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  • DE-78462 Konstanz
  • 04/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-150276)

Döbele


  • 2. Preis

    kein Bild vorhanden
    Verkehrsplaner
    VERKEHRSPLANUNG LINK, Stuttgart (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Freie Planungsgruppe 7, Stuttgart (DE)
    Landschaftsarchitekten: Lohrberg Stadtlandschaftsarchitektur, Stuttgart (DE)

    Preisgeld
    15.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit überzeugt durch eine maßvolle Einbindung in den vorhandenen Stadtkörper und durch eine quasi selbstverständliche Verwebung mit dem bestehenden Strassensystem. Durch den annähernd 30m breiten zentralen Strassenraum, der die Grenzbachstrasse mit der Laube verbindet, entsteht eine leistungsfähige, in der verkehrlichen Vernetzung naheliegende Planungsidee, die gleichzeitig ein gutes Rückgrat für die angrenzenden neuen Planungsfelder liefert. Er ist so breit angelegt, dass er die Anforderungen (Einmündung Grenzbachstrasse) bestens leistet.

    So begründet die zentrale Straßenführung eine außerordentlich gute Einfügung in die Stadt. Folgende Hinweise, die die Straßenführung betreffen, müssten aber noch bedacht werden:
    - die Zufahrt vom Emmishofer Zoll wird sich stärker darstellen müssen, denn die
    verkehrsberuhigte Strecke muss in Frage gestellt werden und eine Neueinschätzung dieses Verkehrsaufkommens wird auch den Knotenpunkt in seiner Dimension
    verändern.
    - die Zufahrten Tiefgarage liegen zu tief im neuen Planungsgebiet.
    Direkte Anbindung der Fahrradstrasse / Verlängerung Schützenstrasse wird aus
    verkehrsplanerischer Sicht sehr gut bewertet.

    Der im Süden angelegte Döbele-Park mit der Neugestaltung des Saubach ist besonders überzeugend in diesem Konzept, erzielen die ' Verfasser eine grüne Parklandschaft, die eine qualitätsvolle Verbindung zum Nachbarland darstellt.

    Und zu welchen Konsequenzen führt diese gute Planungsbasis bei der Entwicklung der Hochbauten? Hier stellt sich eine Reihe von Fragen. So führt die verkehrliche Vernetzung zu Baufeldzuschnitten, die doch eine grosse Anzahl von Sonderbauten erzwingen. Sehr enge spitzwinkelige Blockinnenecken, ein unmittelbares und nicht genehmigungsfähiges Vis-a-vis von Wohnbereichen im Blockinneren, eine hohe Differenzierung der Baumasse, um die Besonnung der einzelnen Wohnungen sicher zu stellen etc. und ein im Vergleich bisher außerordentlich geringes Wohnflächenangebot. Das Wohnhochhaus ist ein verständlicher, aber nicht überzeugender Versuch, diese Defizite auszugleichen. Vielleicht ließe sich das über eine generelle Baukörpererhöhung noch etwas relativieren, aber die Probleme der nachbarschaftlichen Abgrenzung und die gezwungenermaßen Spezifizierung einer Bautypologie lassen sich nicht leicht beheben. Bisher werden 4-geschossige Bauten mit einem zurückgesetzten Dachgeschoss vorgeschlagen - ein gängiger Bautyp, dessen Vorzüge bekannt sind, der aber auch im Stadtkörper von Konstanz keine ortstypische Charakteristik aufgreift. Dieses Gebäudeprofil ist an keiner Stelle ortsbildprägend und eigentlich der pure, gebaute Kompromiss. Die Anzahl der Tiefgaragenstellplätze ist dann auch entsprechend zu wenig und müsste deutlich den Zielvorgaben angepasst werden. Eine Verbindung der Tiefgarage ist unter dem öffentlichen Straßenraum nicht selbstverständlich und müsste rechtlich überprüft werden, eine Tunnelverbindung der einzelnen Garagen ist aber durchaus sinnvoll und gewünscht.

    Die Arrondierung des östlichen Baufeldes ist wieder sehr selbstverständlich und gut
    gelungen. Es verändert an diesem Ort die historische Kante - das wird kritisch
    angemerkt.
    Ein überzeugender Planungsansatz, der allerdings offensichtlich keine richtige Balance finden konnte mit den hochbaulichen Konsequenzen, das gilt sowohl für die Baukörperzuschnitte wie auch für die Gestaltungsabsichten, die sich über die Schnittansichten hier eröffnen.