loading
  • 4. Preis

    Konzeptskizze_1

    Architekten
    HASCHER JEHLE Architektur, Berlin (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Prof. Rainer Hascher , Prof. Sebastian Jehle

    Mitarbeit
    Anne Schäfer, Daniel Sonntag, Fleur Keller

    Preisgeld
    32.600 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Schlossflügel werden von außen in Firsthöhe, Traufhöhe und Fußabdruck in ihren ursprünglichen Abmessungen wiederaufgebaut. Die äußere Erscheinung der Schlossanlage wird dadurch beibehalten. Die Verfasser lösen sich im Inneren des U-förmigen Nordflügels von den historischen Vorgaben und überbauen den Innenhof mit einem „Glasdach“, das für den Besucher von außen nicht sichtbar ist. Der bisher vorgesehene einzige Zugang erfolgt ausschließlich über die Maria-Ward-Straße. Durch den Ostflügel betritt man eine zweigeschossige Halle, die als Foyer einen äußerst großzügigen Auftakt ins Museum bildet.

    Die Ausstellungsflächen werden über eine großzügige Treppe vom Lichthof logisch über zwei Ebenen nach unten erschlossen. Die vorgeschlagenen Ausstellungsräume versprechen durch die Anordnung und ihre unterschiedlichen Raumhöhen ein spannendes
    und differenziertes Raumerlebnis mit vielfältigen Blickbeziehungen. Hier sind unterschiedlichste Museumskonzepte und Bespielbarkeiten denkbar. Die Konstruktion
    des Glasdaches erscheint in Dimensionierung und vorgeschlagener Ausführung schlüssig und wirtschaftlich. Die Höhenlage des Daches und der daraus resultierende Traufanschluss an den Bestand wurden kontrovers diskutiert, eine Höhenreduzierung erscheint jedoch unproblematisch.

    Insgesamt ist die Raumaufteilung gut gelungen, positiv ist auch die geringe Unterteilung im EG. Großzügige Treppen und gute Verschränkung von Foyer/ Großobjekten und Dauerausstellung sind vorhanden. Für den DA-Bereich erscheinen moderne Aussstellungsgestaltungsmöglichkeiten gut und auratisch wirksam machbar.

    Der Entwurf verfügt über ein gutes Technikkonzept, wobei die Verwendung erneuerbarer Energien sinnvoll integriert wird. Der Energiebedarf für Heizen und Kühlen liegt aufgrund des sehr hohen Glasflächenanteils deutlich über dem Durchschnitt.

    Die Arbeit zeichnet die Kontur der neu zu errichtenden Außenflügel nur jeweils in den Außenfassaden und den äußeren Dachflächen nach. Zum Hof zu wird die Dachneigung asymmetrisch abgeflacht um eine höhere Traufkante zu erzielen.

    Dem Verfasser gelingt es, einen einprägsamen Ort für das Naturkundemuseum
    Bayern zu schaffen, der durch seine Haltung und innenräumliche Qualität eine hohe Identität schafft und als unverwechselbarer Ort Geltung erhält.