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  • 2. Preis

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    Landschaftsarchitekten
    bbz landschaftsarchitekten, Berlin (DE), Freiburg (DE), Bern (CH) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: harter + kanzler ARCHITEKTEN, Freiburg im Breisgau (DE), Haslach i.K. (DE)

    Preisgeld
    17.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Ein dreigeschossiger z-förmig gewinkelter Baukörper bildet im Norden einen in Maßstab und Funktion angemessenen Auftakt des Schul- und Kindertagesstätten-Ensembles. Es entsteht ein sehr großzügiger Eingangshof zur Schule mit gut definiertem Zugang und klarer Adresse und mit seitlich angelagerten Parkierungsflächen und Fahrradstellplätzen. Die Lage ermöglicht durch den Kurzschluss mit dem anschließenden allgemeinen Parkplatz, dass zumindest der Verkehr der Schule nicht durch das Wohngebiet geleitet werden muss. Eine Pergola-artige Raumkante entlang der Gebrüder-Grimm-Straße bietet einen Filter zur Wohnbebauung und verbindet Schule, Sporthalle und zweigeschossigen Kindertagesstätten, die so und durch das einheitliche Material zu einer Einheit werden.

    Der großflächige Schulhof liegt lärmgeschützt im Westen, direkt von Foyer und Eingang erreichbar und mit dem Allwetterplatz verbunden, die so gemeinsam nutzbar werden. Das Spielfeld rückt zu dicht an die Bebauung der Kindertagesstätten. Die Freiflächen öffnen sich räumlich angenehm zum Grünzug und können die Qualitäten des Grünzugs sehr gut in die eigene Konzeption integrieren und zu einer Einheit verbinden. Der relativ große bauliche Eingriff in den Grünzug erscheint gut akzeptabel.

    Der Eingang zur Schule ist sehr großzügig und empfängt die Schüler angenehm. Die Zuordnung von Mehrzweckraum, Musikraum und großem Speiseraum, der sich nach Süden in den Außenbereich öffnet und etwas abgesondert liegt, ist funktional und räumlich gelungen. Im Erdgeschoss befindet sich funktional richtig die Mittagsbetreuung. Im mittleren zentralen Bereich liegen in den Obergeschossen ebenfalls sehr funktional die Lehrerbereiche und die Fachklassen sowie die Erschließung, in den abgewinkelten Zeilen die Klassenräume. Alle Klassenräume sind gleichwertig und nach Süden orientiert. Die aufgeweiteten und natürlich belichteten Flurbereiche haben gute Aufenthaltsqualitäten durch die Nischen der Garderoben und den Wechsel zwischen einund zweihüftiger Anlage, die in der Anordnung der Nebenräume sehr beliebig erscheint. Die Kontaktflächen zu den Klassenräumen sind gering. Sie sind für flexible Unterrichtskonzepte gut nutzbar.

    Die Sporthalle ist freistehend und nur oberirdisch geplant; sie ist einfach und klar aufgeteilt und über die Pergola mit der Schule verbunden. Externe können auch direkt von der Straße aus die Sporthalle erreichen. Das Angebot einer Sitzstufenanlage zum Allwetterplatz unter Ausnutzung der geringeren Höhe der Nebenraumzone wird begrüßt. Von Norden aus erschließt wenig einladend ein durch die zurückspringenden Gebäude überdachter Nebenweg die beiden gleichartigen Gebäudevolumen der miteinander verbundenen Kindertagesstätten. Insbesondere der Zugang zu KiTa 2 liegt wenig attraktiv sehr dicht am Spielfeld mit dem Ballfangzaun. Unklar ist, warum die Zugänge nicht gegenüberliegend im gedeckten Zwischenbereich angeordnet sind und warum das Spielfeld so weit in den Süden des Areals gerückt wurde.
    Die beiden Gebäude sind im Inneren gut aufgeteilt und über einen kleinen Belichtungshof zusätzlich belichtet. Eine innere Rampenanlage stellt ein eigenes Angebot mit gleichen Wegen für alle dar. Die Räume sind gut geschnitten, die Flurflächen bespielbar. Die Gruppenräume sind teilweise zu klein, die Freiflächen im Süden ausreichend groß und gut proportioniert und werden ergänzt durch großzügige Terrassen auf der oberen Ebene. Die Kindertagesstätten können konzeptionell einfach in zwei Verwaltungseinheiten getrennt werden.

    Konstruktion und Fassade ist in Holz geplant: Massivholzelemente und Holz-Beton Verbundsystem für Wände und Decken, weiß lackierte sägeraue Holzlamellen als Fassadenmaterial. Dies entspricht in hohem Maße der Nutzung, ist aber eventuell auch pflegeaufwändig.

    Die relativ kompakte Bauweise und eine wirtschaftlich günstige Kubatur sowie der moderate Glasflächenanteil lassen eine gute Wirtschaftlichkeit mit großen Nutzflächen erwarten. Natürliche Belüftung und Nachtauskühlung sind sehr gut gelöst, die Tageslichtversorgung ist gut. Eine Realisierung als Passivhaus ist gut möglich.

    Insgesamt stellt der Entwurf einen gelungenen Beitrag dar, der durch seine Leichtigkeit, Klarheit und Struktur überzeugen kann und eine hohe Funktionalität aufweist.