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  • DE Berlin
  • 09/2006
  • Ergebnis
  • (ID 2-4649)

Fußgängerbrücke über den Landwehrkanal


  • 1. Preis

    Lageplan

    Klähne Beratende Ingenieure im Bauwesen GmbH, Berlin (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Mitarbeit: Sandra Timmermann, Bernd Löser

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Max Dudler, Berlin (DE), Zürich (CH), Frankfurt/Main (DE), München (DE)
    Landschaftsarchitekten: freiräumer, Dipl. L'Arch. N. Koehler, Potsdam (DE)

    Erläuterungstext
    Das neue Brückenbauwerk wird gebildet aus drei Elementen: den beiden Zugangsbauwerken am Süd- und Nordufer des Landwehrkanales, sowie der dazwischen gespannten Brücke, welche die beiden Bauwerke an den Ufern miteinander verbindet.

    Die eigentliche Brücke spannt sich als schlanker Balken zwischen die beiden Zugangsbauwerke.
    Sie überspannt den Landwehrkanal, wie für die meisten Straßen- und Fußgängerbrücken (im Gegensatz zu den historischen Bahnbrücken) üblich, auf dem kürzesten Weg - also rechtwinklig.
    Hauptelement der Brücke ist der als Hohlkastenträger ausgebildete Überzug in ihrer Mitte, welcher einerseits als Hauptträger für die Konstruktion fungiert und andererseits als Sockel für die über die gesamte Brückenlänge verlaufende Sitzbank dient. Diese Sitzbank verwandelt die Brücke aus dem statischen Konzept der Konstruktion heraus von einem reinen Übergang im Stadtraum zu einem Ort des Verweilens.
    Die Untersicht der Brücke wird bestimmt durch die feingliedrige Kassettierung der Quer- und Längsrippen, welche an den Hauptträger anschließen und die eigentliche Fahrbahn tragen. Die Rippen-Bauhöhe nimmt nach außen hin ab, womit eine noch schlankere Ansicht der Brücke erreicht wird. Dabei geben die Längsrippen die Lage der zwischen ihnen liegenden Vattenfall-Leitungen vor.

    Die Zugangsbauwerke werden aus den bestehenden Brückenfundamenten der Potsdamer Bahn entwickelt. Sie besetzen diese auf der ganzen Länge und erfüllen sie so mit einem neuen, ’tragenden’ Zweck.
    Als klare, ablesbare, monolithische, sich an die Ufer schmiegende Baukörper formulieren sie jeweils zwei Zugangsmöglichkeiten zur eigentlichen Brücke aus: die Treppe, sowie die ihr gegenüberliegende, langgestreckte, zweiläufige Rampenanlage. Durch die Ausformulierung der Stadtbalkone, auf denen, das Thema der Brücke fortführend, ebenfalls Sitzbänke angeordnet sind, verwandeln sich die Zugangsbauwerke ebenfalls von im doppelten Sinne reinen Übergangs- oder Transit-Bereichen zu Orten des Aufenthalts, die sowohl Teil der Parklandschaft werden, wie auch Teil des Kanalufers bleiben. Um den monolithischen Charakter der Zugangsbauwerke zu erreichen, werden sämtliche sichtbaren Oberflächen - Wände und Boden, bzw. Gehweg - mit dunklem Naturstein, z.B. Granit Cape Green, verkleidet. Die Brücke erhält ebenfalls eine dunklen, dem Stein angepassten Eisenglimmer-Farbton und einen Bodenbelag aus Asphalt, der ebenfalls der Farbigkeit des Gesamtbauwerkes angepasst ist.

    Verbindendes Element von Brücke und Zugangsbauwerken ist neben der Farbigkeit das filigrane Staketengeländer aus Stahl.
    Die Beleuchtung unterstreicht die Hauptelemente des Bauwerkes: Im Bereich der Zugänge wird diese in die Geländerhandläufe integriert und zeichnet so als lineare Lichtführung die Bewegung auf das Bauwerk nach. Die Brücke wird durch in der Fuge zwischen Sitzbank und Sockel integrierte Leuchten belichtet, welche die Sitzfläche nachts schweben lassen. Dieses Thema wird bei den anderen Sitzbänken weitergeführt.

    Das Brückenbauwerk als Gesamtes wird so vom reinen Verkehrsbauwerk zu einem eigenständigen, identifizierbaren Ort im Stadtraum erhoben, an welchem man verweilen kann. Sie ist einerseits ein verbindendes Element in den Parklandschaften, welche sich aus dem Norden und Süden hier treffen und andererseits ein eigenständiger Ort im Stadtraum des Landwehrkanales.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.