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  • DE-56068 Koblenz
  • 12/2006
  • Ergebnis
  • (ID 2-4835)

Bundesgartenschau Koblenz 2011


  • Ankauf

    Blütensturm

    Landschaftsarchitekten
    k1 Landschaftsarchitekten - Kuhn Klapka GmbH, Berlin (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Catherine Kuhn, Axel Klapka, Torsten Wolff, Lars Hopstock, Frank Kleinmanns, Anne Wex

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: raumzeit - Läufer, Tausch, Tuczek, Berlin (DE)

    Erläuterungstext
    Erläuterungstext

    Analyse
    Die Wettbewerbsbereiche unterteilen sich im Wesentlichen in wassernahe Promenadenflächen, den Schlossplatz und Schlossgarten, den Blumenhof und den Festungspark Ehrenbreitstein. Alle Flächen stehen jeweils in einem spezifischen historischen Kontext, der sich heute nur noch fragmentarisch ablesen lässt. Die baulichen Überformungen erzählen jeweils nur die Geschichte der einzelnen Orte.

    Die räumlich-gestalterische Kontinuität fehlt.

    Leitidee
    Die verschiedenen Park- und Promenadenbereiche werden aus ihren jeweiligen Potenzialen heraus entwickelt und neu geordnet. Die unterschiedlichen räumlichen Stärken werden inszeniert und die verschiedenen Teilbereiche durch wiederkehrende Gestaltungsmittel verknüpft.

    Die historischen Elemente werden integriert und je nach Bedeutung für die zukünftige Nutzung neu interpretiert oder in ihrer geschichtlichen Bedeutung hervorgehoben.
    Dabei dienen die historischen Gebäude, Pflanzenensembles und Denkmäler als räumliche Kulisse, in die eine neue Ebene mit einer modernen, klaren Formensprache eingefügt wird.

    Es entstehen gartendenkmalpflegerisch geprägte Bereiche wie der Schlossgarten oder der Blumenhof mit modernen Elementen sowie zeitgenössische Anlagen wie die Promenadengärten oder der Schlossplatz auf historischen Spuren.

    Gartenschau
    Die drei Kernbereiche der Bundesgartenschau werden, abhängig von ihrem Umfeld, unterschiedlich bespielt. Während auf dem Schlossplatz, im Schlossgarten und im Blumenhof die ruhigeren Schauflächen liegen, bildet der Park auf dem Plateau Ehrenbreitstein den Schwerpunkt für die berufsständischen Gärten und die Themengärten. Zusätzlich werden auch Großveranstaltungen und andere „laute“ Nutzungen hier stattfinden. Für den Bereich um das Schloss sind kleinere Veranstaltungen wie z.B. klassische Konzerte, Theater etc. vorgesehen. Der Blumenhof trägt mit Ausstellungsflächen seiner Nähe zur Kunst Rechnung.

    Als wichtiger Eingangsbereich vor historischer Kulisse versetzt der Schlossplatz mit seinen modern interpretierten Broderieparterres den Besucher in einen „Blütenrausch“. Am Parkplatz werden die Baumscheiben als Ausstellungsflächen für Bodendecker genutzt.
    Im Schlossgarten werden im Parterre Pflanzenraritäten und in den Kübeln mediterrane Pflanzen präsentiert. Im Lenné-Park bringen (Garten-) „Kunstgärten“ dem Besucher die Geschichte der Gartenkunst näher.

    Im Festungspark erschließt ein Blumenband die Ausstellungsflächen. Der Besucher trifft beim Promenieren im Park immer wieder auf Gärten sowie Wechselflorpflanzungen treffen. Die Blumenhalle wird in die Festung integriert. Auf der Aussichtsplattform der Festung wird eine mit der Seilbahn leicht erreichbare Bühne platziert. Im westlichen Bereich der Plattform befindet sich eine nach außen erweiterbare Gastronomie.
    Die Flächen im Blumenhof werden als Sonderausstellungsflächen wie z.B. historische Rosen, Skulpturengarten oder einen Pfarrgarten genutzt.

    Die Besonderheiten der Stadt sollen sich in den Themen der verschiedenen Ausstellungen wieder spiegeln.
    Städtebauliche Einbindung
    Die wichtigsten innerstädtischen Verbindungsachsen werden bis an die Flussufer geführt und sollen langfristig als Stadtpromenaden ausgebaut werden (z.B. Stresemannstraße, Nagelsgasse). Die Fußgängerzone Rheinstraße wird bis zur Promenade verlängert.

    Die Wohnzeilen am Peter-Altmeier-Ufer werden durch das Parkband entlang der Promenade aufgewertet. Eine Holzplattform vermittelt vom Spielplatz im Siedlungsbereich in die Parkfläche und bildet den Kontext für die weitere Entwicklung als Standort für das Spielhaus.


    Festungspark am Ehrenbreitstein
    Die Gestaltungssprache des Entwurfs von Topotek 1 wird aufgegriffen und auf dem nördlichen Plateau fortgesetzt. Das so erweiterte Wegesystem erschließt den Gartenschaubereich auf dem Ehrenbreitstein und belässt einen großen Wiesenraum für Spiel und Sport. Entlang der westlichen Geländekante wird der Rheinhöhenweg ausgebaut und erhält Aussichtsplätze, Weinbergterrassen sowie ein Observatorium. Der Abschluss der Parkanlage wird an den Böschungen zum Orchideenwald mit Cortenstahlwänden markiert. Damit wird einerseits der Orchideenwald geschützt, andererseits die Fragmente des Fort Reineck markiert. Eine Obstbaumwiese vermittelt zum Fort Bleidenberg, das als Veranstaltungsfläche genutzt werden kann.


    Schlitz Am nordwestlichen Endpunkt der Parkanlage wird die abfallende Geländeabwicklung genutzt um den Blick auf das Rheintal zu inszenieren. Cortenstahlplatten flankieren den Geländeeinschnitt in Abhängigkeit der Geländehöhe schlitzartig und fokussieren den Blick auf den Rhein. Eine kleine Plattform bildet den Abschluss am Aussichtspunkt.

    Orchideen-
    wäldchen Die Cortenstahlplatten aus dem Geländeschlitz laufen am Orchideenwäldchen aus und markieren das nördliche Ende der Parkanlage. Mit einem Steg kann der Orchideenwald behutsam für Führungen erschlossen werden. Während der Gartenschau liegen hier die Orchideengärten.

    Blumenhalle Zwischen den Wänden des Nordgrabens in der Burg wird eine temporäre Dachkonstruktion eingespannt, um diesen Ort mit seiner Ausstrahlung für die Blumenhalle nutzen zu können. Die Burgmauern dienen als Kulisse für die Ausstellungen, während das transluzente Dach ausreichend Tageslicht durchlässt. Die Konstruktion lässt sich ohne große Eingriffe in die Bausubstanz realisieren und kann z.B. für einen anuellen „Festivalsommer“ o.ä. wieder eingespannt werden. Die darüber hinaus geforderten Flächen werden in der Burg selbst nachgewiesen.
    Die „Hängenden Gärten“ nehmen das Prinzip der Blumenhalle auf und stellen das Prinzip „Kletterpflanzen“ auf den Kopf.

    Fort Bleidenberg Die Flächen am Fort Bleidenberg werden für die Gartenschau und Nachnutzung mit dem Obstbaumhain erschlossen und in die Parkanlage integriert. Eine behutsame Ergänzung und Freistellung der Wälle bildet ein Plateau, das für Veranstaltungen bzw. die „Ruinengärten“ und ein Café genutzt werden kann.
    Hier schließen sich nach Norden die landwirtschaftlichen Gärten der Stoffkreisläufe an, die später als Kleingartenparzellen oder für eine Wohnbebauung weiter genutzt werden können.


    Schloss
    Der Bereich am Schloss wird im Wechselspiel mit den historischen Strukturen räumlich gefasst und in der Fläche neu belegt. Dabei soll im Westen ein neuer, der Stadt zugewandter Treffpunkt entstehen und im Osten mit drei neuen Verbindungen der Anschluss an die Promenade erfolgen.

    Schlossplatz &
    Blütenrausch Der Schlossplatz erhält seine räumliche Einfassung nach historischem Vorbild mit der Ergänzung der Baumpakete zurück. Zusätzlich zeichnet ein Heckenband vom Kopfbau bis zum Schloss das Ensemble nach. Im Zentrum des Platzes wird auf das historische Rondell verzichtet und eine moderne Interpretation eines Broderieparterres, unter Beachtung der Wegeachsen, inszeniert. Die Beete sind von leicht erhöhten, breiten Natursteineinfassungen gerahmt. Auf je einer Seite eines Beetes wird die Einfassung zum Sitzblock erhöht.
    Während der Gartenschau wird dieser Bereich zum „Blütenrausch“. Die Besucher flanieren zwischen den Beeten, ruhen auf den Blöcken und genießen den Blumenflor. Die freie Form greift bewusst nicht auf die historischen Vorbilder der repräsentativen Vorfahrt zurück und wird den veränderten Nutzungsansprüchen in Form eines modernen Lustgartens gerecht. In Koblenz entsteht ein neuer Stadtgarten mit zentraler Bedeutung. Zur tiefer gelegten Straße hin erhält der Schlossplatz ein Wasserbecken, der den Blick vom Schloss über den Straßengraben hinwegführt. Ein Wegesystem erschließt die Ausgänge aus dem Parkhaus.


    Schlossgarten Die Lennésche Planung wird wieder aufgenommen und mit neuen Ornamenten versehen. Die preußische Festungsmauer wird zur Promenade freigestellt. Im nordwestlichen Bereich wird die landschaftliche Gestaltung der Ursprungsplanung aufgenommen und mit verborgenen Gärten ergänzt. Augusta`s Garten verweist von der Promenade auf den Schlossgarten.
    Ein Rhododendronhain wird im vertieften Bereich vor der Mauer angelegt.


    Blumenhof
    Der Blumenhof wird als kontemplativer Ort gestaltet. Hier findet der Besucher Rückzugsräume vom Alltag und dem Treiben auf den Promenaden. Dies findet in einer auf wenige Elemente reduzierten Gestaltung seinen Ausdruck.

    Pfarrgarten In Anlehnung an den historischen Kreuzgang wird ein Ort der Stille mit einer einfachen, leicht vertieften Rasenfläche der Basilika gegenübergestellt. Mauern und Hecken blenden das Umfeld aus. Ein an klösterliche Gärten angelehnter Pflanzbereich dokumentiert die christlichen Symbolpflanzen wie Madonnenlilien, Akelei, Schwertlilien etc.

    Rosengarten Im Rosengarten bildet ein großer Wasserspiegel den Mittelpunkt. Hier wird Natur abstrahiert und als „vorbei fliegende Wolken“ auf dem „Himmelspiegel“ abgebildet. Eine flache Wasserzone auf dunklem Naturstein liegt bei Windstille wie ein Monument in der Fläche. Das leichte Plätschern des Überlaufs blendet Geräusche aus der Umwelt aus. Historische Rosen und Hortensien unterstreichen die besondere Atmosphäre dieses Ortes.

    Skulpturengarten Der Skulpturengarten wird überarbeitet und dient nur noch der Kunst als Ausstellungsfläche des Museums. Sitzgelegenheiten gliedern den Raum und laden den Betrachter zum Verweilen ein.


    Konrad-Adenauer-Ufer
    Das Konrad-Adenauer-Ufer wird unter dem Schutz der Bestandsbäume in der Fläche neu gegliedert und mit großformatigen Natursteinplatten durchgängig ausgestattet. Die Fahrgasse wird auf dem Belag durch besondere Einfassungen bzw. eine kleine Absenkung gekennzeichnet.
    Die Anbindung zum Peter-Altmeier-Ufer und zum Blumenhof wird durch einen kleinen Park im Rücken des Denkmals gewährleistet. Die Promenadengärten enden hier und verbinden die beiden Promenaden.

    Promenade Die Platanen der Promenade werden durch große Einzelexemplare (STU 80-90) ergänzt, die sich nach einem behutsamen Pflegeschnitt in den Bestand einfügen. Auf einen strengen Kastenschnitt wird verzichtet. Die Wurzelräume erhalten eingefasste Flächen aus wassergebundener Decke und an den Kreuzungspunkten Holzauflagen als Wurzelschutz. Aus den Einfassungen entwickeln sich Sitzelemente, die auch als Schutz der Wurzelräume dienen. Der Natursteinbelag aus großformatigen Platten wird einheitlich auf der gesamten Promenade eingesetzt, wodurch eine Annäherung an den Gesamteindruck der historischen Promenadensituation erreicht wird.

    In Abwägung zwischen der intensiven Nutzung der Promenade (abgelaufene Wiesenflächen), dem Baumschutz und der Beeinträchtigung durch Hochwasser, wird eine wassergebundene Wegedecke zwischen den Alleebändern vorgeschlagen. Aus den Erfahrungen des Elbehochwassers wird abgeleitet, dass die Decken grundsätzlich standhafter als Boden sind und nach dem Hochwasser durch Rechen, oberflächliches Nachstreuen und einmaliges Walzen wieder hergestellt sind. des Baumschutzes ergibt sich nach der Erhöhung der gesamten Promenade
    Promenaden-
    gärten Im Übergang zur Stadt vermitteln die Promenadengärten die Höhensprünge zu den ehemaligen Rheinterrassen. Die Promenade erhält ein Gartenband als Begleitung und damit zusätzliche Rückzugs- bzw. Ausstellungsräume. Frei angeordnete Mauerelemente fassen den Höhenunterschied der Bebauung im Mittelteil und bilden einen Stadtbalkon mit Caféterrassen aus. Das Ludwigmuseum erhält einen repräsentativen Vorplatz und die historischen Gebäude werden freigestellt.

    Sitzelemente Beleuchtete, amorphe Objekte, die in ihrer Form an Poller zur Vertäuung der Schiffe erinnern, werden als Referenz an die Rheinschifffahrt eingeführt und laden zum Spielen und Lagern ein.

    Peter-Altmeier-Ufer
    Das Peter-Altmeier-Ufer wird neu geordnet und als Promenade auf zwei Ebenen ausgebaut. Zum Wasser hin erhält der Besucher auf der unteren Ebene den direkten Bezug zur Mosel. Auf der zweiten Ebene kann der Flaneur seinen Weg von der Konrad-Adenauer-Promenade fortsetzen, welcher hinter den neu organisierten Stellplätzen von einem Parkband begleitet wird. Das Parkband, dass eine neue Aufenthaltsqualität in Wechselbeziehung mit der Promenade bildet, integriert über eine einheitliche Gestaltungssprache den Spielbereich in den neuen Park.
    Die Verknüpfung zwischen Parkstreifen und Promenade erfolgt über eine große Holzplattform, die auch für Veranstaltungen genutzt werden kann.


    Lützelufer
    Am Lützelufer wird der Bereich für den Campingplatz zurückgesetzt und durch eine Baumreihe abgegrenzt. Auf der freiwerdenden Fläche entsteht der Bogenpark. Wie die begleitende Grünfläche am Peter-Altmeier-Ufer erhält der Bogenpark eine leichte Terrassierung mit Rasenböschungen. Am Hafen erhält die Anlegestelle mit dem „Kaiserblick“ einen Platz, von dem aus eine kleine Promenade von der Mosel zum Rhein führt. Ein Strand und ein Spielplatz sollen die Entwicklung zum Familienpark am Wasser initiieren.

    Rechtes Rheinufer
    Das Rechte Rheinufer wird zwischen der Pfaffendorfer Brücke und der Bahnstation Ehrenbreitstein neu sortiert und aufgewertet. Die Mole erhält an ihrer Spitze ein Holzdeck, von dem aus der Blick auf die Festung genossen werden kann. Gegenüber ergänzt eine schwimmende Gastronomie das Hotelangebot. An den Anlegestellen entstehen Platzflächen, an die sich die verbreiterten Unterführungen in den Ortsteil anschließen. Das Rheinmuseum erhält einen Vorplatz, der den Auftakt zum Aufstieg auf den Ehrenbreitstein bildet.

    Schlossumfeld
    Auf dem Clemensplatz werden die Parkplätze neu sortiert und Platz für die Stadtpromenade geschaffen. Die baumbestandene Verbindung von der Konrad-Adenauer-Promenade zur Poststraße wird durch eine Mauer mit vorgestellter Hecke abgegrenzt. Der Reichensperger- sowie der Deinhardplatz werden gestalterisch aufgewertet und in das Schlossensemble integriert.


    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.