loading
  • DE-70771 Leinfelden-Echterdingen
  • 02/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-131999)

Umbau und Erweiterung Filderhalle


  • Anerkennung

    © Drei Architekten

    Architekten
    DREI ARCHITEKTEN, Stuttgart (DE) Büroprofil

    Preisgeld
    7.500 EUR

    Erläuterungstext
    STÄDTEBAULICHE INTEGRATION

    Es werden 5 neue Veranstaltungsräume vorgeschlagen, die auf zwei Baukörper aufgeteilt sind. Sie haben unterschiedliche Raumgrössen und können flexibel zu unterschiedlichen Einheiten zusammengeschaltet werden. Akustisch wirksame Trennwände und flexible Technikvorrichtungen ermöglichen eine Multifunktionalität, sodass Nutzungen als Seminarräume mit kleinster Einheit von 75 qm bis zum Veranstaltungssaal mit einer Grösse von 490 qm möglich sind. Die lichte Raumhöhe in den Sälen beträgt 5 m.

    Das zentrale, grosszügige Foyer liegt auf einer Ebene und ist räumlich differenziert,
    sodass sich neben einer grossen multifunktionalen Fläche auch kleinteiligere Zonen vor den Zugängen zum Bestand, den Sälen und dem Park mit Aufenthaltsqualität für Pausen oder kleinere Ausstellungen bieten. Die Flächen können flexibel genutzt werden, für grosse Ausstellungen und Präsentationen, genauso wie für die mobilen Garderoben. Die lichte Höhe des Foyers beträgt 4 m. Der Technikraum ist direkt dem Saal zugeordnet und vom Foyer aus zugänglich.

    Die Küche mit separater Erschliessung über alle drei Geschosse ist direkt an den Bestand angegliedert und ermöglicht eine Versorgung von Bestand und Neubau auf kurzem Wege. Die Lounge ist vom Foyer aus zugänglich, direkt von den Küchenbereichen andienbar, sowie mit Zugang und Ausblick zum Park.

    BESTAND- UND NEUBAU

    Die Erweiterung der Filderhalle wird als ‚Weiterbauen’ der bestehenden Struktur verstanden und ermöglicht einen direkten, funktionalen Anbau der Nebenräume, sowie eine freie Anordnung der Säle mit räumlichem Abstand zum Baukörper des kleinen Bestandssaales.

    EG
    Abriss des zur Disposition stehenden Bestandes, erhalten der tragenden Wand in Achse C.
    Autonomer Neubau der Säle und des Foyers, direkter Anbau des Küchen- und WC-Bereiches an den Bestand.

    UG
    Abriss der südlichen Bestandsräume unter Erhalt des Trafo-Standorts.
    Umnutzung des unmittelbar angrenzenden Bestandsbereiches, unterhalb des neuen Küchenbereichs.
    Anbau der neuen Tiefgarage mit Anbindung an TG Bestand, Verbreiterung der bestehenden Zu- / Ausfahrt für zusätzliches Verkehrsaufkommen.

    OG
    Abriss des Anlieferungsturms, inkl. Stuhllager und Aufenthaltsbereich Personal.
    Anbau an den bestehenden Erschliessungsgang, mit Ersatz dieser Räume,
    sowie weiteren Personalräumen aus dem EG Bestand.

    Während des Bauablaufs wird vorgeschlagen, das Catering in Containern als Interim unterzubringen, die im Park nördlich des Neubaus aufgestellt werden und einen direkten Zugang zum grossen Bestandssaal erhalten.
    Nach Fertigstellung des Rohbaus kann über den neuen Anlieferungsbereich und die Verbindung zum Bestandsfoyer der gesamte Bestand versorgt werden.
    Der Küchenbereich im OG bleibt erhalten und kann interimsweise das Bestandsfoyer sowie den kleinen Saal versorgen.

    FREIFLÄCHEN

    Vor dem Gebäude öffnet sich ein grosszügiger Eingangsplatz mit Anbindung über den Fussweg zu den bestehenden Eingängen.

    Der bestehende Park wird weitmöglichst erhalten, die Orientierung der neuen Säle, des Foyers und der Lounge ermöglichen einen direkten Blick und Zugang zum Park.
    Über den bestehenden Weg südlich des Gebäudes gelangt man weiterhin direkt in den Park, in dem sich westlich des Gebäudes zwei Aufenthaltsterrassen für die Besucher erstrecken.

    Neben dem Haupteingang liegen auch die neuen oberirdischen Stellplätze mit direkter Zufahrt von der Bahnhofsstrasse. Diese werden über Rasengitterseine an die angrenzenden Grünflächen angebunden.

    KONSTRUKTION UND ERSCHEINUNGSBILD

    Tragende Flurwände, Einzelstützen in den Sälen und Flachdecken in Stahlbeton, sowie Stahlbetonunterzüge im Foyer und den Sälen. Gefälledämmung und extensive Dachbegrünung.

    Raumhohe, grosszügigen Glasfronten in Foyer und Sälen, mit Pfosten-Riegel-Fassade, 3-fach-Verglasung und niedrigem U-Wert, sowie hochwärmegedämmte Außenwände.
    Umlaufende, vorgehängte Metallfassade (Kupfer), mit raumhohen, perforierten, windstabilen Faltlamellen für einen umlaufenden Sicht- und Sonnenschutz.
    Das Material und die horizontale Teilung nehmen Bezug auf die Bestandsfassade.
    Daraus soll sich eine haptische, funktionale und kontrastreiche neue Fassade zeigen, die die neuen Baukörper präsentiert. Zusätzliche Verdunklungsmassnahmen durch Vorhänge im Innenraum.

    Im Foyer und den Treppenhäusern Kunststein als Fussbodenbelag, Parkett in den Sälen, sowie der Lounge, in Nebenräumen wie Küche und Lagern werden strapazierfähige PU-Beläge vorgeschlagen. Akustikdecken in Foyer und Veranstaltungssälen, weiss verputzte Wandflächen.

    Umlaufende Oberlichtbänder entlang der Baukörper, sowie grosszügige Oberlichter im Foyer.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Städtebauliche Einbindung / Landschaftsplanerische Integration
    Der Entwurf zeichnet sich durch eine wohltuend differenzierte Gestaltung aus, die die Parklandschaft in beschwingter Form begleitet und damit auch den Bestand in seiner Differenziertheit respektiert.

    Architektur
    Wie einzelne Häuser an einem Platz werden die Säle interpretiert. Das äußere Erscheinungsbild unterstützt diese Intension durch die kupferne Lochblechhaut – alle Häuser erscheinen wie kleine Schatullen, die auch durch ihre Höhenentwicklung ihre Eigenständigkeit und Maßstäblichkeit im Gesamtkomplex bewahren. Eine schön geformte Foyer-Straße verbindet Eingang und Park und schafft Ein- und Ausblicke. Sie vermittelt gute Orientierbarkeit und eine gelungene stimmungsvolle Atmosphäre.

    Funktionalität
    Durch die Erdgeschossige Platzierung aller Veranstaltungsbereiche wird ein Optimum in der Bespielbarkeit erzielt. Als Nachteil muss die beengte und wenig attraktive Verbindung der Foyers (Neubau und Bestand) betrachtet werden. Hier muss und kann nachgebessert werden. Die neu und gut organisierte Küche gewährleistet eine störungsfreie Versorgung. Erkauft wird diese Optimierung allerdings durch massive Eingriffe in den Bestand sowohl im EG als auch im Untergeschoss. Diese sind in dieser Form nicht akzeptabel. Die Garage ist gut organisiert und durch eine zweite Ausfahrtsspur äußerst benutzerfreundlich.

    Wirtschaftlichkeit
    Die gute Erdgeschossige Organisation führt naturgemäß zu großen Gebäudeoberflächen und Fassadenanteilen. Dies scheint aber hinsichtlich des Anspruchs an ein Gebäude dieser Wertigkeit durchaus angemessen.

    Technik
    Für die Lüftung ist im Sommerbetrieb eine adiabate Kühlung vorgesehen. Das notwendige Versetzen der Trafostationen in der Umbauphase wird negativ gesehen.

    Fazit
    Ein einfacher, fast lapidarer, und doch gut organisierter Entwurf, der sich harmonisch in den Park und in den Bestand einfügt.


INFO-BOX

Angelegt am 13.02.2014, 16:05
Zuletzt aktualisiert 14.02.2014, 18:10
Beitrags-ID 4-80713
Seitenaufrufe 279