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  • Teilnahme


    Landschaftsarchitekten, Architekten
    DÄRR LANDSCHAFTSARCHITEKTEN, Halle/Saale (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Franziska Krüger

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Eßmann l Gärtner l Nieper l Architekten GbR, Darmstadt (DE), Leipzig (DE)

    Erläuterungstext
    Konzept
    Ziel des städtebaulichen Konzepts ist die Erhaltung und Stärkung der pavillonartigen Struktur des vorhandenen Ensembles. Die notwendige Erweiterung wird an Haus 21 vorgeschlagen und ergänzt dieses zu einer gegliederten Hofanlage – eine auf dem Gelände bereits vorhandene und angemessene Typologie. Der Neubau bildet so einen Abschluss des Klinikgeländes gegenüber der Grundstücksgrenze sowie der Forensik. Es entsteht eine großzügige, parkartige Freifläche die zusammen mit der Freifläche vor
    dem Hauptklinikgebäude das grüne Zentrum der Gesamtanlage bildet und sich gestalterisch in das bestehende Freiraumkonzept eingliedert. Um die Transparenz zwischen dem westlichen Parkraum und dem Innenhofbereich des Erweiterungsbaus der Klinik zu erreichen, werden gläserne Gebäudefugen installiert, die nicht nur eine visuelle Verbindung der Räume zulassen, sondern im nördlichen Baukörperbereich auch den Blick auf die Krankenhauskirche freigeben und so die Zugehörigkeit dieser historischen
    Gebäudestruktur zum Klinikkomplex verstärkt. Die Hofanlage des neuen Haus 21 nimmt die beiden Stationen im Altbau und in den Flügelbauten auf, die gemeinsam genutzten Räume bilden den nördlichen Abschluss des Hofs. Im Haus 19 werden die Räume
    für die höherwertige Gestaltungstherapie angeordnet, Haus 20 bleibt als Solitär für das Traditionskabinett vorbehalten. Eine Erweiterung im Bereich von Haus 19 bleibt möglich. Die Erschließungsstruktur ist klar und übersichtlich, im Innenhof entstehen geschützte, hochwertige Freibereiche, die Ausrichtung von Verkehrswegen und Aufenthaltsbereichen nutzt die außerordentliche Lagegunst im Park.

    Freiraumkonzept
    Der Planungsraum rund um die gründerzeitlichen Einzelbaukörper Haus 19 bis 21 wird durch bestehenden Großbaumbestand stark geprägt. Prachtvolle Baumkronen verleihen der Freifläche einen parkartigen Charakter. Ziel des Entwurfes ist es deshalb, den Altbestand weitestgehend zu schützen und durch gezielte Neupflanzungen in der Gesamtheit zu komplementieren. Der historische Baumbestand wird nach dem vorliegenden Freiraumkonzept rekonstruiert, vor allem die Alleen entlang der Fahrwege.
    Der historische Hauptweg, welcher das Hauptgebäude der Klinik mit den Häusern 19 bis 21 verbindet, bildet die Hauptwegeachse von der weitere historisch begründete Wegebeziehungen in nördliche sowie westliche Richtung abzielen. Das Wegesystem
    gliedert sich in Fahrwege, gestaltet aus Asphalt, Hauptfußwege aus Terra Way und Spazierwege, welche sich zum Teil zwischen den Wellenstrukturen befinden aus wassergebundener Wegedecke begrenzt durch Klinkerpflaster hergestellt werden. Die Hauptentwurfsrichtung der Freianlagengestaltung richtet sich parallel der Leipziger Straße. Wellenförmige Strukturen bestehend aus Gräser-, Wiesen-, Rasen- und Strauchbänder gliedern den Landschaftsraum in unterschiedliche Funktionsbereiche; Bereiche der sportlichen Betätigung, Bereiche des Naturerlebens und der Kommunikation. Diese Bänderstruktur zieht sich durch das Erweiterungsgebäude
    hindurch und legt sich wie ein Teppich über den Planungsraum. So erhält auch der Innenhofbereich eine klare Zonierung der Freifläche in Wegebereiche, Ruhebereiche und
    Pflanzflächen. Der historisch begründete Baumbestand bildet das Hauptgerüst
    des Freiflächenkonzepts und schafft in Verbindung mit gezielten Neupflanzungen ein Wechsel aus Freiflächen und Baumgruppen; sonnige und schattige Bereiche gliedern den Parkraum und schaffen somit Orte ruhiger Entspannung, geselliger Unternehmungen
    und Bereiche für Therapien im Freien. Verwendet werden vornehmlich einheimische Baumarten, die sich bereits am Standort etabliert haben. Die Rudimente des ehemaligen Hainbuchenlaubengangs nördlich von Haus 19 bleiben als Relikte erhalten und
    werden lediglich verjüngt. Besondere Orte wie der Innenhofbereich werden durch wirkungsvolle Blühgehölze [Zierkirschen, Blauglockenbaum] akzentuiert. Auch im Ausdehnungsbereich des Hauptweges werden Zierkirschen zur Akzentbildung verwendet,
    die großzügige Kommunikationsinseln bestehend aus Bänken und Sitzgruppen markieren. Der Parkbereich südlich der Häuser 19 und 21 folgt dieser Wellenstruktur. Historische Baumstrukturen werden auch hier durch Neupflanzungen entsprechend dem Prinzip aus einem Wechsel von lichten und schattigen Zonen gestaltet. Als
    Grenze gegenüber der Leipziger Straße wird eine doppelreihige Heisterpflanzung entlang des Zaunes gestaltet, die die visuelle Verbindung zu der vielbefahrenen Chaussee kappt und somit auch hier einen Ort des Aufenthaltes schafft.

    Materialität
    Entsprechend dem städtebaulichen Konzept sollen auch die Oberflächen und Gestaltprinzipien der Ergänzungsbauten die vorhandenen Themen und Typologien fortschreiben. Folglich wird eine Klinkervorsatzschale vorgeschlagen, die gewünschte horizontale Gliederung wird durch einen Wechsel im Mauerwerksverband zwischen
    Wandflächen und Deckenstreifen erreicht. Als Fenster sind Holz-Aluminium-konstruktionen im Passivhausstandard eingeplant. Die Flachdachflächen sollen mit einer extensiven Begrünung versehen werden. Die Dach- und erdberührten Flächen der Bestandsbauten können auf einfache Art gedämmt werden, der Einbau einer Innen-
    dämmung mit moderater Stärke von ca. 6cm bis 8cm erlaubt die Verbesserung des U-Wertes der bestehenden Fassaden, ohne dass sich daraus bauphysikalische Schwierigkeiten ergeben.

    Haustechnik
    Haus 21 erhält eine zentrale Lüftungsanlage mit hoher Wärmerückgewinnung
    im Dach des Altbaus. Die Verteilung der Lüftung ist wegen der bereits vorhandenen großen Geschosshöhe im Erdgeschoss unterhalb der Decke über EG vorgesehen. Die Räume des Obergeschosses werden jeweils mit vertikalen Stichleitungen angesteuert.
    Die notwendige Raumhöhe im OG Neubau kann somit gering bleiben. Zusammen mit den vorgesehenen geringen U-Werten der Neubauteile wird eine hohe Energieeffizienz erreicht. Die vorhandenen Räume im UG des Altbaus werden für die Haustechnikräume
    mit geringen Anforderungen an die Raumbedingungen genutzt (FW-Hausanschluss, Warmwasserzentrale, TW-Hausanschluss). Die Räume für die Elektrotechnik sind im Obergeschoss des neuen Nordflügels konzentriert.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.