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  • DE-88239 Wangen
  • 04/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-149802)

Landesgartenschau Wangen im Allgäu 2024


  • 4. Preis


    Stadtplaner
    Machleidt GmbH, Berlin (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Carsten Maerz , Benjamin Wille

    Mitarbeit
    Ilja Haub, Steffen Wörsdörfer

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: SINAI Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, Berlin (DE)

    Preisgeld
    14.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Mit einer konsequenten Wegeführung entlang der Argen und dem Triebwerkskanals durch das gesamte Planungsgebiet, gelingt es den Verfassern einen zusammenhängenden, linear fließenden Freiraum zu entwickeln. Die Wege führen jeweils nord- und südseitig der Argen und des Kanals und stellen eine durchgängige Verbindung für Fußgänger und Radfahrer her. Neben der Ost-West Beziehung arbeitet der Entwurf in angemessener Weise ebenso die Anbindungen zur nördlichen Altstadt und den südlichen Stadtteilen und den umgebenden Landschaftsräumen heraus. Ungeachtet der einzelnen Qualitäten gelingt es der Arbeit allerdings nicht eine wirklich zusammenhängende Raumgestaltung zu entwickeln.

    Durch die Überstellung des Parkplatzes an der Argen mit einem Baumraster, gelingt es den Verfas-sern die Eingangssituation nach Wangen gestalterisch aufzuwerten und gleichzeitig die Funktionale Qualität zu erhalten. Der Auftakt zur Argenpromenade an der Gallusbrücke wird durch eine kleine platzartige Aufweitung richtig akzentuiert. Ebenfalls positiv wird das Möblierungsungsband entlang der Promenade gewürdigt, das dort Aufenthaltsorte schafft. Eine balkonartige Situation am Südufer der Argen im Bereich des Wehrs schafft hier eine angemessene Situation. Das Umfeld des Klösterle und des Pfelgeheims wird aufgewertet und die Beziehung zur Argen gestärkt. Die neuen Brücken und Stege zur Argeninsel sind richtig und stellen die erforderlichen Wegebeziehungen und stadträumlichen Vernetzungen her. Der Weg nördlich der Argen auf der Argeninsel schafft hier eine wichtige Verbindung in Ostwestrichtung entlang des Fußes.

    Durch das punktuelle Auslichten des Uferbegleitenden Gehölzbestandes entlang der Argen werden die Sichtbeziehungen vom Uferweg zur Argen verbessert. Dies wird positiv gewürdigt und unterstützt die Konzeption des Entwurfs. Die im Entwurf an einigen Stellen vorgeschlagene Dimensionen erscheinen, an der oberen Grenze für den Naturraum und sind kritisch zu überprüfen.
    Die Entwicklung der Fläche am ehemaligen Feuerwehrhaus als Parkerweiterung überzeugt in der vorgeschlagenen Form nicht abschließend. Die Flächen für Feste sind nachgewiesen. Die Erschließung zwischen der alter Turnhalle und dem Schulstandort ist problematisch.
    Der Bürgerpark integriert alle erforderlichen Sportfelder und ergänzt diese mit vielfältigen Spielangeboten im nördlichen Bereich. Der Standort für die Wohnmobile ist am richtigen Ort und durch Baumstellungen und Heckenräume im Konzept gut integriert. Die Parkplätze an der Südstraße sind richtig platziert, allerdings sind die Baumfelder an der Nordseite zu kleinteilig und in der vorgeschlagenen Form nicht nachzuvollziehen und zu kleinteilig.

    Die von den Verfassern vorgeschlagene „Wangen-Highline“ erschließt den historischen Triebwerks-kanal in konsequenter Weise, in Form eines linearen Stegs und macht den Kanal erlebbar. Die Begrifflichkeit wird allerdings als für Wangen unpassend angesehen. Der Triebwerkskanal gekonnt inszeniert und die Bedeutung des Kanals für die Geschichte Wangens in zeitgenössischer Form langfristig für die Stadt als starkes identitätsstiftendes Element erhalten.

    Die vorgeschlagene städtebauliche Struktur im Bereich der Auwiesensiedlung wird als angemessener Vorschlag gewertet. Der bauliche Rand mit der Typologie der Punkthäuser zum Auwiesenpark (ERBA Park) wird als angemessen betrachtet und lässt eine qualitätsvolle bauliche Entwicklung erwarten. Die Höhe der Punkthäuser erscheint teilweise für den Ort als überdimensioniert und ist zu überprüfen. Insbesondere in der Benachbarung mit den bestehenden Vereinsgebäuden.

    Der Bebauungsvorschlag des historischen ERBA-Geländes ist strukturell gut gelöst und integriert die verbleibenden historischen Gebäude zu einem neuen attraktiven Wohnstandort mit ergänzender Gewerbe- und Dienstleistungsnutzung. Gewürdigt wird hier die gelungene Verbindung zwischen den erhaltenen historischen Gebäuden und der neuen Struktur, die eine hochwertige bauliche Entwicklung mit starker identitätstiftender Wirkung erwarten lässt. „Der Regengarten“ südlich der Baustruktur, wird als reizvolles Freiraumelement gewürdigt. Ebenfalls positiv wird der Erhalt der westlich gelegenen Wohnhäuser gesehen. Die neue bauliche Ergänzung im Norden wird als kritisch betrachtet. Wünschenswert wäre hier eine stärke Verzahnung des Siedlungsrandes mit der angrenzenden Landschaft gewesen, um eine harmonischeren Übergang zwischen Bebauung und Landschaft zu erreichen. Das Velodrom ist räumlich richtig verortet.

    Die Verfasser arbeiten grundsätzlich richtig, die Arbeit überzeugt jedoch nicht in der Gesamtheit, da sie insbesondere durch die Baumstellungen und die zu große Vielfalt der Elemente zu kleinteilig wirkt. Der Entwurf liegt an der oberen Grenze der Wirtschaftlichkeit.