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  • DE-81669 München
  • 02/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-147585)

Wohnungsbau und Kindertagesstätten Brandtstraße


  • 4. Preis

    Modell, © florian krieger - architektur und städtebau

    Architekten
    florian krieger architektur und städtebau gmbh, Darmstadt (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: grabner huber lipp landschaftsarchitekten und stadtplaner partnerschaft mbb, Freising (DE), Hamburg (DE)

    Preisgeld
    10.000 EUR

    Erläuterungstext
    Zwei Winkel
    Grundgedanke des Entwurfes ist die Arrondierung der quartiersprägenden , z.T. offenen Blockrandbebauung durch zwei winkelförmige Neubauten unterschiedlicher Größe. Zum Einen sind sie in der Lage den Block klar zu fassen, zum Anderen öffnen sie diesen gezielt, um die neue Durchwegung des Quartiers zu ermöglichen und ablesbar zu machen.

    Markante Blockecke als Entrée
    An der Siglstraße betont die Winkelstruktur des Neubaus die Blockecke und schafft einen städtebaulich prägnanten Auftakt für die neuen Nutzungen, insbesondere die beiden KITAs, das neue Wegenetz und neue öffentliche Grünräume im Quartier.
    Ein zweigeschossiger Einschnitt an der Blockecke schafft einen überdachten Vorbereich am Entrée zur KITA Siglstraße und leitet über zum Durchgang ins Blockinnere und weiter zur KITA an der Brantstraße.. Die plastische Ausarbeitung der Blockecke und des Durchganges stärkt mit ihrer Signalwirkung die Auffindbarkeit und den Bezug zum gesamten Quartier.

    Plastische Kubatur und Einfügung
    An der Siglstraße korrespondiert das zurückgesetzte Sockelgeschoss mit dem zurückgesetzten Dachgeschoss. Die Traufkanten der Nachbarbebauung werden durch die Neubauten aufgegriffen und weitergeführt. Nach Süden hin werden die Traufkanten bis auf die zweigeschossige, aus dem Gebäudevolumen hervortretende Sockelbebauung der KITAs heruntergeführt. Dadurch wird zwischen südlichem Grünraum und fünfgeschossiger Blockkante vermittelt.
    Durch die o.g. vorspringenden und zurückgesetzten Gebäudeteile entsteht eine schichtenartig aufgebaute, plastisch ineinandergreifende Gebäudekubatur, die je nach Lage unterschiedlich ausgeformt bzw. an die Nachbarschaft angepasst ist und sich hierdurch harmonisch in den Kontext einfügt.

    Freiraum als Gelenk
    Zwischen dem großen Gebäudewinkel an der Siglstr. und dem kleineren Pendant an der Brandtstr. entsteht ein platzartiger öffentlicher Freiraum als Gelenk und Verbindung der Wegeachsen aus östlicher und westlicher Richtung. Der südlich angebundene gemeinschaftlicher Anger schafft einen öffentlich nutzbaren Bereich zwischen den beiden Freibereichen der KITAs und gewährleistet die Wegeverbindung nach Osten.

    Wohnen mit der Sonne
    Durch die Winkelstruktur der Neubauten mit ihren langen Südseiten ist ein Großteil der Wohnungen nach Süden ausgerichtet und daher auch im Winter entsprechend lange besonnt. Dies trägt wesentlich zur Wohnqualität und Energiebilanz bei. Die meisten Wohnungen profitieren von der Lage entweder am Wohnhof oder an den Grünanlagen im Süden. Die Wohnungen sind mit ihren Wohnräumen entweder nach Süden oder nach Westen ausgerichtet, was der feierabendlichen Nutzung der Loggia zugute kommt (reine Ostausrichtung wird vermieden).
    Alle Wohnungen genießen den hohen Wohnwert einer Loggia, die ein hohes Maß an Privatheit auf dem Freisitz gewährleistet. Das Verhältnis von offenen und geschlossenen (leicht transluzenten) Brüstungselementen ist ebenfalls auf diesen Aspekt abgestimmt.

    KITA
    Beide Ebenen der KITA sind über einen Luftraum im Eingangsbereich und eine Freitreppe zueinander in Beziehung gesetzt um die gemischte Nutzung (KIGA/Krippe) auch räumlich abzubilden und erlebbar zu machen. Aufweitungen zwischen den Gruppenräumen machen den zentralen Erschließungsgang zu einen gegliederten, abwechslungsreichen und variabel nutzbaren Raum. Offene Bereiche für Garderoben und andere Nutzungen gewähren über große Fenster Ausblicke und sorgen für natürliche Belichtung. Voraussetzung hierfür ist die schmale Auslegung der "Schiene" mit dienenden Räumen im Norden, in die auch die Wohnungstreppenhäuser, die zur Entfluchtung der KITAs herangezogen werden integriert sind. Dies ermöglicht eine wesentliche tiefere Raumschiene im Süden für die Hauptnutzungen wie Gruppenräume, die alle vom Freiraumbezug profitieren.

    Pfeilerspiel-Lichtspiel-Kinderspiel
    Der Eingangsbereich der KITA Siglstraße ist durch seine überdachte Vorzone besonders einladend. Eine Reihe von Pfeilern unterschiedlicher Breite, Ausformung und Abstand zueinander schafft hier einen Filter zwischen öffentlichem Raum und der transparenten Hülle des KITAfoyers. Es entsteht ein Spiel zwischen Enge und Weite, Rund und Eckig, Licht und Schatten - eine urban elegante, vor allem aber auch die kindlichen Sinne anregende Vielfalt von Form, Geometrie, haptisch erlebbaren Raum und Zwischenraum.
    Die Rhytmik der Pfeiler entfaltet gleichsam einer Lichtpartitur ein besonderes Lichtspiel, das von klaren Kontrasten genauso lebt wie von feinen Verläufen an den Pfeilerrundungen. Das Lichtspiel verleiht der Pfeilerreihe eine gewisse Leichtigkeit und weckt die Assoziation eines Vorhangs.
    Das Thema der Partitur wird an den Loggienbrüstungen der Wohnungen aufgegriffen und prägt die gesamte Architektur. Grundgedanke des Farbkonzeptes ist hierbei ein Farbraum, der unterschiedlichen Materialien eine affine Farbgebung zuordnet.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.