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  • DE-30419 Hannover
  • 03/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-153236)

Stadtteilzentrum und Stöckener Markt


  • 1. Preis

    Schaubild, © AllesWirdGut Architektur ZT GmbH

    Architekten
    AllesWirdGut, Wien (AT), München (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: club L94, Köln (DE)
    Tragwerksplaner: ifb Ingenieurbüro für Bauwesen | thal + huber, Berlin (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Beitrag überzeugt durch seine im positiven Sinne eingenommene ambivalente Haltung: Einerseits zeigt die vorgeschlagene Lösung eine Gebäudegruppe, die durch große gefaltete Dächer ein unverwechselbares Erscheinungsbild erhält und in ihrem Maßstab eine als angemessen empfundene Geste für das öffentlich genutzte Gebäude entwickelt. Das neue Stadtteilzentrum am Stöckener Markt zeigt sich zum Freiraum mit eindeutiger Adresse. Es entsteht ein Ensemble, das durch einen sympathischen architektonischen Ausdruck identitätsstiftend wirkt und in Erinnerung bleibt. Andererseits gelingt es den Verfassern durch die gewählte Grundrissgeometrie, das Haus nahezu beiläufig und ebenso überzeugend in den städtischen Kontext zu stellen, in dem es die wesentlichen stadträumlichen Situationen, Kanten und Kubaturen öffentlich genutzter Gebäude, wie der beiden Kirchen in der unmittelbaren Nachbarschaft, aufnimmt.

    Die feingliedrige Kubatur wird im Inneren auf konsequente Weise weitergeführt und lässt Räume besonderer Qualität entstehen, die nahezu vollumfänglich den Erwartungen der Nutzer entsprechen. Der Saal dient als zentrales Element des Inneren. Er ist auf kurzem Weg über das Foyer erreichbar und leicht unterteilbar. Herausgestellt wird seine großzügige Öffnung zum begrünten Außenraum im südlichen Bereich des Grundstücks. Die Lage des Stadtteilladens ist klug gewählt. Direkt im Bereich des Zugangs positioniert, kann er als wichtiger Anlaufpunkt des Stadtteilzentrums bereits aus der Ferne wahrgenommen werden.
    Das Leckerhaus, richtigerweise auf der Südseite positioniert, ist ebenso ein selbstverständlicher Teil des Inneren. Die Fassade der Büroräume könnte zum Platz hin stärker geöffnet werden, um mehr Tageslicht in das Innere zu bringen.

    Die Verfasser zeigen anspruchsvolle Ansätze in der Konstruktion und der Gebäudetechnik. Details, wie die Ausbildung der Fassade aus vorgefertigten Lehmblöcken oder die Nutzung von Warmluft aus dem Bereich der Lichtkanonen wie auch die geplante Eindeckung aus Betonplatten werden kritisch gesehen. Die gestalterische Absicht einer monochromen Erscheinung des Ensembles und der hierfür erforderliche Aufwand sind abzuwägen. Die Atmosphäre des neuen Hauses wird durch die gewählte Darstellungstechnik von einem Teil des Preisgerichts als zu wenig einladend empfunden.

    Im Vergleich zu den eingereichten Arbeiten liegt der Beitrag bei den wirtschaftlichen Kenndaten im mittleren Bereich. Der Passivhausstandard ist nach Einschätzung der Vorprüfung noch nicht erreicht.

    Insgesamt ist es den Verfassern gelungen, einen Vorschlag zu entwickeln, der für die vielfältigen Nutzungen des Stadtteilzentrums ein deutliches Zeichen setzt und auf besondere Weise die soziale Bedeutung der öffentlichen Einrichtung herausstellt.