, ergotherapie, seniorentreff und einem café am eck sorgt für lebendigkeit und leben. der cafebetrieb breitet sich bei guter witterung auf den platz aus, eine bodenbrunnenanlage mit fontänen bewirkt eine verbesserung des dort vorhandenen kleinklimas und erhöht neben der positiven optischen wirkung somit die aufenthaltsqualität. einzelne baumgruppen spenden schatten und tragen zur gliederung bei. durch eine punktuelle überhöhung mit sechs geschossen wird die ecksituation störweg/wiedweg städtebaulich betont.
    auch die 800 schulkinder bringen täglich leben auf den alsterplatz. sie werden an der ladenzeile im wiedweg vorbeigeführt und wenden vor der kindertagesstätte nach norden richtung schule ab.

    schallschutz

    die wohnbebauung ist durch einen 35m breiten streifen mit parken unter bäumen vor dem lärmen der schulkinder geschützt. darüber hinaus dienen die eg zonen der angrenzenden punkthäuser nicht dem wohnen. so sind die lärmintensiven bereiche, wie schule, stellplätze, weg der 800 schüler im westen zusammengefasst.

    bebauungsstruktur

    die neue wohnbebauung zeichnet sich deutlich als eigenes quartier im städtischen umfeld ab. der wechsel aus punkthaus und stange erzeugt eine abfolge von drei wohnhöfen. diese halböffentlichen grünräume lassen eine durchlässigkeit von west nach ost entstehen, jeder bewohner erhält eine direkte anbindung an den grünraum im osten. informelle wege und passagen verknüpfen in nord-südrichtung.

    haustypen

    die gliederung in die kategorien wohnungseigentum, geförderter und frei finanzierter wohnungsbau findet hausweise statt. eine durchmischung der haustypen fördert jedoch die integration unterschiedlicher menschen innerhalb des quartiers. stadthäuser mit garten, darüber maisonetten mit terrasse werden als wohnungseigentum angeboten, der mietwohnungsbau verteilt sich auf punkthäuser mit diversen wohnungsgrößen und auf zeilenbebauung, organisiert als zwei- bzw. dreispänner. großzügige eingangslobbys in den häusern mit überdeckten vorbereichen fördern die kommunikation.
    die hausmeister bungalows können in einer übergangsphase bestehen bleiben.

    verkehr

    die erschließungsstraße vom rheinring ist verkehrsberuhigt, sie erschließt knapp alle funktionen: die kindertagesstätte, die tiefgaragen und oberirdischen stellplätze, die maximale entfernung von 80 metern zum eigenen hauseingang wird als zumutbar erachtet. behinderten stellplätze und kurzzeitparkplätze werden in den wohnhöfen angeboten. drei carsharing plätze auf dem oberirdischen stellplatz erweitern das angebot.

    material

    die gebäude werden in massivbauweise mit stahlbetondecken erstellt, mauerwerkswänden mit kerndämmung und backsteinvorsatzschale gewährleisten hohen schallschutz und optimales raumklima.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das städtebauliche Konzept zeichnet sich aus durch eine gut gefasste Kombination von Punkthäusern und Zeilen mit einem raumbildenden, abschließenden Baukörper zum Alsterplatz hin. Es ist einheitlich strukturiert und städtebaulich und architektonisch sofort verständlich. Der fußläufige Durchgang für die zu führenden Schülerströme ist gegeben. Durch die Aufweitung des öffentlichen Nord-Süd Grünzugs ist die Anbindung des neuen Quartiers an den Westpark gut gelungen.
    Der Alsterplatz wird von einem heute eher durch Grün geprägten Stadtraum zu einem urbanen Platz entwickelt. Zur Belebung des Platzes ist es vorgesehen, Gastronomie und kleinteiliges Gewerbe im Erdgeschoß des neuen Platzrandes anzuordnen. Die Schüler werden auf den Platz geführt und tragen zur Belebung bei, die eher nicht öffentlichen Bereiche werden hierbei nicht gestört.
    Das „Gemeinschaftliche Wohnen“ wird unterstützt und ergänzt durch zusätzliche Angebote von Treffpunkten und Aufenthaltsflächen im Quartier. Ein lebendiges Nachbarschaftsbild ist Bestandteil und Ziel des Bebauungskonzepts. Die KiTa bildet auf geschickte Weise den westlichen Abschluss zum Alsterplatz. Sie hat eine gute Anbindung an die Gesamtschule Rheinring und an die Sportanlagen. Hervorzuheben ist, dass die Lärmquelle des Außenspielbereiches zum Rheinring orientiert ist.

    Die Erschließung der Gesamtanlage erfolgt über eine verkehrsberuhigte Straße vom Rheinring. Sie führt direkt zu den Einstellplätzen. Eine hohe Anzahl der Stellplätze ist oberirdisch angeordnet und mit einem Baumdach versehen. Durch diese Lage der Stellplätze erhöht sich der Abstand vom Schul- und Sportanlage zur Wohnbebauung, so dass sich auf selbstverständliche Weise positive Effekte im Schallschutz ergeben.
    Durch die geringe Anzahl an Tiefgaragenstellplätzen verringern sich die Herstellungskosten. Das trägt im Rahmen der Wirtschaftlichkeitsberechnung zu einer vertretbaren Mietpreiskalkulation bei.

    Der Entwurf löst auf vorbildliche Weise die städtebaulichen Herausforderungen der bestehenden Situation und verbindet sie mit der vorgegebenen Anforderung auf ein zukunftsweisendes Nachbarschaftsmodell.