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  • DE-16540 Hohen Neuendorf
  • 04/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-153355)

Rathauserweiterung mit Bürgerzentrum


  • Anerkennung

    © A.Schwarz/ff/RCI/TH

    Landschaftsarchitekten
    Treibhaus Landschaftsarchitektur Berlin/Hamburg, Berlin (DE), Hamburg (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Gerko Schröder

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Andreas Schwarz Architekt, Berlin (DE)
    Architekten: ff-Architekten, Berlin (DE)
    Energieplaner, TGA-Fachplaner: RCI GmbH, Hamburg (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Städtebaulich-architektonisches Konzept
    Der vorliegende Entwurf stellt sich mit einer deutlichen Abweichung vom städtebaulichen Ideenwettbewerb vor. Die gewählte Figur entwickelt den städtischen Platz in einer kleinmaßstäblicheren Dimension. Durch die rotierend wirkende Anordnung der gewählten Volumen wird ein klar ablesbares Zentrum herausarbeitet. Der kompakte Platz erhält fußläufige Öffnungen und Blickbeziehungen, die ein "Durch-Fliessen“ in Richtung von Nord nach Süd ermöglicht. Die entstandene Platzdimension wird für die Durchführung großer öffentlicher Veranstaltungen als etwas zu eingeschränkt bewertet.

    Stadträumlich-gestalterische Qualität
    Die Rathauserweiterung grenzt sich deutlich von dem Bestandsgebäude ab. Es entsteht eine Skulptur, die über eine nur zweigeschossige Verbindung einen geeigneten Abstand zum verhandenen Rathaus erhält. Aus der städtebaulichen Figur ist eine Haltung und selbstbewusste Geste im Sinne einer „Landmarke“ entstanden, die als wertvoller Beitrag für die gestellte Aufgabe eingeschätzt wird. Ob diese Haltung der Stadt Hohen Neuendorf angemessen ist, wird allerdings kontrovers diskutiert.

    Architektur und Gestaltung
    Die formale Ausprägung des Baukörpers überzeugt durch ihr Alleinstellungsmerkmal. Die aus modularen Einzelelementen gestaltete Fassade wird in ihrer plastischen Anmutung mehrheitlich hinterfragt. Die unterschiedlich großen und kleinen Öffnungen der Fassade scheinen nicht auf die dahinter liegenden Räume bezogen zu sein. Im Ergebnis der Diskussion wird festgestellt, dass die gewählten gestalterischen Mittel nicht angemessen für die Umsetzung der Auslobung sind, der Lösungsansatz aber aufgrund seiner kraftvollen Antwort auf die schwierige städtebauliche Situation Anklang fand.

    Funktionalität, Raumprogramm
    Die Erdgeschosszone zwischen Alt- und Neubau weist eine gute funktionale Gliederung auf und zieht beide Bauteile sinnvoll zusammen. Die Eingangssituationen platz- und straßenseitig werden besonders gut herausgestellt. Es gelingt auch einen angemessenen Nebeneingang von Osten zu schaffen. Der Neubau wird im Erdgeschoss als Bürgerzentrum (klare Funktionsstruktur) inklusive Sanitäranlagen und Empfang
    erarbeitet. Der Rathaussaal besitzt allerdings nicht die gewünschten räumlichen Qualitäten, Dimensionen und Raumabschlüsse.
    Die funktionale und räumliche Trennung zu den Verwaltungsbereichen wird positiv bewertet, ebenso werden die Büroräume als qualitativ wertvoll eingeschätzt. Die Flure sind ausreichend dimensioniert. Die Treppenhausbreite von ca. 1,20m wird hinsichtlich des Brandschutzes als gerade ausreichend eingeschätzt. Über die Wendeltreppe im Zentrum des Neubaus wird mit einem Oberlicht zusätzlich Tageslicht ins Innere eingebracht. Die barrierefreie Erschließung ist funktional sehr gut gelöst.

    Ruhender Verkehr
    Um die Anforderungen zu erfüllen, greift der Entwurf auf vorhandene Stellplätze an der Stadthalle zurück.

    Energie
    Der bauliche Wärmeschutz müsste in den folgenden Planungsphasen optimiert werden, um sicherzustellen, dass mit den ausgewiesenen Dämmstärken auch die U-Werte des geforderten energetischen Standards erreicht werden. Das Energieversorgungskonzept basiert auf Geothermie und ist schlüssig. Hinsichtlich der Lüftung müssen
    in der folgenden Planungsphase weitere Präzisierungen, hinsichtlich der Aufteilung der freien Lüftung im Kontext mit den Schwingfenstern und maschinellen Lüftung erfolgen.
    In einigen Räumen scheinen die Stürze sehr tief, so dass es zu einer zu geringen Tageslichtausnutzung kommen kann.

    Erweiterungsmöglichkeit
    Die Erweiterungsmöglichkeit wird in einem separaten Gebäude vorgeschlagen, die sich als Platzrandbebauung entlang der Oranienburger Straße als städtebaulich sinnvoll erweist. Eine Verbindung zu inneren, inhaltlichen Strukturen ist nicht vorgesehen.Kosten
    Das Budget wird wahrscheinlich zu 99,8 Prozent ausgeschöpft. Fehlende Mehraufwände für statische Anforderungen des Turmbaus müssen noch erbracht werden.

    Baurecht
    Eine Einfügung nach § 34 BauGB wird als kritisch angesehen. Eine Argumentation als Landmarke ist vorstellbar. Das Baurecht wird vermutlich nur über ein gesondertes Bebauungsplan-Verfahren erreichbar sein. Das Brandund Rettungsschutzkonzept muss bauordnungsrechtlich erneut auf Machbarkeit überprüft werden.