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  • DE-40549 Düsseldorf
  • 05/2012
  • Ergebnis
  • (ID 2-161608)

Wohnhochhaus RKM 740


  • 3. Rang

    © KSP Jürgen Engel Architekten

    Architekten
    KSP Jürgen Engel Architekten, Frankfurt am Main (DE), München (DE), Berlin (DE), Braunschweig (DE), Beijing (CN), Shenzhen (CN) Büroprofil

    Erläuterungstext
    Architektonische Leitidee
    Die besondere Qualität des Grundstücks, der attraktive Ausblick zum Rhein
    im Süd-Westen, wird mit einer großzügig geöffneten Panorama-Fassade einerseits
    und einem schützenden Gebäuderücken andererseits, in ein architektonisches
    Leitthema umgesetzt. Im Süden wird die Fassade des Wohnturms durch windgeschützte Loggien
    geöffnet und belebt. Im Norden, zur Pariser Straße hin, wird eine schützende
    Schale um das Gebäude gelegt. Das gilt auch für das Ärztehaus im Sockel,
    welches von einer lärmschützenden „Fassaden-Schale“ eingefasst ist,
    die zum Dominikus-Krankenhaus hin aufgeweitet wird. An der geschlosseneren Straßenseite des Turmes bilden nur die Panoramaaufzüge, als „Rückgrat“ und Erschließungsstrang, eine offene Fuge. Die Adresse
    des Ärztehauses an der Pariser Straße wird durch das Zurückweichen
    und Öffnen der Fassade klar markiert. Die Lobby für das Wohnhochhaus ist
    auf der ruhigen Südseite angeordnet.

    Erdgeschoss
    Das Erdgeschoss ist die öffentliche Sockelzone des Gebäudes, die mit den
    Eingängen zum Ärztehaus und mit Läden, die im Zusammenhang mit dem
    Ärztehaus stehen, belebt wird. Eine Apotheke kann direkt vom Foyer des
    Ärztehauses betreten werden. Auf der anderen Seite des Foyers wird eine
    Bäckerei mit Café mit Sitzgelegenheiten zum Innenhof im Süden vorgesehen.
    Durch diese Anordnung kann man ein Rezept einlösen oder Wartezeit
    mit einem Kaffee überbrücken, ohne das Gebäude zu verlassen.

    Ärztehaus
    Das Ärztehaus hat seine Adresse an der Pariser Straße, verfügt aber auch
    über einen Eingang zum Innenhof im Süden. Die Eingänge sind mit einer
    kleinen „Passage“ verbunden, die abends geschlossen wird. Grundsätzlich
    könnte auch ein kontrollierter Zugang mit Portier oder eine Klingelanlage
    im EG vorgesehen werden. Eine Brücke im 1.OG verbindet das Ärztehaus
    mit dem Dominikus Krankenhaus. Die genaue Dimensionierung der Aufzüge
    wird in der Nutzerabstimmung erfolgen. Verschiedene Aufzugsanlagen
    können problemlos integriert werden, weil die Anordnung des Schachtes an
    der Aufzugsrückseite besondere Flexibilität ermöglicht.
    Im Ärztehaus führen zwei zentrale Aufzüge und eine natürlich belichtete
    Treppe zu einem zentralen Foyer auf jedem Geschoss, von denen aus die
    Arztpraxen erreicht werden. Es ist eine freie Unterteilung in verschiedene
    Praxis-Größen möglich. (siehe Erläuterungen Brandschutz und Tragwerk)
    Beispielhaft sind Unterteilungen mit vier Praxen gezeigt, die je einen eigenen
    Empfang mit Wartebereich haben, und separat abschließbar sind. Über
    Praxis-interne Flure werden die Behandlungsräume an den Fassaden und
    die Serviceräume im Inneren erreicht. Die Behandlungsräume werden an
    der Pariser Straße sowie im Osten und Westen durch eine Doppelfassade
    vor Lärm geschützt. Zudem bietet die Doppelfassade Vorteile für den Klimakomfort
    und die Energieeffizienz. (siehe Erläuterungen Schallschutz und
    Energieeffizienz). Die Lage des OP-Bereichs im 5.OG erleichtert die abgetrennte Zugänglichkeit
    über einen eigenen Eingangsbereich und ermöglicht die direkte Anbindung
    an eine Lüftungszentrale im 6.OG. Die beiden OPs verfügen über Tageslicht.
    Der offene Tagesbettenbereich kann von einem zentralen Schwesternstützpunkt
    aus überblickt werden. Ein separates Zimmer wird angeboten, um
    Patienten gesondert unterbringen zu können.

    Wohnhochhaus
    Auf der Südseite des Erdgeschosses ist die Lobby für das Wohnhochhaus
    angeordnet, in der nach Bedarf ein Concierge Platz findet. Neben der Lobby
    wird ein Raum zum Abstellen von Kinderwagen oder ähnlichem angeboten.
    Zwei Panoramaaufzüge und ein Treppenhaus - mit Ausblickmöglichkeit
    auf jedem Geschoss - bieten hochwertige und attraktive Zugänge zu den
    Wohnungen. Auch die Aufzugsvorräume und die Flure zu den Wohnungen
    verfügt über Tageslicht. Die Wohnungseingänge können durch einen Materialwechsel
    im Türbereich und durch Beleuchtungselemente besonders
    hervorgehoben werden.
    Die Tiefgarage ist mit der Lobby über die Aufzüge und die zentrale Treppe
    verbunden. Fahrradstellplätze sind im Untergeschoss zentral angeordnet,
    so dass sie sowohl über die Tiefgargeneinfahrt, als auch über die Aufzüge
    erreicht werden können. Die Mieterkeller befinden sich im 1.Untergeschoß.
    Der Hausmüll kann im Erdgeschoss zentral gelagert werden und über wird
    Straße Am Heerdter Krankenhaus abgeholt. Der Müllraum ist von der Lobby
    erreichbar, aber nicht direkt mit ihr verbunden, so dass eine Geruchsbelästigung
    ausgeschlossen ist.
    Die Wohnungstrennwände werden in Stahlbeton und Mauerwerk ausgeführt,
    so dass der Schallschutz gewährleitet werden kann und gleichzeitig die Flexibilität
    besteht, Durchbrüche zwischen den Wohnungen herzustellen. (siehe
    Erläuterungen Schallschutz und Tragwerk)
    Die Küchen der seitlichen Wohnungen liegen an der Außenfassade. Die Küchen
    der kleinere mittleren Wohnungen am Essbereich angeordnet. Alle
    Küchen verfügen über einen Dunstabzug die über Dach fortgeführt wird. Die
    Küchen können mit einer Glaswand vom Wohnbereich getrennt werden.
    Auf der Südseite sind den Wohnungen über die gesamte Breite Terrassen
    vorgelagert. Sitzbereiche sind als Loggien windgeschützt ausgebildet und
    können zusätzlich mit verschiebbaren Glasscheiben geschützt werden. In
    den Sitzbereichen kann ein Esstisch platziert werden kann. Ein 70cm breiter
    Terrassenstreifen ermöglicht zudem das Austreten von jedem Raum auf
    der Rheinseite. Alle Loggien sind aus konstruktiven und bauphysikalischen
    Gründen übereinander angeordnet.
    Der Zuschnitt und die Anordnung der Wohnungen erfolgt gemäß der Ausrichtung
    zum Rhein und Abwendung von der Pariser Straße. Die Anordnung
    des Treppenkerns und der Aufzüge entlang der Nordfassade ermöglicht
    nicht nur die natürliche Belichtung der Erschließung, sondern stellt auch einen
    Lärmschutz für die Wohnungen dar. In der Mitte des Gebäudes werden
    die kleineren 2- und 3-Zimmerwohnungen angeordnet, damit seitlich genug
    Süd-Fassade für die großen und attraktiven Eckwohnungen bleibt. Die
    Schlafräume der Eckwohnungen sind nach Süden und Osten bzw. Westen
    ausgerichtet. Die größeren Eckwohnungen verfügen jeweils über ein Zimmer
    ohne Rheinblick, das als Gäste oder Arbeitszimmer genutzt werden kann,
    und das durch die kontrollierte Wohnraumlüftung nicht über Fenster gelüftet
    werden muss. (siehe Erläuterungen Energieeffizienz und Bauphysik) Die Bäder
    und Küchen sind geschossweise übereinander angeordnet und werden
    über eine Abhangdecke im Flurbereich installiert.
    Der Wohnungsmix kann auch zu einem späten Planungszeitpunkt verändert
    werden. Auch nach Fertigstellung können Durchbrüche der Wohnungstrennwände
    gemacht werden. Insbesondere das zweite bzw. dritte Zimmer
    der mittleren Wohnungen, kann als „Schaltraum“ entweder der einen oder
    anderen Wohnung zugeordnet werden.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.