loading
  • Anerkennung

    Modell, © www.modellwerkstatt.com

    Architekten
    HWR Architekten Gunnar Ramsfjell Dipl.-Ing. Architekt BDA, Dortmund (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Gunnar Ramsfjell

    Mitarbeit
    Thorsten Börker

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: brandenfels landscape + environment, Münster (DE)

    Preisgeld
    5.000 EUR

    Erläuterungstext
    Der heterogenen Bestandsstruktur wird mit dem Neubau der Sporthallen ein neues und ordnendes Element hinzugefügt. Die Gliederung des Neubaus orientiert sich städtebaulich ordnend an den im direkten Umfeld im Laufe der Jahre additiv gewachsenen Strukturen.

    Die Sporthalle soll nicht als neues „Ausrufezeichen“ im Umfeld wahrgenommen werden. Die vorgeschlagene Gliederung der gewaltigen Baumasse von insgesamt 6 Sporthallen bildet neue Außenräume und schafft dabei wie selbstverständlich klar erkennbare Wegeführungen und Aufenthaltsqualitäten für die Schulnutzung und die externe Nutzung.

    Die Raumkanten der Sporthalle nehmen die Koordinaten des Schulgebäudes auf, der Neubau wird im Schwerpunkt des zur Verfügung stehenden Grundstücks verortet. So entstehen angenehm proportionierte und gut nutzbare Freiräume. Das neue Gebäude ist eng mit der Topographie verzahnt, stärkt und unterstützt dabei das neue Freiraumkonzept.

    Der Geländeverlauf wird wie selbstverständlich im zentralen Eingangsbereich (der Nahtstelle der Baukörper) auf zwei Ebenen integriert. Diese Nahtstelle bildet den für alle Nutzer auf beiden Ebenen jeweils klar erkennbaren Eingang zu den Sporthallen. Durch die geschickte Einbettung der Sporthallen in die Topographie wird die wahrnehmbare Gebäudehöhe und Kubatur reduziert.

    Der barrierefreie Zugang vom Schulgelände erfolgt auf der unteren Ebene (- 3,50), der barrierefreie Zugang für externe Sportler und Besucher erfolgt auf der oberen Ebene (+/- 0,00). Innerhalb des Gebäudes bietet ein behindertengerechter Aufzug die innere barrierefreie Erschließung an. Der Aufzug ist in der Wettbewerbsplanung als Option dargestellt. In der Kostenschätzung wurden die Kosten für den Aufzug (KG 300/ KG 400) bereits ausgewiesen.

    Durch die Anordnung und Gliederung der Baukörper, sowie der geschickten Einbeziehung des Geländeverlaufs, bildet der Neubau einen für die Schulnutzung klar definierten Zugang/Eingang, sowie einen geschützten („internen“) Bereich für die Außen-Sportflächen.
    Die Fassadengestaltung zum „schulinternen Platz“ unterstützt den Wunsch der Schule, die Sporthalle auch als temporären Veranstaltungsort zu nutzen. (Ein- und Ausblicke, Parallele Nutzung des Innen- und Außenbereichs bei Schulveranstaltungen)

    Für externe Nutzer und Besucher wird ein ebenfalls klar definierter, jedoch eher „öffentlich“ wahrnehmbarer Bereich (Platz) geschaffen. Die direkte Nähe der öffentlichen Parkplätze zum externen Zugang schafft klare Wegeführungen und bietet eine hohe Funktionalität.

    Die östliche (zur Straße und den öffentlichen Stellplätzen orientierte) 3-Feld-Sporthalle verfügt über eine mobile Tribüne für ca. 500 Besucher.
    Die westliche 3-Feld-Sporthalle bietet oberhalb der Geräteräume eine fest installierte Tribüne für 199 Besucher.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das Freiraumkonzept führt die architektonische Idee der Lernwolken weiter. Die verschiedenen Gebäude des Schulkomplexes werden auf einen gemeinsamen Platzteppich gestellt, der sich an den Rändern in landschaftlich geschwungene Wege auflöst und so die gesamte Anlage in ein Parkensemble einbindet.

    Ein gut proportionierter Vorplatz führt zum zentralen Eingangsgebäude und fügt die vielfältigen Funktionen des Ankommens geschickt ein. Der Platzteppich wird zusätzlich durch differenziert gestaltete Inseln belebt. Die Anordnung der Inseln und die damit verbunden Aktivitäten wird allerdings kritisch diskutiert, vermisst werden Bewegungsangebote in unmittelbarer Nähe der Haupt- und Realschule sowie eine nutzungsoffenere Gestaltung der Inseln anstelle konkreter Vorgaben wie z.B. „Murmel Garden“, „Dreh- Seerosenblätter“ oder „Noten-Salat“.

    Der Neubau der Sporthallen gliedert sich in zwei zueinander versetzte Baukörper. Die Raumkanten des Schulgebäudes (Haus D) werden aufgenommen und in den Proportionen orientiert sich der neue Baukörper an dem Gebäude der Kita – dadurch fügt er sich angemessen in die umgebundene Strukturen ein.

    Die Sporthallen werden gegenüber der südlichen Grundstücksgrenze weit eingerückt, so dass auf der Südseite ein großzügiger Vorplatz entsteht, der die Idee der Schule im Park unterstützt, allerdings auf Kosten des Außenraums der Kindertagesstätte.

    Die beiden Sporthallen werden sowohl von Norden als auch von Süden über ein gemeinsames Foyer erschlossen, das allerdings im Hinblick auf die zu erwartenden Besucherzahlen deutlich zu klein dimensioniert ist. Die innere Organisation der Funktionsräume ist logisch, erfüllt das Raumprogramm und erreicht dieses mit einer ausgesprochen geringen BGF.

    Die Anordnung der Technikräume im Hinblick auf die Be- und Entlüftung der Sporthallen erfordert Nachbesserung. Die Materialwahl des Baukörpers, Klinker-Verblendmauerwerk und Gussglaselementen reagiert nicht angemessen auf die Umgebung. Auch die architektonische Detailierung z.B. in Form des auskragenden Vordaches kann nicht überzeugen.
    Der geforderte Mindestenergiestandard wird mit konventionellen Mitteln erreicht.

    Insgesamt stellt die Arbeit vor allem durch den konzeptionellen Ansatz des Freiraumes sowie durch den flächeneffektiven Baukörper einen interessanten Diskussionsbeitrag dar.