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  • DE-92318 Neumarkt in der Oberpfalz
  • 03/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-142264)

Um- und Neugestaltung von Straßen und Plätzen - Innenstadt Haupteinkaufsstraßen


  • 3. Anerkennung


    Landschaftsarchitekten
    JOMA Landschaftsarchitektur, Bamberg (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Paul Böhmer

    Mitarbeit
    Katrin Paczulla

    In Zusammenarbeit mit:
    Verkehrsplaner: PB CONSULT Planungs- und Betriebsberatungsgesellschaft mbH, Nürnberg (DE)

    Erläuterungstext
    Der Altstadtkern als altes und neues Zentrum
    Der Altstadtkern der Stadt Neumarkt i.d.OPf. spiegelt, trotz der starken Zerstörung während des Zweiten Weltkrieges, den historisch gewachsenen Stadtgrundriss wieder. Unterer und Oberer Markt sind nach wie vor das von Einzelhandel geprägte, gesellschaftliche Zentrum der Stadt. Das Rathaus mit der Stadtpfarrkirche St. Johannis stehen im Mittelpunkt. Das Untere Tor, und weniger historisch prägnant das Obere Tor, bilden zusammen mit den Zugängen über die Klostergasse und Hallertorstraße die Portale zum Altstadtkern. Diese entsprechend der vier Himmelsrichtungen ausgerichteten Stadtzugänge, erkennbar als Tor, Brücke oder markiert durch Türme, bilden noch heute das Bindeglied zur umgebenden Stadt und verknüpfen Bahnhof, Stadtpark, Kultureinrichtungen und nicht zuletzt den geplanten Neuen Markt am Unteren Tor mit der Innenstadt.

    Vom Rathausplatz zum Unteren Tor
    Zwischen Rathausplatz und Unteren Tor erstreckt sich das Kernstück der erweiterten Fußgängerzone. Der Untere Markt wird zukünftig vom privaten KFZ-Verkehr befreit. Großzügige Aufenthaltsbereiche, eine einheitliche und funktionale Möblierung und die Marktnutzung prägen diesen Stadtraum.
    Ein homogener Natursteinbelag verbindet barrierefrei die Raumkanten der umliegenden Bebauung. Historische Akzente wie der Marktbrunnen, Pfalzgraf-Johann-Brunnen oder St.-Georgs-Brunnen werden aufgenommen, teilweise neu gestaltet und verortet.
    Aufenthaltsbereiche mit Freisitzen und Marktflächen laden ein zum Verweilen unter dem Blätterdach der Bestandsbäume und gezielter Ergänzungspflanzungen.
    Zusammenhängende Flächen am Rathausplatz und Marktplatz bieten Raum für Veranstaltungen im öffentlichen Raum.

    Klostergasse und Kultur-Café
    Die Gestaltung der Klostergasse nimmt die Gestaltungsprinzipien der Fußgängerzone auf. Ein Bereich zum Aufenthalt, Verweilen und Ausruhen entsteht an der Einmündung der Gerichtsgasse und vor dem Klostertor.
    Das Kultur-Café am Klostertor nutzt den Freiraum der „aktiven Brücke“ und angrenzende Freiflächen in Stadtgraben als Treffpunkt und für Veranstaltungen.

    Hallertorstraße und Untere Marktstraße
    Hallertorstraße und Untere Marktstraße verbinden den Altstadtkern mit dem Neuen Markt nördlich der Dammstraße bzw. mit Grünflächen im Randbereich der Altstadt.
    Hierarchisch, in Materialwahl der Fußgängerzone untergeordnet, werden neue Straßenräume und Plätze im Stadtgefüge gestaltet.
    Am Übergang zum Neuen Markt entsteht eine neue Platzfläche mit angrenzendem Baumdach, baumüberstandener Grünfläche und erlebbarem Naturraum an Bachlauf. Die bestehende Planung für den Übergang zum Neuen Markt wird geringfügig angepasst, wobei die geplante Unterführung unverändert bleibt.

    Vom Bahnhof zur Altstadt
    Die Bahnhofsstraße wird mit beidseitig gleicher Gehwegbreite neu strukturiert und gestaltet. Baumbestand, Straßenbeleuchtung und Stellplätze werden funktional angeordnet. Neue Baumpflanzungen und Bestandsbäume stehen in großzügigen, bepflanzten Grünflächen.

    Stadtinformationssystem
    Im Boden eingelassene Bronzetafeln bieten an entsprechenden Stellen im Stadtraum Informationen zu Orten, Sehenswürdigkeiten oder Bauwerken wie das Rathaus, das Untere Tor, der St.-Georgs-Brunnen oder die Stadtpfarrkirche. Bestehende mediengebundene Informationssysteme werden so ergänzt bzw. können einbezogen werden.

    Verkehr und Stellplätze
    Ein substanzieller Eingriff in die bisherige Verkehrsführung ist die Befreiung des Unteren Marktes von Individualverkehr und KFZ-Stellplätzen. Der Untere Markt wird Teil der Fußgängerzone.
    Lediglich ÖPNV (Stadtbusse und Regionalbusse) dürfen zwischen Rathausplatz und Unteren Tor die Fußgängerzone passieren.
    Von der Dammstraße, Nürnberger Straße oder dem Kurt-Römstöck-Ring kommend führt die Untere Marktstraße als Einbahnstraße durch das Untere Tor. Individualverkehr wird über den Rainbügl als Einbahnstraße (zwischen Fischergasse und Unterer Markt) abgeführt. Öffentlicher Busverkehr fährt von Norden kommend in die Fußgängerzone ein. Nach Norden abfahrende Busse passieren die für Fußgänger freigehaltene Durchfahrt im Unteren Tor.
    Im Altstadtkern werden zwei Bushaltestellen für den ÖPNV geschaffen. Regionalbusse und Stadtbusse fahren den Haltepunkt nördlich des Rathauses an. Stadtbusse halten zwischen Bahnhof und Rathaus zusätzlich am Oberen Tor.
    Die Obere Marktstraße bietet auch zukünftig Stellplätze für Kurzzeitparker. Zu- und Abfahrt führen hauptsächlich über den Theodor-Betz-Platz.
    Im Norden und Westen kann über die Ulmergasse und den Viehmarkt abgefahren bzw. zugefahren werden.
    Radwege führen entlang der Bahnhofstraße und vom Norden kommend am Oberen Tor und Unteren Tor in den Altstadtkern.

    Die Stadt Neumarkt bietet in der Peripherie des Planungsgebietes eine ausreichende Anzahl von Stellplätzen in Parkhäusern zu moderaten Preisen an.
    Trotz der am Unteren Markt entfallenen Stellplätze werden im Wettbewerbsgebiet insgesamt 158 Stellplätze angeboten. Davon sind 8 Stellplätze behindertengerecht.
    Die Stadt Neumarkt i.d.OPf. beabsichtigt die Einrichtung eines dynamischen Parkleitsystems. Eine gesteuerte Verkehrsführung zu freien Stellplätzen sollte zu einer starken Reduzierung von Parksuchverkehr und zu einer Verkehrsentlastung führen.

    Baumstandorte und Vegetation
    Auf die Erhaltung des vorhandenen Baumbestandes im Altstadtkern wurde besonderen Wert gelegt. Der Baumbestand wird gezielt ergänzt um Räume zu schaffen. Rodungen werden kaum notwendig.
    In der Bahnhofstraße wird die schwache Substanz der Bestandsbäume an die neue Gestaltung des Straßenraumes angepasst.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.