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  • DE-45470 Mülheim an der Ruhr
  • 01/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-148036)

Teilneubau am Max-Planck-Institut für chemische Energiekonversion


  • 2. Preis

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    TGA-Fachplaner
    IGF Ingenieurgesellschaft Feldmeier mbH, Münster (DE)

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: wulf architekten, Stuttgart (DE)
    Landschaftsarchitekten: AO Landschaftsarchitekten Stadtplaner + Ingenieure Mainz GmbH, Mainz (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Städtebau Der Verfasser teilt das Raumprogramm in Einzelbaukörper auf, die in leichtem Winkel und einer Fluchtverschiebung gegen-über dem Bestand situiert sind. Der Entwurf weist gute Anschlüsse in der Baumassenentwicklung zu den Nachbarbebauun-gen, gute Brückengängigkeiten zwischen altem Institut und Neubauten und eine gute Vernetzung in die Nachbarschaft auf.

    Die Anordnung des „Haupteingangs Neubau“ ist gut vom Margaretenplatz auffindbar, konkurriert aber mit dem bestehen-den Haupteingang. Die Erweiterungsmöglichkeiten der Neubauten sind sehr schematisch und ohne eigene, ausgeprägte Qualität. Die Baufelder und Baugrenzen werden überschritten. Der Bürobau an der Kluse ergibt aus seiner Nutzung eine angenehme, unaufgeregte „Nachbarschaft“ zu der Wohnbebauung. Die Stiftstraße wird entschieden mit einer großen re-präsentativen Treppenanlage umgedeutet. Die Baukörpergestaltung vollzieht den städtebaulichen Winkelverlauf nicht mit.
    Die Nutzungsverteilung in den Gebäuden ist gut und logisch. Den Laborbau als Übergangsbau zwischen Bestand und neuem Bürobau vorzusehen ist möglich, aber nicht ideal.

    In den klaren rechteckigen Baukörpern ist die Wegeführung übersichtlich, im Laborbau fehlen Kommunikationsnischen. Im Bürobau findet sich ein großzügiger Lichthof mit angelagerten Treffs. Die Verbindungsbrücken sind in ihrer Aufenthaltsqua-lität fraglich. Der Foyerbereich ist in der Fläche opulent und in seiner Räumlichkeit (1 Geschoss) fragwürdig.
    Eine Veränderbarkeit innerhalb der Gebäude ist gegeben, da die Geschosshöhen und die vertikalen Strukturen von Trag-werk und Technik durchgängig sind.

    Die gestalterische und schematische Durchgängigkeit der Fassade widerspricht dem Grundriss, der Funktion und der Orien-tierung.

    Die gewählte Baustruktur ist grundsätzlich wirtschaftlich. Die Fassade ist allerdings unverständlich aufwendig (Situation erzwingt keine Doppelfassade), teuer zu warten und zu unterhalten. Die scheinbar günstigen Werte für BRI und BGF resul-tieren aus den wesentlich zu geringen Aufbauhöhen von Trag- und Deckenkonstruktion und den zu geringen Technikflä-chen. Die vorgeschlagene Fassade ist in Bau und Unterhalt unwirtschaftlich.

    Nachhaltigkeit
    Geringe Eingriffe in den Baugrund ersparen Felssprengungen und verringern die Notwendigkeit von Wasserhaltung und aufwendigen Abdichtungen. Die Nutzung der Dachflächen für photovoltaischen Anlagen ist vernünftig, technisch und geo-metrisch allerdings noch nicht gelöst.
    Die Fassade ist außerordentlich aufwendig. Die vielen Fassadenprofile und die 100%ige Verglasung lassen ungünstige U-Werte und hohe Wärmebelastung im Sommer erwarten. Der aus elektromechanisch drehbaren Lamellen bestehende Son-nenschutz mit photovoltaischer Beschichtung hat prototypischen Charakter und dürfte, wie die Fassade, wartungsintensiv sein.

    Empfehlungen
    • Realistische Technikflächen
    • realistische Ansätze für Tragwerk
    • räumliche Qualität des Foyers zur Ausdehnung kongruent
    • Fassade überarbeiten in wirtschaftlicher und konstruktiver Hinsicht, Differenzierung nach Nutzungen und Himmelsrichtung

    Technischer Gebäudeausbau Die Arbeit unterteilt die Nutzungen in getrennte Gebäude, wobei das ELMI-Gebäude für die Aufnahme der Technik nicht über die notwendigen Flächen verfügt.
    Das Werkstatt-/Reaktorgebäude verfügt über eine Teilunterkellerung, die jedoch nicht ausreichend groß ist, um die Anla-gen zum Betrieb des Gebäudes und die der zentralen Versorgung aufzunehmen. Angesichts eines Baus in zwei Bauabschnit-ten muss diese Unterkellerung ausgeweitet werden, um dem Aspekt eines Versorgungsschwerpunktes gerecht zu werden. Die Installation dieses Gebäudes über zwei zentrale Schächte ist berücksichtigt.
    Das Laborgebäude ist mit Schächten, die in Verbindung mit der Kellerzentrale stehen, gut erschlossen, wobei geringfügige Anpassungen in der Lage angeraten sind. Die Installation zusätzlicher Technikflächen auf dem Dach wäre im Sinne einer nachhaltigen Installation sinnvoll.
    Das Bürogebäude ist nicht unterkellert, was die Erschließung erschwert und die innere Erschließung mit Medien ist noch nicht gelöst.

    Die besonderen und in ihrer Summe preiswürdigen Qualitäten der Arbeit sind die selbstverständliche Klarheit, mit der die Bauraumgruppen in einzelne Gebäude übersetzt, diese städtebaulich sinnvoll situiert werden und zu deutlich erkennbaren Neuinterpretationen des Max-Planck-Instituts an diesem Ort führen.


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