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  • Anerkennung

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    Landschaftsarchitekten
    Treibhaus Landschaftsarchitektur Berlin/Hamburg, Berlin (DE), Hamburg (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: ff-Architekten, Berlin (DE)

    Preisgeld
    6.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Auf die äußerst sensible räumliche Situation am Übergang zwischen Ortskern und Wald reagiert der Entwurf mit einer ungewöhnlichen Intervention. Unter Ausnutzung der vorhandenen Topographie wird ein von Vegetation überdecktes Sockelgeschoss gebildet, das über eine lange, sanfte Rampe erreicht wird. Darüber erheben sich zwei zweigeschossige Zylinder, die den Blick in den Landschaftsraum freigeben und versuchen, sich in ihrer ruhigen geometrischen Gestalt der Umgebung unterzuordnen. Dies gelingt nur bedingt. Vermisst werden Angemessenheit an den Standort und eine räumlichgestalterische Auseinandersetzung mit den Nachbarn.

    Auch die Rampe zum Eingang des Neubaus wirkt in ihrer Beziehung zum Bestand fremd. Sie schneidet empfindlich in die Topographie ein. Einmal im Sockelgeschoss angekommen, erschließt sich allerdings eine faszinierende Welt. Gegenüber dem Eingang befindet sich ein ebenfalls abgesenkter, großzügiger und dabei dennoch intimer Lernhof. Beidseits erschließen sich, um zwei Höfe gruppiert, die Welt des individuellen Lernens mit sehr attraktiven, die Konzentration fördernden Raumsituationen sowie der Veranstaltungsbereich. Die beiden Zylinder darüber beherbergen das Sprachenhaus und das Seminarhaus. Bei aller notwendigen Konvention für die letztgenannten Bereiche ist auch hier ein angenehmes räumliches Klima zu erwarten. Die ebenfalls kreisrunden Innenhöfe und der Rampeneinschnitt geben auch hier Orientierung und individualisieren die Raumgruppen. Eine Zweitverwendung der Obergeschosse, etwa für bestimmte büroartige Nutzungen, erscheint möglich, während das Sockelgeschoss für ständige Arbeitsplätze nur in Teilen geeignet sein dürfte.

    Die beiden Untergeschosse des Gebäudes sind in Stahlbeton, die aufgehenden Zylinder in Holz-Massivbauweise mit großen Spannweiten vorgesehen. Die angebotene, von der Himmelsrichtung unabhängige Fassadengestaltung ist aufwändig und unter energetischen Gesichtspunkten, was solare Einträge in Konkurrenz zur Tageslichtversorgung anbelangt, fragwürdig.

    Im Außenraum erfolgen durch die Absenkung des Gebäudes starke Eingriffe, die deutlich zwischen dem Sockelgeschoss zugeordneten, stark gestalteten Freiräumen und den restlichen, teilweise unterbauten Wiesenflächen unterscheiden. Die Dimension dieser Eingriffe scheint sehr hoch - das damit verbundene Zerschneiden des Freiraumes und Fokussieren auf nur einzelne Teilbereiche ermöglicht keine Aufwertung des gesamten Freiraums. Die Baukosten liegen im Vergleich zu den weiteren Beiträgen im oberen Bereich mit Tendenz nach oben. Als kostenauslösend werden hier u.a. Baugrube, Verbau und Geländemodulation, Herstellung Brandschutz, Konstruktion Gebäude und Fassade gesehen.

    Der Holzbau reduziert die verfügbaren Speichermassen in den hochverglasten Rundbauten, die Nachtlüftung über die Innenhöfe ist vorstellbar. Die ringförmigen Oberlichter sowie die punktförmigen Oberlichtquellen für das Sockelgeschoss weisen keinen sommerlichen Wärmeschutz nach. Eine effiziente Trassenführung der Haustechnik ist kompakt in den Flurbereichen der Rundbauten nachgewiesen.

    Insgesamt handelt es sich um einen sehr eigenständigen Beitrag mit attraktiven inneren Qualitäten. Hinsichtlich seiner Wirkung im Landschaftsraum wie auch seines Auftritts hätte man sich für diese Bauaufgabe jedoch etwas mehr Zurückhaltung gewünscht.