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  • DE-89073 Ulm
  • 04/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-152280)

Citybahnhofsplatz


  • Teilnahme


    Landschaftsarchitekten, Architekten
    DÄRR LANDSCHAFTSARCHITEKTEN, Halle/Saale (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Franziska Krüger

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Raupach Architekten, München (DE)

    Erläuterungstext
    Der Bahnhofsvorplatz ist geprägt von Bewegung, Geschwindigkeit und Entschleunigung. Fußgänger, Radfahrer, Wartende und Eilende begegnen sich und bewegen sich über den Platz. Diese Ströme sind zu ordnen und zu strukturieren. Transparenz und Durchlässigkeit sind gefordert um den Bewegungen den nötigen Platz zu geben. Es entstehen Räume und Zonen mit unterschiedlicher Qualität. All das ereignet sich
    auf einem großen Pixel-Teppich, welcher der klein- und großmaßstäblichen Möblierung die Grundlage bietet.

    Ausgehend von einem sehr heterogenen Umfeld, schafft der durchgängige Belag einen robusten, gut bespielbaren städtischen Platzraum. Gleichzeitig stellt er den Brückenschlag Richtung Altstadt her. Der neue Bahnhofsplatz soll als Indikator und Auftakt für das direkte und unmittelbare Bahnhofsumfeld wirken. Er ist Stadteingang, Adresse und zugleich ein räumlicher Filter.

    Auf Grund der Wandelbarkeit des Raumes war es bei der Konzeptfindung wichtig, eine Grundstruktur zu entwickeln, die sich der Umgestaltungen der Raumkanten flexibel anpasst und gleichzeitig als eine starke Struktur den Raum gliedert und prägt. Ein Raster von 60x60cm wurde teppichartig über den Platz gelegt. Der Teppich, ein kleinteiliger Plattenbelag aus Betonwerksteinen, breitet sich vor den Reisenden ruhig und selbstverständlich aus. Mittels Studien wurden Bewegungsströme auf dem Platz und im Straßenraum analysiert und diese´in eine Belagsstruktur umgesetzt. Ein dynamisches System aus verdichteten und freien Räumen wurde entwickelt, welches bewusst nicht an
    der Wettbewerbsgrenze endet, sondern sich in die angrenzenden Bereiche entwickeln kann. Das Rastersystem zerfällt entsprechenden der Funktion der Fläche in kleinteiligere Belagsstrukturen (Radweg) und löst sich im Straßenraum auf. Unterstützt wird dieses System durch differenzierte Farben, die sich aus Kantensteinen und Straßenbelag entwickeln. Dadurch werden Platzfläche, Radweg, begehbarer Straßenraum und Haltestellenbereich als eine zusammenhängende Fläche gelesen.

    Die neue Organisation bündelt die Verkehrsströme. Dadurch entsteht ein großzügiger Bahnhofsplatz, welcher weitgehend dem Fußgängern vorbehalten ist. Unterstützt wird diese Leitidee durch das neue Fahrradhaus, welches sich an die Zufahrtsrampe für die Fahrradtiefgarage lehnt und somit den Platz bereits an der nördlichen Platzkante frei von Radverkehr räumt. Lediglich gegenüber dem Hotelzugang gestaltet sich eine Taxivorfahrt für 10 Taxen. Abgegrenzt wir dieser Bereich von Hochbeeten, welche sich zum Bahnhofsplatz hin als Sitzgelegenheit entwickeln. Ein Ort des Aufenthaltes entsteht im
    Schutze einer hohen Gräserpflanzung. Diese Inseln der Ruhe und des Wartens werden durch Großbäume begleitet. Blühgehölze, Hochbeete bepflanzt mit Gräsern und anlehnende Sitzstrukturen bilden eine Einheit und treten modulartig auf dem gesamten Bahnhofsplatz auf.
    Um die Barrierefreiheit im Raum zu erreichen, wurde die Friedrich- Ebert-Straße im Bereich der Hauptpost auf das Platzniveau angehoben. So können in allen Übergangsbereichen barrierefreie Situation geschaffen werden ohne weitere Anrampungen auszubilden. Im Bereich des ZOB´s wir die Hauptverkehrsachse wieder abgesenkt.

    Die differenzierte Abfolge von unterschiedlichen Qualitäten und Räumen wird durch das Lichtkonzept unterstützt. Es folgt in seiner Ausrichtung der jeweiligen Nutzung und Ausrichtung der Dachflächen. Tageslicht unterstützt den Entwurfsgedanken.

    Bahnhofsplatz-Überdachung:
    Ein ruhiges großzügiges Dach bildet den östlichen Auftakt auf den Platzbereich. In seiner Ausrichtung flankiert es den Bahnhof und hält dabei den notwenigen respektablen Abstand. Es dient nicht nur als Treffpunkt sondern führt die Besucherströme aus der Passage, Fahrradgarage und der Tiefgarage unter einem Dach zusammen und verteilt sie. Die Ankommenden aus der TG gelangen in ein tiefer gelegenes, helles Foyer und über eine offene Treppe und Aufzüge auf die Platzebene.
    Besucher aus der unterirdischen Passage werden über Lichtkanonen auf den Bahnsteigen bis zum großen offenen Oberlicht unter dem Bahnhofsdach begleitet und geführt. Das Dach ist als ruhige, klare und geschlossene Fläche konzipiert, die durch Oberlichter zoniert und rhythmisiert wird.

    Überdachung Haltestellen:
    Mit den Überdachungen der Haltestellen wird ein geschützter Ort mit hoher Aufenthaltsqualität geschaffen. Durch Ihre L-förmige Ausbildung
    erhalten die Haltestellen eine Körperhaftigkeit und Kraft.
    Zweischalige gläserne Wände aus semitransparentem Glas, die nachts farbig leuchten erzeugen einen warmen Lichtraum und wirken in den
    städtischen Raum hinein.
    Damit bleibt zum einen die Durchsicht auf die Bahnsteige gewährleistet, zum anderen bieten die Überdachungen ein hohes Maß an Schutz vor
    Immission, Verschmutzung und schaffen die nötige Distanz zum Straßenverkehr.
    Die leuchtenden Wände korrespondieren mit der ruhigen Dachfläche und Ihrer linearen Beleuchtung.
    Über Revisionstüren im Glas auf der Haltestelleninnenseite kann der Raum zwischen den Scheiben gereinigt und gewartet werden.
    Hölzerne Bänke und frei aufgestellten Automaten stehen im Wechsel mit den beiden raumhoch verglasten Lichtöffnungen in die untere Passage.

    Überdachung Fahrradrampe und Fahrradstellplätze:
    Das Dach über der Fahrradrampe ist dem des Bahnhofsplatzes ähnlich. Um die Rampe und den ruhenden Verkehr zu entzerren und Störungen zu vermeiden werden beide Funktionsbereiche durch eine Wand getrennt. Die Rampe erhält seitliches Licht und ist über ein langes Oberlicht zusätzlich mit ausreichend Tageslicht versorgt. Ein weiteres Oberlicht definiert die Bewegungsflächen zwischen den Fahrradabstellplätzen.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.