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  • AT Linz
  • 07/2006
  • Ergebnis
  • (ID 2-4844)

Neugestaltung Landhauspark und Promenade


  • 1. Anerkennung

    Blick „Kleine Promenade“ Richtung Parkentrée/Taubenmarkt --------------------------------------------------- Entwurf (Oms. 1.200) --------------------------------------------------- Lageplan (Oms. 1.1000)

    Landschaftsarchitekten
    terra.nova Landschaftsarchitektur, München (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Bartenbach Lichtlabor GmbH, Innsbruck (AT)

    Erläuterungstext

    Städtebauliche Ausgangssituation - Analyse

    Promenade und Landhauspark sind derzeit nicht als gestalterische Einheit erlebbar. Zu stark sind die Störungen im Bereich des Parks sowie die verkehrliche Übererschließung des Straßenbereiches. Die eigentliche Promenade wird auf einen schmalen Gehweg entlang der Gebäudefassaden beschränkt und ist demnach nicht als Promenade im eigentlichen Sinne erlebbar. Obwohl beidseitig mit repräsentativen Gebäuden flankiert reagiert der Strassen- sowie der Grünraum nur vereinzelt auf die Bebauungsstruktur. Die räumlichen Zusammenhänge werden hierdurch verunklärt, der Dialog zum Stadtgefüge geht verloren. Die Neuordnung des Straßenraumes infolge der Tiefgaragenerstellung bietet die einmalige Möglichkeit die verlorengegangenen Merkmale des Stadtraumes wiederzuentdecken und klärend im Rahmen einer Gesamtkonzeption zu manifestieren.
    Der Wiener Architekt Boris Podrecca spricht in diesem Zusammenhang von Purifikation oder dem \'Purifizieren des öffentlichen Raumes...., eine Reinigung in seinem Konstrukt und seiner Form\'. (Boris Podrecca, Offene Räume, Springer Wien/New York 2004)
    Demnach geht es in erster Linie um die Entdeckung, Stärkung und Wiederbelebung ortspezifischer Merkmale und Strukturen, die dem Stadtraum seinen eigenen Flair zurückgeben. Ziel ist es, einen zeitgemäßen Impuls zur Optimierung und Belebung des innerstädtischen Lebens mit Mitteln der Architektur zu geben. Die Transformation des Stadtraumes soll hierbei eine spezifische und starke Gestaltungssprache formulieren, die es ermöglicht, die unterschiedlichen baulichen wie städtebaulichen Entwicklungen zu homogenisieren, deren Besonderheiten jedoch zu charakterisieren. Besonderheiten, die von je her den Stadträumen ihre Einzigartigkeit, ihre Atmosphären und Unverwechselbarkeit gegeben haben.
    Der städtische Raum stellt heute den Anspruch an starke Bilder und Stimmungen. Zugleich ist er im Gegensatz zum traditionellen Stadtraum in der Nutzung und Symbolik unbeständig und ephemer. Insofern hat die Architektur für den öffentlichen Raum den Stellenwert eines Hintergrundes oder Rahmens für wechselnde Ereignisse und Szenarien. Dafür muss der öffentliche Raum komplett genug sein, um grundsätzlich zu funktionieren, aber auch offen genug, um nicht den Eigensinn der persönlichen Aneignung zu unterbinden.


    Landhauspark und Promenade - Entwurfsstrategie

    Der vorgefundenen stadträumlichen Besonderheit Rechnung tragend wird der Stadtraum entsprechend der Ausrichtung des ehemaligen Stadtgrabens zunächst in Längsrichtung in unterschiedliche Funktionsbereiche unterteilt. Auf diese Weise wird die klare Grundausrichtung zum Schlossberg unterstrichen und dieser wertvolle Grünbereich bis zum Stadtzentrum fortgeführt und erschlossen.
    Das Vorgartenband mit durchgehender Zaunanlage bildet den historischen wie räumlichen Abschluss der Linzer Altstadt.
    Von hier aus wird ein homogener und farblich aufeinander abgestimmter Stadtboden bis zur gegenüberliegenden Häuserfassade vom Taubenplatz bis zum Tummelplatz vorgesehen. Gleichsam einem Teppich definiert er eindeutig und kraftvoll den neuen Stadtraum bis zu den Gebäuderändern. In diese Fläche eingelegt unterscheidet sich der Landhauspark durch seine eigenständige Materialität und dem klar vegetativ ausgerichteten Charakter. Bandartig spannt er sich zwischen Taubenmarkt und Tummelplatz auf. Er zeichnet den Verlauf des ehemaligen Stadtgrabens flächenhaft nach, definiert und besetzt den Bereich zwischen ehemaliger innerer und äußerer Stadtmauer. Gleichsam einem grünen Gürtel legt er sich um die Altstadt und lässt die Großzügigkeit der historischen Raumbezüge erspüren ohne wesentliche Anforderungen des modernen Stadtgefüges zu vernachlässigen. So sind es die stadträumlichen Bezüge und Nutzungsanforderungen die dem Park seine Differenzierungen geben. Er tritt an den notwendigen Stellen in direktem Dialog zur angrenzenden Bebauung. Hier entstehen die kleinen Plätze die eine großzügige Durchquerung des Stadtraumes ermöglichen und bedeutsame Gebäude hervorheben. Ihrer Bestimmung nach sind sie offen und flexibel nutzbar. Durch Ihre Zuordnung innerhalb des Parks jedoch von eigenständigem Charakter. Repräsentativ, übersichtlich und weitläufig reagiert der Landhauspark auf seine an ihn gestellten Anforderungen. Er ist Eingang und attraktiver Auftakt zum Sitz der Oö. Landesregierung und Grünzug zugleich. Großzügige und zusammenhängende Rasenparterre laden zu unvorherbestimmten Nutzungen und stärken die Lebensbedingungen der Großbäume. Langfristig kann auf diese Weise ein grünes Gegengewicht zur steinernen Stadt entstehen und sich behaupten.
    Die Promenade (frz. promener ~ Spazieren gehen) ist per Definition eine Spaziermeile. Demnach erhält sie auf ganzer Länge vom Eingang zur Arkade bis zu den Kammerspielen eine einheitliche Textur. Eine gute Begehbarkeit wird durch das Pflasterformat sowie die Oberflächenbehandlung (gesägt und gespitzt) gewährleistet. In regelmäßigen Abständen sind Ruhezonen mit Sitzmöglichkeiten angeordnet. Die Promenade erhält eine klare Fassung (Plattenlinie) zum Straßenbereich. Hier sind die infrastrukturellen Einrichtungen angeordnet. Die Gebäudefassaden erhalten eine durchgehende Vorzone (Saumplatte). An wesentlichen Eingängen wird diese zur Akzentuierung bzw. zur Aufnahme von Stufen und Treppen entsprechend verbreitert. Wenig Substantielles ist notwendig um diesen besonderen Bereich hervorzuheben. Vielmehr soll er sich in den Duktus der Gesamtgestaltung einfügen und zusammen mit den verbleibenden befestigten Flächen den ruhigen Rahmen für den Landhauspark entstehen lassen.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.