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  • DE-92363 Breitenbrunn
  • 03/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-159584)

Wohnen in der Ortsmitte


  • 1. Preis

    Lageplan

    Architekten
    dv architekten deffner voitländer, Dachau (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Prof. Dorothea Voitländer , Prof. Konrad Deffner

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: lohrer.hochrein landschaftsarchitekten und stadtplaner gmbh, München (DE)

    Preisgeld
    8.400 EUR

    Erläuterungstext
    der gemeinsame freiraum wird geprägt von der großen, alles verbindenden wiese. sie schafft raum für begegnung, spiel und durchwegung und bildet die mitte für das neue wohnen.
    durch die anordnung aller stellplätze an den zufahrten von außen wird der neue quartiersweg nur für möbelwägen, rettung und ausnahmefällen des be- und entladens befahren. er dient jedoch nicht nur der erschließung sondern ist auch informeller treffpunkt vor den eingängen und bietet sitzangebote unter bäumen mit blick über die weite wiese. die wiese davor liegt ganz leicht abgesenkt und fällt richtung wasser, so dass an der kante des weges weitere informelle sitzmöglichkeiten entstehen.
    aus der ortsmitte entwickeln sich zusätzliche verbindungen über den quartiersweg, die schmalen wiesenwege und über neue stege auf die andere bachseite in die offene landschaft.
    allen erdgeschoßwohnungen sind nach süden private freiflächen zugeordnet, welche mit hecken geschützt werden.
    im südlichen bereich der großen wiese bieten sich an einem abgesenkten bereich des kanals wasserspiel- und unter zu ergänzenden obstbäumen ein naturnaher spielbereich für alle generationen an.
    der kanal wird an zwei punkten zusätzlich überquert, der kleine graben geöffnet. durch die schmalen zu überquerenden rampen unterstreicht er den übergang zwischen privatheit und halböffentlichem charakter des quartiersweges. im nördlichen abschnitt wird der wasserlauf als überfahrbarer rost ausgebildet.
    an der von-tilly-straße öffnet sich der straßenraum zum öffentlichen platz.
    einige bestandsbäume können erhalten werden.

    alle neuen häuser liegen auf 399,60 erdgeschoß fertigfußboden, der höhenunterschied zum bach wird in sitzstufen entlang des weges aufgefangen, bzw. das gelände fällt in der großen wiese sanft ab.

    das wohnhaus im norden erhält mit seiner geputzten fassade einen städtischeren charakter, weil es in der abfolge der häuser an der von tilly straße eine prägende raumkante für den straßenraum bildet und in unmittelbarer nähe zum marktplatz steht. dieser größere baukörper entsteht aus zwei aneinandergebauten häusern mit kniestock, um die körnung der nachbarbebauung an der von tilly straße aufzunehmen. die gebäude im inneren suchen mit ihren holzfassaden den anschluss an den ländlichen charakter der stadel und scheunen, die sich in zweiter reihe hinter der hauptstraße befinden.
    die erdgeschosswohnungen sind barrierefrei.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das städtebauliche Konzept besticht vor allem durch die ausgewogene Verteilung der Bauvolumina an der von Tilly Straße und der Zeilenbebauung am Quartiersweg in Verbindung mit den großzügigen, gut nutzbaren öffentlichen und privaten Freiflächen.
    Hervorzuheben ist hier besonders die Zuordnung der attraktiven Spielfläche zum Bachlauf. Der zweigeschossige Massivbau an der von-Tilly-Straße schließt anstelle des Breitenbrunner Hofs wieder schlüssig den Straßenraum und schirmt das Wohngebiet, ohne es räumlich zu isolieren, vom Straßenlärm wirksam ab.
    Die abweisende Straßenfassade -hauptsächlich belegt durch Abstell-und Nebenräume- wirkt im öffentlichen Raum jedoch etwas deplatziert, die Wohnnutzung zu wenig präsent. Die drei gut proportionierten, giebelständigen Baukörper der Zeilenbebauung entlang des Quartiersweges bieten eine gute Adresse für die vorwiegend nach Südosten orientierten Geschoßwohnungen.
    Besonders positiv wird der Wohnungsmix aller Gebäude bewertet, der aufgrund der Erschließungstypologie zudem attraktive Varianten zulässt.
    Die geringen Abstandsflächen nach Westen hin werden kritisch beurteilt.
    Die Anordnung der Stellplatzanlagen im Norden und Süden an den Quartierszufahrten sind sinnvoll, allerdings wird das Fehlen von temporären Parkierungsmöglichkeiten innerhalb der sonst verkehrstechnisch gut gelösten Erschließung bemängelt.
    Die Ausweisung der drei Stellplätze im nordwestlichen Bereich ist auf Grund der dahinterliegenden Garagen nicht möglich.
    Eine Realisierung in Bauabschnitten ist durch die geschickte städtebauliche Konfiguration und Zuordnung der privaten Freiflächen unproblematisch umsetzbar.