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  • Anerkennung

    Übersichtsplan

    Landschaftsarchitekten
    brandenfels landscape + environment, Münster (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: HWR Architekten Gunnar Ramsfjell Dipl.-Ing. Architekt BDA, Dortmund (DE)

    Preisgeld
    5.000 EUR

    Erläuterungstext
    Von der Karl-Heise-Straße beginnend, zieht sich ein intensives Freiraumband mittig entlang der Baukörper. Es geht nach Süden hin in den landschaftlichen Teil über, welcher das Schulgelände umschließt. Ein weiterer intensiv gestalteter Bereich lagert sich von Süden her an die Neubauten an.

    Das Einbringen verschiedener neuer Nutzungen in das Schulgelände erfolgt über „Aktions-tropfen“, welche sich ausgehend von dem Konzept der „Lernwolken“ über das Gelände verteilen. Dabei unterscheiden sich diese in ihrer Ausgestaltung je nach Lage von intensiv spielerisch, urban städtisch zu extensiv landschaftlich u. können so unterschiedl. Ansprüche bei durchgängiger Formensprache und starker Identität erfüllen.

    Gefasst werden diese Aktionsbereiche durch das Freiraumband, welches um die Tropfen herum scheinbar in Schwingung gerät. Wobei sich die entstehenden Strukturen in der Wegeführung sowie der Belagsstruktur der Platzgestaltungen wiederfinden u. als Leitsystem zwischen Ankunftsbereichen u. Eingängen fungieren. So ergibt sich nördlich zwischen neuem Haupteingang u. Haltestellen an der Karl-Heise-Straße ein urbanes Stadtentrée mit großer Platzsituation für vielfältige Nutzung, auch in Hinblick als möglicher weiterer Mittelpunkt im Stadtteil Fallersleben.

    Zwischen den Schulgebäuden entsteht ein klar gegliedertes Freigelände, in dem durch bestimmte altersspezifische Nutzungsangebote für die vorhandenen Aktionstropfen eine Trennung der Pausenbereiche vorgenommen wird.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das Freiraumkonzept führt die architektonische Idee der Lernwolken weiter. Die verschiedenen Gebäude des Schulkomplexes werden auf einen gemeinsamen Platzteppich gestellt, der sich an den Rändern in landschaftlich geschwungene Wege auflöst und so die gesamte Anlage in ein Parkensemble einbindet.

    Ein gut proportionierter Vorplatz führt zum zentralen Eingangsgebäude und fügt die vielfältigen Funktionen des Ankommens geschickt ein. Der Platzteppich wird zusätzlich durch differenziert gestaltete Inseln belebt. Die Anordnung der Inseln und die damit verbunden Aktivitäten wird allerdings kritisch diskutiert, vermisst werden Bewegungsangebote in unmittelbarer Nähe der Haupt- und Realschule sowie eine nutzungsoffenere Gestaltung der Inseln anstelle konkreter Vorgaben wie z.B. „Murmel Garden“, „Dreh- Seerosenblätter“ oder „Noten-Salat“.

    Der Neubau der Sporthallen gliedert sich in zwei zueinander versetzte Baukörper. Die Raumkanten des Schulgebäudes (Haus D) werden aufgenommen und in den Proportionen orientiert sich der neue Baukörper an dem Gebäude der Kita – dadurch fügt er sich angemessen in die umgebundene Strukturen ein.

    Die Sporthallen werden gegenüber der südlichen Grundstücksgrenze weit eingerückt, so dass auf der Südseite ein großzügiger Vorplatz entsteht, der die Idee der Schule im Park unterstützt, allerdings auf Kosten des Außenraums der Kindertagesstätte.

    Die beiden Sporthallen werden sowohl von Norden als auch von Süden über ein gemeinsames Foyer erschlossen, das allerdings im Hinblick auf die zu erwartenden Besucherzahlen deutlich zu klein dimensioniert ist. Die innere Organisation der Funktionsräume ist logisch, erfüllt das Raumprogramm und erreicht dieses mit einer ausgesprochen geringen BGF.

    Die Anordnung der Technikräume im Hinblick auf die Be- und Entlüftung der Sporthallen erfordert Nachbesserung. Die Materialwahl des Baukörpers, Klinker-Verblendmauerwerk und Gussglaselementen reagiert nicht angemessen auf die Umgebung. Auch die architektonische Detailierung z.B. in Form des auskragenden Vordaches kann nicht überzeugen.
    Der geforderte Mindestenergiestandard wird mit konventionellen Mitteln erreicht.

    Insgesamt stellt die Arbeit vor allem durch den konzeptionellen Ansatz des Freiraumes sowie durch den flächeneffektiven Baukörper einen interessanten Diskussionsbeitrag dar.